Ein Inertiales Navigationssystem (INS) dient zur Messung der Orientierungs- und Positionsänderungen aus Beschleunigungsänderungen bewegter Objekte vor allem Flugzeuge, Raumschiffe und Mess-Fahrzeuge.
Hochsensible Beschleunigungsmesser in drei Achsen registrieren Beschleunigungen in den drei Raumrichtungen. Über die Zeit integriert ermitteln sie Geschwindigkeiten und nochmals integriert zurückgelegte Wegstrecken in eben diesen Raumrichtungen. Der kompliziertere Teil des INS ist die Kreiselplattform. Diese Plattform, gestützt durch zwei vollkardanisch aufgehängte Kreisel (Stabile Ebene und stabile Richtung) besitzt im Idealfall (meist durch Reibung verfälscht) absolute Raumstabilität, womit nun eindeutig die Lage des Gefährts im Raum festgelegt werden kann. Diese Raumstabilität führt nun aber bei uns auf der Erde auch zu Problemen. So muss die Drehung der Erde um die Sonne (0,041 deg/h) und die Erddrehung selbst (15 deg/h) kompensiert oder herausgerechnet werden. Der letzte Schritt in der Berechnung ist nun, aus der Beschleunigung, die zunächst mit Kenntnis der Lagewinkel (-> Stabilisierte Plattform: die Beschleunigungssensoren sind im Idealfall stets horizontal ausgerichtet und messen keinen Anteil der Erdschwere, während der Vertikal-Beschleunigungsaufnehmer den kompletten Anteil der Erdschwere misst) von der Erdschwerebeschleunigung befreit werden kann (ca. 9,81 m/s²), und der damit errechneten Geschwindigkeit, diese wieder über die Zeit zu integrieren und mit der, durch den Kreisel gemessenen, Raumlage in Zusammenhang zu bringen. Daraus ergibt sich nun der auf der Erde zurückgelegte Weg. Selbes gilt entsprechend im Weltraum.
Daten die durch ein INS gewonnen werden können:
Komplizierte Algorithmen passen dann noch das Koordinatensystem der Trägheitsplattform an, um die ermittelte Position in ein erdbezogenes Koordinatensystem zu überführen.
Die Inertialnavigation wurde in den 1950er Jahren vom amerikanischen Militär entwickelt und kam erstmals im Atom-U-Boot Nautilus zum Einsatz. Heutzutage ist sie auch in der Luftfahrt und Raumfahrt nicht mehr wegzudenken.
Allerdings ist die Mechanisierung heute nicht mehr als anfällige stabilisierte mechanische Plattform sondern in sog. Strapdown-Technik (engl.: angeschnallt) realisiert. Dabei sind alle drei Drehratensensoren und Beschleunigungsaufnehmer fest mit dem Fahrzeug verbunden und die Lagereferenz wird vollständig analytisch auf einem leistungsfähigen Rechner in Echtzeit bestimmt (sog. Strapdown-Algorithmus).
a) Erdorientierte Plattform: für Luftfahrt und U-Boote, vorherrschend bis etwa 1980. Der Horizont wird durch Regelkreise der Erdkrümmung und Fahrt nachgestellt.
b) Raumorientierte Plattform: für Raketen und Flugkörper, ausgerichtet auf fixe Richtungen im Weltraum oder im Inertialsystem.
c) Fahrzeugorientiert: "Strap Down" (am Fahrzeug "festgeschnallt"), ab etwa 1975 inkl. Laserkreiseln, für Militärflugzeuge; heute auch zu Land vorherrschend. Zusätzlich zu den drei translatorischen Beschleunigungskomponenten werden drei Drehgeschwindigkeitskomponenten gemessen.
Im Betrieb wirken viele Fehlereinflüsse. Die wichtigsten sind Kreiseldrift, Achsnichtorthogonalität, Maßstabs- und Nullpunktsfehler. Sie bewirken ein quadratisches Anwachsen des Ortungsfehlers in der Zeit, was durch Modellierung der Fehler und durch Regelkreise vermindert wird.
Beispiele für Hersteller (in alphabetischer Reihenfolge):
Deutsche Montan Technologie, Essen
GeneSys Elektronik GmbH, Offenburg
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"Inertiales Navigationssystem".
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