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Tramadol
 

Tramadol_hcl.pngTramadol ((R,R/S,S)-2-(Dimethylaminomethyl)-1-(3-methoxyphenyl)cyclohexanol) ist ein schwachwirksames Opioid, welches zur Therapie mittelstarker Schmerzen eingesetzt wird.

Tramadol ist in Deutschland u. a. als Tramal®, Tramadolor Hexal im Handel. Es ist verschreibungspflichtig, unterliegt aber nicht dem Betäubungsmittelgesetz.

Wirkung


Tramadol ist ein reiner Agonist und neben Meptazinol das einzige injizierbare Opioid-Analgetikum, das nicht unter das BtMG fällt. Die analgetische Potenz beträgt 0,1. Es ist also 10 mal schwächer als Morphin. Da in einer Ampulle Tramadol 50 oder 100 mg Wirkstoff enthalten sind und in einer Ampulle Morphin 10 mg , wird dieser Wirkunterschied durch die größere Stoffmenge ausgeglichen.

Bei Tramadol oder Tramal handelt es sich um einen teilweisen Agonisten an den μ-Rezeptoren. Ferner wird die präsynaptische Aufnahme von Noradrenalin und Serotonin blockiert, wodurch gleichzeitig eine schmerzstillende und leicht antidepressive Wirkung erzielt wird. Die schmerzlindernde Wirkung von Tramadol lässt sich auf eine Anbindung an die μ-Opioidrezeptoren zurückführen. Daneben beeinflusst Tramadol die Wiederaufnahme und Freisetzung der Neurotransmitter Noradrenalin und Serotonin und wirkt dadurch zusätzlich schmerzlindernd. Es wird rein synthetisch hergestellt und besitzt wie oben beschrieben nur eine schwache Affinität zu den μ-Rezeptoren. Hervorzuheben ist noch die geringe organotoxische Wirkung von Tramadol; ganz im Gegensatz zu anderen Schmerzmitteln (best. Rheumamittel), die in hohem Maße Magen, Darm und andere Organe schädigen.

Dosierung


Die Dosierung der Initialdosis beträgt 1,0 bis 1,5 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Sie wird langsam intravenös injiziert, bei Bedarf Wiederholung der Gabe. Nach ca. 5 bis 6 Minuten setzt die Wirkung ein, das Wirkmaximum ist bereits nach 20 Minuten erreicht und hält etwa drei bis vier Stunden an. Tramadol gibt es ebenfalls in Tablettenform (Kapseln, Brausetabletten, retard-Kapseln) und als Tropfen. Verbreitet in der Schmerztherapie sind die Tropfen. Dosierung bei mäßig starken Schmerzen: Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren als Einzeldosis: 20 Tropfen (entspr. 50 mg Tramadol-HCl). Tritt innerhalb von 30-60 min keine Schmerzbefreiung ein, werden noch einmal 20 Tropfen eingenommen. Ist bei starken Schmerzen ein höherer Bedarf zu erwarten, werden als Einzeldosis 40 Tr. (entspr. 100 mg Tramadol-HCl) eingenommen. Die Wirkung hält je nach Schmerzen 4-8 Std. an. Tagesdosen von 160 Tr. (entspr. 400 mg Tramadol-HCl) brauchen nicht überschritten zu werden (Quelle: Rote Liste).

Nebenwirkungen


Nebenwirkungen wie Schwitzen, Sedierung und Verwirrtheit können auftreten. In therapeutischer Dosierung hat Tramadol wegen seiner μ-Selektivität keinen beachtenswerten Einfluss auf die Atmung und den Pulmonalarteriendruck. Bei zu schneller Injektion wird häufig eine starke Übelkeit beobachtet (Kombination mit Antiemetikum empfehlenswert). Blutdruck und Pulsfrequenz werden ebenfalls kaum beeinflusst.

Bei Applikation von mehreren Opioiden wird Tramadol meistens verdrängt, da die meisten anderen Opioide höhere Affinitäten zu den Opioid-Rezeptoren haben.

Kombination mit anderen Medikamenten


Bei der kombinierten Gabe von Tramadol und einem Benzodiazepin muss besondere Vorsicht und eine ununterbrochene Überwachung gewährleistet sein, da beide Stoffgruppen als Nebenwirkung das Atemzentrum dämpfen und so zum Atemstillstand führen können.

Nicht kombinierbar ist Tramadol mit dem Benzodiazepin Diazepam, sowie Flunitrazepam und Glyceroltrinitrat, da es mit diesen Stoffen ausflockt. Ebenfalls darf es auch nicht mit anderen serotoninergen Medikamenten eingesetzt werden, da es zu einem Serotonin-Syndrom kommen kann. Zu diesen Mitteln zählen auch SSRI-Antidepresiva wie Fluoxetin und Citalopram. In fixer Kombination wird Tramadol mit Paracetamol als Zaldiar (R) 37,5 mg/325 mg von Gruenenthal angeboten.

Gewöhnung und Abhängigkeitspotential


Eine psychische sowie körperliche Abhängigkeit kann sich bei langanhaltendem Konsum entwickeln.

Die Einnahme über einen längeren Zeitraum kann zu einer akkumulierten Freigabe von Dopamin und Noradrenalin führen, sobald das Medikament abgesetzt wird. Dies kann in den ersten zwei bis drei Tagen nach absetzen zu verstärktem Schmerzempfinden und Unwohlsein führen.

Weblinks


Chemische Verbindung | Opioid

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