Transhumanz (< frz. transhumer < lat. trans + lat. humus 'Gegend') ist eine alte Form der Weidewirtschaft, bei der die Herde von Lohnhirten, dem Besitzer oder dessen Angehörigen auf einer meist längeren (bis ca. 800 km), Tage bis Wochen dauernden Wanderung zu mindestens zwei, jahreszeitlich wechselnden Weidegebieten getrieben wird. Die Transhumanz reicht mindestens bis in die Antike zurück; sie ist seit Ende des 19. Jahrhundert stark rückläufig und aus manchen Landschaften verschwunden.
Verbreitet war die Transhumanz bis weit ins 19. Jh. in großen Teilen des Mittelmeergebietes und darüber hinaus, vor allem in Regionen mit höheren, im Sommer kühlfeuchten, im Winter kalten, oft schneebedeckten Gebirgen und sommerlich trockenen, aber im Winter warmfeuchten Tiefländern: von Portugal bis Kaukasien und Armenien, vom Atlasgebirge bis in die Karpaten und der Balkanhalbinsel.
Ohne die oben erwähnten Strecken zu erreichen, gibt es Transhumanz in Form der alpenländischen Almwirtschaft und dem Sæter in Skandinavien.
Transhumanz ist nicht gleichzustellen mit der Viehzucht von nomadisierenden Völkern oder der Viehhaltung von bäuerlichen Betrieben in Mitteleuropa. Die Transhumanz erfolgt saisonal und spielt(e) sich in der Regel in engen Räumen ab. Selbst wenn zur Erreichung der Weiden mehrere Hundert Kilometer zurückgelegt wurden, kehrten die Hirten mit den Herden immer wieder in ihre Heimatorte zurück.
Transhumance | Trashumancia | Transhumance | Redyk | Transhumanţă
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