Flag of Transnistria.svg | Karte Transnistrien 02 02.png Transnistrien (offiziell Transnistrische Moldauische Republik (, ); auch Pridnestrowje (), Stînga Nistrului) ist der östlich des Dnister (mol./rum. Nistru, russ. /Dnjestr) gelegene Teil Moldawiens. Es hat sich bald nach Auflösung der Sowjetunion 1991/92 von Moldawien abgespalten.
Wegen der Vielfalt der Bevölkerungsgruppen wurde in der Verfassung verankert, dass in der TMR de jure drei Sprachen als Staatssprache gültig sind: Russisch, Ukrainisch und Rumänisch (allerdings nur unter dem Namen Moldawische Sprache und mit kyrillischer Schrift). De facto ist Russisch die einzige Amtssprache.
1940 wurden zwei Drittel der MASSR (dort wo die ethnischen Rumänen mehrheitlich waren) mit der rumänischen Provinz Bessarabien zur Moldauischen Sowjetrepublik vereinigt, während die mehrheitlich ukrainisch bewohnten Teile in der Umgebung Baltas zu der Ukraine übergingen. Von 1941 bis 1944 wurde das Gebiet als Transnistria bezeichnet und an Rumänien, das sich am Krieg gegen die Sowjetunion beteiligte, angeschlossen und war wegen der unzureichenden rumänischen Verwaltung eine fast anarchische Insel im besetzten Europa.
Tiraspol government building.jpg]] Nach der Unabhängigkeit Moldawiens 1991 kam es zum Konflikt der slawischen (Russen und Ukrainer) Mehrheit mit der moldawischen Zentralregierung, der schließlich in einer einseitig erklärten Unabhängigkeit Transnistriens gipfelte, unterstützt von der russischen Regierung.
Siehe: Transnistrien-Konflikt
Heute ist Transnistrien (offiziell als "Transnistrische Moldauische Republik" bezeichnet) de facto ein autonom agierender, international nicht anerkannter Staat innerhalb der völkerrechtlich anerkannten Grenzen Moldawiens. Die wichtigsten Städte Transnistriens sind Tiraspol, Tighina und Rîbniţa. Tighina liegt an dem rechten Ufer des Dnestr und ist ein Teil Bessarabiens, wird aber von den transnistrischen Separatisten verwaltet. Seit 1990 regiert Igor Smirnow Transnistrien, Präsident wurde er jedoch erst im Dezember 1992. Smirnow kam 1988 aus Russland nach Moldawien (Transnistrien) und wurde in Tiraspol zuerst Direktor eines Großbetriebes.
2004 wurden 4 Schulen mit rumänischer Unterrichtsprache geschlossen. Die offizielle Ursache dafür war der Ablauf der temporären Unterrichtslizenz dieser Schulen. Nach den Verhandlungen mit der Regierung Transnistriens, wurden die Schulen permanent lizenziert und es wurde ihnen genehmigt, den Unterricht zu Beginn des Schuljahrs zu beginnen. Das Schulgebäude in Rîbniţa wurde jedoch dem Lehrkollektiv nicht zurückgegeben.
Die Präsidentschaftswahl 2001 entsprach nicht internationalen Standards und war eine Farce. Parteien und politische Veröffentlichungen wurden im Vorfeld des Urnengangs verboten. Die Wahlergebnisse waren gefälscht, so soll Igor Smirnov in manchen Regionen bis zu 103,6 % der Stimmen erhalten haben.
Nach Einschätzung Moldawiens wird der Schmuggel von Waffen, Drogen, Alkohol und Treibstoffen über die Eisenbahn an der ukrainischen Grenze getrieben. Mit dem dortigen Umschwung durch Wiktor Juschtschenko verlangen ukrainische Zollbeamte seit Anfang März 2006 für den Warentransit aus Transnistrien Zollpapiere der moldauischen Behörden. Für die transnistrische Wirtschaft, die sich aus politischen Gründen gegen die Registrierung in Moldawien sträubt, entsteht dadurch ein empfindlicher Schaden (pro Tag 2,8 Millionen Dollar), was den Konflikt mit den Nachbarstaaten weiter anheizt.
Bei der Einreise in die TMR (zumindest aus Richtung Kischinau) ist für Ausländer und Moldawische Staatsbürger eine Registrierung direkt an der Grenze notwendig. Sollte man sich länger als einen Tag in der TMR aufhalten, ist es für Ausländer zudem notwendig, sich bei der örtlichen Meldestelle (OVIR) registrieren zu lassen. Hotels übernehmen dies nicht.
Hannes Hofbauer: Mitten in Europa. Politische Reiseberichte aus Bosnien-Herzegowina, Belarus, der Ukraine, Transnistrien/Moldawien und Albanien, Wien 2006.
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