Das Wort Totem stammt aus der Algonkin-Sprache des südlichen Kanada und bedeutet "Verwandtschaft, Familienabzeichen oder auch persönlicher Schutzgeist". Totem bezeichnet etwas Ähnliches wie heute der Nachname, schließt aber eine animistische Vorstellungswelt und eine besondere Form der Verwandtschaftsbeziehung mit ein (siehe auch Totemismus). Er ist ein wesentliches Merkmal etlicher (aber nicht aller) alten Gesellschaften und wurde insbesondere durch einige Indianergruppen in Nordamerika und die Aborigines in Australien bekannt.
Der Totem wird als Wesen empfunden, von dem die Person abstammt - also der Urahn eines Menschen oder seiner Gruppe. Der Totem ist daher auch eine Art Schutzgeist, meist eine Pflanze oder ein Tier, die für die Gesellschaft eine bestimmte Bedeutung hat. Manchmal stellen Totems auch Naturerscheinung, Berge, Steine oder Flüsse dar.
Für den Totem muss die Person bestimmte Tabus respektieren, Regeln, deren Missachtung als Inzest oder schweres Vergehen bestraft wurden - zumeist mit dem Tod oder dem Ausschluss aus der Gesellschaft. In aller Regel durften Totems weder getötet noch verletzt oder gegessen werden, aber hier gibt es auch Ausnahmen. In Zeiten großer Not durften die Totem-Tiere beispielsweise nur noch von Personen getötet werden, die diesem Totem angehören.
Ein Totem hat ein Mensch immer von Geburt an. Je nachdem ob die Verwandtschaftszurechnung patrilinear oder matrilinear ist, erbt man das Totem von der väterlichen oder der mütterlichen Linie. In Zentralafrika kommt es jedoch bei matrilinearen Klans auch vor, dass zwar das Totem vom Matriklan übernommen wird, dass aber das wichtigere Totem vom Patriklan kommt.