Transmeta Corporation ist ein US-amerikanischer Prozessor-Hersteller, vor allem für Notebooks. Das bekannteste Produkt ist wohl der Crusoe, ein stromsparender x86-Prozessor, der vor allem in PDAs und Subnotebooks eingesetzt wird. Im August 2003 erschien Transmetas neuester Chip, der Efficeon.
Design
Bei Transmeta arbeiteten Größen wie
Dave Ditzel,
Linus Torvalds und
Dave Taylor (Torvalds verließ Transmeta im
Juni 2003, um sich hauptberuflich der Weiterentwicklung des
Linux-Kernels zu widmen).
Die Technik hinter den Transmeta-Prozessoren ist durchaus interessant, auch wenn das Endprodukt in Sachen Performance hinter den Erwartungen zurückblieb. Die eigentlichen Transmeta-Prozessoren sind relativ primitive
VLIW-Prozessoren. Um x86-Code auszuführen, muss ein Software-Übersetzer geladen werden, der dann x86-Code in Anweisungen für den Transmeta-Prozessor umsetzt. Ähnliche Ansätze gab es zwar schon in den frühen
1990er Jahren, (
WABI für
Sun SPARC,
FX!32 für
Alpha), aber Transmeta setzte die Messlatte für die Kompatibiltät sehr hoch an: jeder x86-Befehl vom ersten Bootvorgang bis zur letzten Multimedia-Anweisung funktioniert und der größte Teil der ursprünglichen Leistungsfähigkeit bleibt.
Transmetas Ansatz bietet viele technische Vorteile:
- Wenn die Marktführer AMD oder Intel den x86-Befehlssatz erweitern, muss Transmeta lediglich die Software erneuern, anstatt die Hardware neu zu entwerfen.
- Wenn Fehler in der Hardware entdeckt werden, können sie durch ein Software-Update umgangen werden.
- Da der Prozessor die x86-Befehle nicht in Hardware ausführt, muss nicht auf Abwärtskompatibilität geachtet werden. Stattdessen können die Entwickler die Fähigkeiten des Prozessors verbessern oder den Energieverbrauch weiter optimieren.
- Prinzipbedingt könnte der Prozessor auch andere Architekturen emulieren, möglicherweise sogar gleichzeitig.
Diese Fähigkeiten sind möglicherweise eine Erklärung für vor dem Crusoe-Release verbreitete Gerüchte, die besagten, dass Transmeta einen
PowerPC/x86-Hybriden entwickle, was sie auch hätten tun können. Im Endeffekt lief es dann aber "nur" auf einen extrem stromsparenden x86-Prozessor hinaus.
Geschichte
Transmeta wurde
1995 mit dem Ziel gegründet, möglichst stromsparende und doch schnelle CPUs zu entwickeln. Mit dem Crusoe wurde am 19. Januar
2000 dann der erste Prozessor vorgestellt. Transmeta hatte aber in der Folge große Probleme
Notebook-Hersteller zu finden, welche die Crusoe-CPUs verbauen wollten. Auch war die Leistung bzw. der Verbrauch der CPUs nicht so überragend im Vergleich zur Konkurrenz wie dies erhofft wurde. Daran änderten auch die schnelleren Crusoe-Modelle nichts.
Auch der im August 2003 vorgestellte Efficeon, der außerdem noch sehr lange bis zur Lieferbarkeit brauchte, konnte an dieser Situation nichts mehr ändern. Transmeta bekam immer mehr Finanzprobleme und Anfang 2005 kamen die ersten Gerüchte auf, dass Transmeta die CPU-Herstellung beendet oder von einem Konkurrenten übernommen wird.
Am 1. April 2005 gab Transmeta offiziell bekannt, dass man sich in Zukunft auf die Entwicklung von zukunftsweisenden Techniken wie z.B. LongRun 2 konzentrieren will und mit dem Verkauf von entsprechenden Lizenzen Gewinn erwirtschaften möchte. Die Produktion des Crusoe und des 130nm-Efficeon wurde eingestellt, der 90nm-Efficeon wird aber weiterhin produziert.
Am 31. Mai 2005 wurde dann der Verkauf der Crusoe-CPUs an die chinesische Firma Culturecom (Culture.com Technology Limited), die in Hongkong ansässig ist und bereits zusammen mit IBM den PowerPC-kompatiblen V-Dragon-Prozessor entwickelt hat, bekannt gegeben. Außerdem wurde der Firma eine Lizenz für die Produktion und den Verkauf der Efficeon-CPUs erteilt.
Prozessoren
- Crusoe
- TM3200 (früher TM3120)
- TM5400
- TM5500
- TM5600
- TM5700
- TM5800
- TM5900
- Efficeon
- TM8300
- TM8500
- TM8600
- TM8620
- TM8800
- TM8820
Siehe auch
Weblinks
- http://www.transmeta.com/
- http://www.pc-erfahrung.de/ProzessormodelleTransmetaCrusoe.html
- http://www.culturecom.com.hk/
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