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  • tiefstgelegenster See der Erde
  • dritttiefste Kryptodepression
  • tiefste Landstelle der Erde
  • extrem salzhaltig
  • weitgehend bakterielles Leben
Totes Meer
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Daten
Lage Vorderasien
Länder Israel, Westjordanland, Jordanien
Fläche 600 km²
Wasseroberfläche unter 400 m unter NN
Seetiefe ca. 400 m
Seeboden 794 m unter NN
Zuflüsse Jordan
Abflüsse abflusslos
Orte am Ufer En Gedi, Sedom, Al-Mazra
Besonderheiten

Das Tote Meer (hebr. ים המלח Yam HaMelach bzw. „Salzmeer“; Bahr al-Mayyit oder Bahr Lūt, „Meer des Todes“ oder „Meer des Lot“) ist ein See, der vom Jordan gespeist wird. Er grenzt an Israel, das israelisch besetzte Westjordanland und an Jordanien.

Der Name geht vermutlich auf Hieronymus aus dem 4. Jahrhundert zurück. Zuvor wurde der See „Salzmeer“ oder „Asphaltsee“ genannt.

Geographie


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Das Tote Meer bildet einen abflusslosen und rund 600 km² großen Salzsee, der als so genannter „Endsee“ in einer Depression liegt. Diese ist Teil des Jordangrabens, der die nördliche Fortsetzung des so genannten „Großen Afrikanischen Grabenbruchs“ darstellt. Seine Wasseroberfläche wird häufig mit Werten um 396 m unter NN angeben; tatsächlich liegt der Wasserspiegel bei einer fortschreitenden Austrocknung bereits seit einigen Jahren unter -400 Meter. Neueste israelische Karten (2006) zeigen bereits -418 m als Seespiegelhöhe an. Die Küste des Sees bildet damit den tiefsten frei zugänglichen Punkt der Erdoberfläche; das Tote Meer ist der am tiefsten liegende See der Erde, aber nicht der tiefste. Der Grund des Sees liegt bei 794 m unter NN; damit handelt es sich hier um die dritttiefste Kryptodepression der Erde.

Salzgehalt


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Der Salzgehalt des Toten Meers beträgt bis zu 33 Prozent, im Durchschnitt rund 28 Prozent (zum Vergleich: der Salzgehalt des Mittelmeers liegt bei ca. 3 Prozent). Nur der Assalsee in Ostafrika ist mit knapp 35 Prozent noch salzhaltiger.

Das Tote Meer hat keinen Abfluss. Durch das trockene Wüstenklima verdunstet das Wasser, wobei Mineralien, Salze und anderes zurück bleibt und sich im Toten Meer anreichert. Durch den Zufluss von Wasser durch den Jordan und den Entzug von Wasser durch die Verdunstung pegelt sich die Höhe das Wasserspiegels ein.

Interessanterweise ist die Zusammensetzung der Salze im Toten Meer hygroskopisch, d. h., dass eine der Speisungsquellen gewissermaßen die Luftfeuchtigkeit ist. Dies hat zur Folge, dass bei moderaten Temperaturen Wasser aus dem Toten Meer nie ganz verdunstet und sich auch keine Salzkrusten oder -kristalle bilden.

Entgegen seinem Namen ist das Tote Meer biologisch nicht tot, jedoch beschränkt sich das Leben weitgehend auf verschiedene Mikroorganismen, insbesondere auf anaerobe, Salpeter, Schwefel und Cellulose abbauende Bakterien. Auch manche Pflanzen mit großer Salztoleranz, die sog. Halophyten, können in dieser extremen Umwelt überleben.

Durch die ständige Wasserentnahme aus dem Jordan zur Versorgung von Israel und Jordanien mit Trinkwasser ist das Tote Meer von schleichender Austrocknung bedroht. Der Wasserspiegel des Sees sinkt seit Jahren, da die Zuflussmengen bei gleich bleibender Verdunstung abnehmen. Pläne zur Rettung des Toten Meers sehen vor, einen Kanal vom Roten Meer zu graben. Die entsprechende Planung ist bereits angelaufen. Das zugeführte Wasser könnte den Wasserspiegel stabil halten, gleichzeitig könnte das Gefälle zur Energieerzeugung genutzt werden.

Der Global Nature Fund warnt allerdings vor diesen Plänen. Gefahren bestünden zum einen für die Korallenriffe am Golf von Akaba, von wo das für das Tote Meer gedachte Wasser entnommen werden soll. Zum anderen könnte die Vermischung des zehn Mal salzhaltigeren Seewassers mit dem Meereswasser zur großflächigen Gipsbildung im Toten Meer führen.

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Tourismus


Dead sea newspaper.jpg Touristisch interessante Orte am Toten Meer sind Ein Bokek, Neve Zohar, Oase En Gedi sowie Massada, Jericho und die Höhlen von Qumran. Auf der jordanischen Ostseite des Toten Meeres befinden sich auf Lisan-Halbinsel die Orte Numeira und Bab Edh Dhra (bekannter als Dhra). Es gibt Annahmen, dass sie die Städte Sodom und Gomorrha waren, die nach biblischer Überlieferung zerstört wurden. Dhra ist einer der archäologisch ältesten Orte mit Belegen für den frühen Ackerbau (hier 9.500 v. Chr.) Mehr als 20 000 bronzezeitliche Schachtgräber werden hier vermutet, erst wenige sind ausgegraben.

Wichtig für die Region ist auch der Badetourismus. Wegen des fast zehnfachen Salzgehaltes gegenüber anderen Meeren trägt das Wasser jeden Körper wie Schaumpolystyrol, man kann also praktisch nicht untergehen. Da das Salz jedoch schon bei kleinsten Hautverletzungen brennenden Schmerz verursacht, ist erhöhte Vorsicht geboten, zumal die Uferzone verkrustete Steine und scharfkantige Salzstöcke aufweist. Noch schlimmer wird es, wenn Meerwasser in die Augen gerät: der Weg zum nächsten Süßwasserhahn ist meist weit.

Andererseits werden die Mineralien des Toten Meeres nicht nur in vielen Körperpflegeprodukten verarbeitet, sondern haben auch eine heilende Wirkung bei Hautkrankheiten, so dass in manchen Fällen von Schuppenflechte Kuraufenthalte auch von deutschen Krankenkassen bezahlt worden sind.

Wasserspiegel


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Der gegenwärtige Wasserpegel beträgt 417 m uNN und sinkt seit den 1980er jährlich um etwa einen Meter. Das Absinken des Wasserpegels ist menschlichen Ursprungs und wird durch das Ableiten des Jordanwassers für die Trinkwasserversorgung und die Landwirtschaft verursacht. In den vergangenen 30 Jahren ist die Oberfläche des Sees um rund ein Drittel geschrumpft. Bis zum Jahr 2020 wird ein Rückgang des Wasserstandes auf 430 m uNN prognostiziert. Es wird gemutmaßt, dass der Pegel um 2000 v. Chr. mit 250 m uNN am höchsten stand.

In den 1930er Jahren strömten jährlich ca. 1300 Mio. m³ Wasser ins Tote Meer, heute sind es noch etwa 350 Mio. m³. Da das Tote Meer auszutrocknen droht ist es von der Umweltstiftung Global Nature Fund zum „Bedrohten See des Jahres 2006“ ernannt worden. Zur Aufrechterhaltung eines gewissen Wasserpegels planen Israel und Jordanien den Bau eines 300 km langen und fünf Milliarden US-Dollar teuren Kanal vom Roten Meer zum Toten Meer.

Siehe auch


Weblinks


Geographie (Jordanien)

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