Unter Transposition versteht man in der Musik das Ändern der Tonhöhe eines Stückes oder Teiles daraus.
Die einfachste Art der Transposition ist die Oktavierung, bei der die Töne namensgleich bleiben, aber um eine Oktave nach oben oder unten versetzt werden. Bei Transpositionen mit anderen Intervallen müssen in den meisten Fällen auch die Tonart und somit die Generalvorzeichen verändert werden. Wird beispielsweise von D-Dur nach F-Dur transponiert, tauscht man die vorgezeichneten zwei Kreuze gegen ein b und setzt dann alle Töne um eine kleine Terz hinauf oder große Sext herab.
Die wichtigsten Gründe für Transpositionen sind:
Bei historischen Instrumenten (beispielsweise Naturtrompeten oder Naturhörner) war es durch das Fehlen chromatischer Spielfähigkeit nicht möglich, entfernte Tonarten von der Grundstimmung aus zu spielen (siehe auch Teiltonreihe). Also setzten die Musiker Stimm- oder Wechselbögen verschiedener Längen ein (z.B. bei der Trompete A-Bogen, C-Bogen, Es-Bogen, F-Bogen), um so die Grundstimmung zu verändern. Damit sie nicht die neuen Tonreihen für die veränderte Grundstimmung neu lernen mussten, berücksichtigten die Komponisten dies und setzten die Notation so, dass die Instrumentalisten nur den Bogen wechseln und wie gewohnt weiterspielen konnten. Diese Stellen zum Wechseln der Bögen markierten die Komponisten mit den Transpositionsvorschriften (z.B. "Trompete in F"). Bei den modernen, chromatisch spielfähigen Instrumenten fällt dieses Problem weg, sodass die Musiker gezwungen sind, diese Veränderung der Notation "im Kopf" wieder rückgängig zu machen und jede Note wieder ins klingende umzurechnen. Ansonsten müsste man die gesamte Literatur umschreiben, darauf konnte man sich bis heute nicht verständigen.
Bei Instrumentalmusik kann es ebenso sein, dass ein Stück, das beispielsweise auf der Flöte angenehm "liegt", für einen Oboisten unbequem und zu hoch ist und von ihm besser in einer tieferen Lage gespielt wird. Johann Sebastian Bach, der oft eigene Melodien oder ganze Stücke für andere Instrumente umgearbeitet hat, hat diese Praxis immer wieder angewendet.
In der Orchesterliteratur findet man manchmal auch C-Klarinettenstimmen, so zum Beispiel in den Symphonien Beethovens oder Schuberts, oder dem "Barbier von Sevilla" von Rossini, dessen bisweilen rasend schnelle Passagen auf den heute kaum mehr gebräuchlichen C-Klarinetten um einiges leichter zu bewältigen wären. In einigen Werken von Richard Strauss und Richard Wagner finden sich sogar ein Stimmen für eine Bassklarinette in A, die in Ermangelung solcher Instrumente mit einer Bassklarinette in B um einen Halbton tiefer als notiert gespielt werden müssen.
Besonders aufwendig kann das bei Hornisten sein, die bei Naturhornstimmen die verschiedensten Transpositionen bewältigen müssen. Die untenstehende Abbildung zeigt einen weiteren Ausschnitt aus der Beethoven-Symphonie: In den Noten steht (a), klingen soll (b), wofür auf dem F-Horn (c) gegriffen werden muss: Transposition_Hoerner.png
Transpositionstabelle (in Prozent): -8 158,74 -7 149,83 -6 141,42 -5 133,48 -4 126,00 -3 118,92 -2 112,25 -1 105,95 keine 100,00 1 94,39 2 89,09 3 84,09 4 79,37 5 74,92 6 70,71 7 66,74 8 63,00
Damit folgt sie der Exponentiellen Funktion y = 100 * 0,9439^x. Doppelte oder halbe Tonhöhe ist bei einer Transposition von 12 Tönen erreicht.
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