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Norditalien_1796.jpg Die Transpadanische Republik (Repubblica Transpadana) war eine durch französischen Revolutionsexport errichtete italienische Tochterrepublik, gebildet aus der österreichischen Lombardei mit den Herzogtümern Mailand und Mantua (daher auch der Name Lombardische Republik). Sie wurde am 15. November 1796 ausgerufen und nach der Vereinigung mit der Cispadanischen Republik am 29. Juni 1797 umbenannt in Cisalpinische Republik.

Die militärischen Erfolge General Bonapartes im Ersten Koalitionskrieg ermöglichten seit dem Frühling 1796 in den oberitalienischen Städten und Territorien den Aufbau von pro-französischen republikanischen Verwaltungsorganen, die im Herbst desselben Jahres zu übergreifenden Staatsstrukturen zusammenwuchsen. Bereits nach der Schlacht von Lodi am 10. Mai 1796 hatte Bonaparte die Feudalherrschaft in der Lombardei für beendet erklärt; die Proklamation der Transpadanischen Republik erfolgte aber erst am 15. November 1796. Mit weiterem Gebietszuwachs aus der cispadanischen Schwesterrepublik südlich des oberitalienischen Hauptflusses Po änderte sich der Umfang des Staats derart, dass er sich am 29. Juni 1797 als Cisalpinische Republik rekonstituierte.

Bemerkungen


  • Der Staatsname leitet sich aus den lateinischen Wörtern "trans" für "jenseits" und "Padus" für den Po her: Die Transpadanische Republik war also die Republik jenseits des Po, gesehen aus einem italienischen Blickwinkel. Zugleich erinnerte der Name an die ihr territorial etwa entsprechende antike, von Kaiser Augustus eingerichtete Region "(Gallia) Transpadana".
  • Die Benennung der französischen Tochterrepubliken am Po vermied zwar den französischen Blickwinkel und entschärfte dadurch den Vorwurf einer expansiven Machtpolitik des Nachbarstaates, trug aber dennoch einige Brisanz in sich: Mit der Antike verband sich die Frage einer nationalen italienischen Zentralgewalt, die seit dem Untergang des Römischen Reiches verloren gegangen war. Die Begriffe transpadanisch und cispadanisch waren ein Kampfansage an die Existenz aller vorrevolutionären, im Mittelalter entstandenen Staaten auf italienischem Boden.
Flagge Transpadanische Rep.gif
  • Am 19. August 1796 wurden die städtischen Milizen in eine Nationalgarde umgewandelt, die als Uniformen grüne, weiße und rote Farben trugen. Gemäß einer üblichen Praxis wurden diese drei Farben auch in die militärischen Standarten übernommen. Ab dem 9. Oktober 1796 tauchten erste Fahnen in den Nationalfarben auf. Am 11. Oktober 1796 bestätigte Napoléon Bonaparte in einem Brief die Nationalfarben als Grün, Weiß und Rot. Vom 6. November 1796 an wurden Standarten an die Truppen verteilt, auf denen auch noch unterschiedliche "Wahlsprüche“ angebracht waren.
  • Als Ironie der Geschichte lässt sich die Verwendung des Wortes "padanisch" für die beiden am Anfang der italienischen Einigungsbestrebungen des 19. Jahrhunderts (Risorgimento) stehenden Republiken sehen, seitdem der sezessionistische italienische Politiker Umberto Bossi seinerseits die Vision eines unabhängigen, norditalienischen Staates mit dem Namen "Padanien" verbunden hat.

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