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Das Wort Transduktor bezeichnet in der theoretischen Informatik ganz allgemein Automaten, die eine Quellsprache in eine Zielsprache überführen (übersetzen). Da die formalen Eigenschaften dieser Sprachen variieren können, unterscheidet man verschiedene Untertypen, die im folgenden näher beschrieben werden.

Endlicher Transduktor


Endliche Transduktoren sind endliche Automaten, die zusätzlich eine Ausgabefunktion besitzen. Diese Funktion ist in der klassischen Definition mit den Übergängen und den Endzuständen des Automaten verknüpft. Abbildung 1 zeigt einen auf dem Alphabet {a,b,c,d,e,x} basierenden Transduktor, der jedes Vorkommen von ab in einer Zeichenkette durch ein einzelnes x ersetzt. Aus acabd   beispielsweise wird acxd. Im Zustand 1 kann der Transduktor beispielsweise ein a lesen, dafür ein x ausgeben und in den Zustand 2 übergehen. Zustand 2 ist kein Endzustand, da ja nun ein b gelesen werden muss. Da im Beispielfall das zu Ersetzende und das Ersetzte unterschiedlich lang sind, wird beim Übergang von 2 nach 0 beim Lesen von b das leere Wort ε ausgegeben.

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Mathematische Definition

Ein Transduktor ist ein 6-Tupel < Σ, Γ, Q, q0, δ, ω >, wobei:

  • Σ ist das Eingabealphabet (eine endliche, nicht-leere Menge von Symbolen),
  • Γ ist das Ausgabealphabet (eine endliche, nicht-leere Menge von Symbolen),
  • Q ist eine endliche Menge von Zuständen,
  • q0 ist der Anfangszustand und ein Element aus Q,
  • δ ist die Zustandsübergangsfunktion: δ: Q x Σ ∪ {ε} → 2Q,
  • ω ist die Ausgabefunktion.

Die Ausgabefunktion δ ist diejenige eines nichtdeterministischen endlichen Transduktors, d.h. der Transduktor kann beim Lesen eines Symbols a im Zustand q prinzipiell in mehrere Folgezustände übergehen. Ist der Transduktor hingegen deterministisch, sieht die Ausgabefunktion folgendermaßen aus:

δ: Q x Σ → Q.

Die Ausgabefunktion ist im nichtdeterministischen Fall durch ω: Q x Σ ∪ {ε} x Q → Γ* gegeben. Bei der deterministischen Variante vereinfacht sie sich zu ω: Q x Σ → Γ*.

Oft werden Übergangs- und Ausgabefunktion auch zu einer Übergangsrelation T ⊆ Q x (Σ ∪ {ε}) x Γ* x Q zusammengefasst.

Algebraische Operationen

Die Menge der endlichen Transduktoren ist abgeschlossen unter folgenden Operationen:

Unter Schnitt sind nur azyklische Transduktoren oder solche, die keine ε:x bzw. x:ε-Übergänge besitzen, abgeschlossen.

Nicht abgeschlossen sind Transduktoren unter:

Ferner gibt es einige Optimierungsoperationen für Transduktoren:

  • Entfernung von ε:ε-Übergängen
  • Determinisierung des Eingabebands des Transduktors. Abb. 3 zeigt die deterministische Variante des Transduktors aus Abb. 2 (zu beachten ist, dass dieser Transduktor im strengen Sinne durch seine Epsilon-Übergänge nicht deterministisch ist. Vgl. Subsequentielle Transduktoren). Allerdings können nicht alle Transduktoren, noch nicht mal dienigen, die eine Funktion Σ* → Γ* realisieren, determinisiert werden. Abb. 4 zeigt einen nicht determinisierbaren Transduktor. Dies unterscheidet endliche Transduktoren von endlichen Automaten und hat Konsequenzen für die Entscheidbarkeit des Äquivalenzproblems (s.u.)
  • Eine Teilklasse der Transduktoren erlaubt äquivalente minimale Varianten.
  • Pushing: Verschieben von Ausgabesymbolen soweit wie möglich in Richtung Startzustand. Durch Pushing in Verbindung mit Determinisierung kann eine eindeutige Normalform hergestellt werden.

Korrespondierende Sprachklasse

Die zu endlichen Transduktoren korrespondierende Sprachklasse umfasst die sog. regulären Relationen. Vgl. auch Formale Sprachen , Chomsky-Hierarchie.

Erweiterungen

Subsequentielle Transduktoren

Verwendung von Gewichten

Anwendungen

Siehe auch

Kellertransduktor


Siehe auch

Theoretische Informatik | Automatentheorie

 

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