Transistorradio_01_KMJ.jpg aus den 1960er Jahren]] Ein Transistorradio ist ein mit Transistoren als Verstärkerbauelementen arbeitendes Radio. Das weltweit erste kommerzielle Transistorradio Regency TR-1 wurde am 18. Oktober 1954 von Texas Instruments angekündigt und zum Weihnachtsfest des gleichen Jahres auf den Markt gebracht.
Transistorradios lösten allmählich Röhrenempfänger ab, die mit Vakuumröhren arbeiteten. In der Übergangszeit gab es gemischtbestückte Radios, die sowohl Röhren (vor allem im Hochfrequenzteil) als auch Transistoren enthielten. Transistorradios gibt es als Detektorempfänger mit Verstärker, als Audionempfänger und als Überlagerungsempfänger (Superhet). Als Transistoren kamen zunächst hauptsächlich bipolare Germaniumtransistoren zum Einsatz, die später von Siliziumtransistoren abgelöst wurden. In Spezialfällen werden auch Feldeffekttransistoren eingesetzt (FET beziehungsweise MOSFET).
Transistorradios zeichneten sich gegenüber den bis dahin gebräuchlichen Röhrenempfängern durch eine geringere Stromaufnahme und eine niedrige Betriebsspannung aus, was einen problemlosen und ungefährlichen Batteriebetrieb ermöglichte.
Die einfachste Bauform eines Transistorradios besteht aus zwei Hauptkomponenten, einem Detektor-Empfänger und einem Verstärker. Etwas komplexer, dafür aber auch empfangsstärker und trennschärfer ist der Einsatz eines Audion als Empfänger. Üblich sind aber heute Überlagerungsempfänger (Superhet).
Bisher waren die meisten Transistorradios analoge Empfänger. Es fanden eine Reihe Versuche mit digitalen Übertragungsverfahren statt. In Zukunft wird die Digitaltechnik eine immer größere Rolle spielen und den analogen Rundfunk mehr und mehr ablösen.
Auch die heute üblichen Radios sind eigentlich Transistorradios, allerdings sind die meisten Transistoren zusammen mit anderen Bauteilen in integrierten Schaltungen zusammengefasst. Mit dem weitgehenden Wegfall der Röhrenradios verschwand die Notwendigkeit einer speziellen Unterscheidung und so wird heute das Wort "Transistorradio" nur noch selten verwendet.
In der DDR ermöglichte das Transistorradio vielen Jugendlichen den Empfang von "unerwünschten" Sendern, ohne dass es durch die Eltern oder andere so leicht kontrollierbar war. Das Hören von Westsendern auf der Straße konnte zu Kontrollen durch die Polizei oder freiwillige Helfer der Volkspolizei führen, gegebenenfalls zur Sperrung der Geräte. Bei der NVA und den Grenztruppen der DDR gab es den Fall, dass die erlaubten Sender markiert wurden, wenn andere gehört wurden, gab es Strafen und das Gerät konnte eingezogen werden.
Das Transistorradio brachte auch eine weitere Entwicklung in Gang: Stereofone Radioempfänger wurden handlicher und bezahlbarer, so dass die durch Stereofonie bedingte Qualitätssteigerung im Rundfunk weitere Verbreitung fand.
Durch das Transistorradio stand auch ein preisgünstiger Verstärker zur Verfügung und seit Ende der 1960er Jahre wurde es mit Magnetbandkassetten kombiniert, die das Aufzeichnen und Wiedergeben von Rundfunksendungen und Schallplatten und den Austausch von Musik ermöglichte. In der Bundesrepublik gab es große Diskussionen zur Privatkopie, aber sie wurde erlaubt. Auch in der DDR war die Privatkopie erlaubt und es gab spezielle Rundfunksendungen, die extra als Mitschnittservice eingerichtet waren.
Der niedrige Energiebedarf der Transistorempfänger ermöglicht alternative Energieversorgung, zum Beispiel mit Fotozellen oder mit einem Handdynamo. Das ist wichtig besonders in Gebieten, die nicht ans Energienetz angeschlossen sind.
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