Transferleistungen sind in den Wirtschaftswissenschaften Geldmittel oder Sachleistungen, die wirtschaftlich Schwächere von wirtschaftlich Stärkeren erhalten.
Dieser Begriff wird auch in den Geisteswissenschaften angewandt und bezieht sich auf gedankliche Prozesse.
Internationale Transferleistung
Zwischen Staaten eines Staatenbündnisses wie zum Beispiel der
Europäischen Union wird durch Transferleistungen der Versuch unternommen, schwächere
Staaten,
Regionen und Wirtschaftszweige zu unterstützen, dass diese in die Lage versetzt werden, am
Wettbewerb erfolgreich teilzunehmen.
Auch die
Weltbank, der
Internationale Währungsfonds und die
Vereinten Nationen verteilen aus den Beiträgen der
Nettozahler Transferleistungen.
Nationale Transferleistung
Innerhalb einen Staates werden Regionen mit schwächerer Wirtschaftsleistung durch die Zentralregierung oder durch einen Ausgleich unter den Regionen unterstützt.
In
Deutschland dient der
Länderfinanzausgleich dazu, die Leistungsfähigkeit der
Bundesländer auszugleichen.
Persönliche Transferleistung, Sozialtransfer
In den vielen Staaten der Welt werden
Bürger in besonderen
Notlagen durch Geld- und Sachleistungen unterstützt, wenn sie nicht selbst für den eigenen Lebensunterhalt oder den ihrer Kinder sorgen können. Häufige
Risiken wie
Krankheit,
Arbeitslosigkeit und
Altersarmut werden oft durch obligatorische
Versicherungen abgedeckt.
Daneben leisten etliche Staaten in Westeuropa Transferleistungen für Familien mit Kindern (z.b.
Kindergeld) oder zum Erwerb vom
Wohneigentum auch ohne das Bestehen einer Notlage (z.B.
Eigenheimzulage).
Kognitive Transferleistung
In den
Geisteswissenschaften, vor allem in der
Mathematikdidaktik, spricht man von Transferleistung, wenn man Ergebnisse einer
Rechnung benutzt, um ein anderes Ergebnis zu bestimmen, ohne explizit neu zu berechnen. Beispiel: vom Wissen über das Ergebnis von
7+8 kann (Wissen über das
Dezimalsystem vorausgesetzt) sofort auf das von 17+8 geschlossen werden (es sind
zehn mehr).
Die lernstofforientierte Förderpädagogik geht sogar so weit, tieferes Wissen über Mathematik gleichzusetzen mit der Fähigkeit, Transferleistungen zu erbringen – im Unterschied zum sturen Reproduzieren von Ergebnissen. Schülern, die an Dyskalkulie leiden, mangelt es in der Regel völlig an der Fähigkeit, kognitive Transferleistungen zu erbringen.
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