Patrick_Roy 1999.jpg: Ein Eishockeytorwart]] Der Torwart (Torhüter, Tormann, Keeper; Schweiz. Goalie) ist ein Mitspieler einer Mannschaftssportart. Er ist der defensivste Spieler seiner Mannschaft und seine Hauptaufgabe besteht darin, zu verhindern, dass das Spielgerät (z. B. ein Ball) ins Tor der eigenen Mannschaft gelangt. Daher wird er auch Torhüter genannt.
Torwarte haben in den meisten Sportarten Sonderrechte gegenüber anderen Spielern. Beim Fußball z. B. darf der Torwart die Hand benutzen. Außerdem trägt der Torwart in der Regel eine spezielle Kleidung und Ausrüstung, die ihn optisch von den anderen Spielern unterscheidet, bestimmte Schutzfunktionen erfüllt (z. B. der Torwarthelm beim Eishockey / Hockey) und ihn in seiner speziellen Aufgabe unterstützt (z. B. erhöhte Fangsicherheit durch spezielle Torwarthandschuhe im Fußball).
Manche Torhüter interpretier(t)en ihre Aufgabe aber auch - zur Freude der Zuschauer und teilweise zum Verdruss der Trainer/Mitspieler - anders. So war Petar Radenkovic bekannt für seine weiten Ausflüge, José Luis Chilavert aus Paraguay führte regelmäßig die Freistöße seiner Mannschaften aus und schoss auch Strafstöße; ihm gelangen über 60 Tore. In der Bundesliga machte sich Hans-Jörg Butt als Elfmeterschütze einen Namen, dies führt dazu, dass bei Elfmetern die Fans lautstark "Butt, Butt, Butt" rufen. Am 30. Mai 2006 erzielte in der 63. Minute des WM-Testspiels Polen gegen Kolumbien der kolumbianische Torwart Luis Enrique Martínez einen besonders kuriosen Treffer per Abschlag: Aus rund 90 Metern ließ sein polnischer Gegenüber Tomasz Kuszczak den Ball, der kurz vor der Strafraumgrenze aufsetzte und dann im Bogen über ihn flog, ohne zu reagieren ins Netz fliegen.
In besonders knappen Spielen kommt es auch immer wieder vor, dass der Torwart der zurück liegenden Mannschaft in den letzten Spielminuten bei Standardsituationen mit in den gegnerischen Strafraum geht, um dank seiner Körpergröße und Spungkraft an den Ball zu kommen und entweder direkt ein Tor zu erzielen oder den Ball zu einem Mitspieler weiter zu leiten.
Nachdem in den 70er-Jahren das Elfmeterschießen den Losentscheid abgelöst hatte, erhielten die Torleute in vielen wichtigen Spielen eine weitere bedeutende Rolle. Manche Mannschaften bauten auf den Fähigkeiten ihres Torwarts sogar ihre Strategie auf, so z. B. Argentinien bei der WM 1990. Bei Weltmeisterschaften wurden die meisten Elfmeter im Elfmeterschießen von Harald Schumacher/Deutschland (1982/1986) und Sergio Goycochea/Argentinien (1990) gehalten. Beide konnten jeweils 4 Elfmeter abwehren und hatten damit ihren Anteil daran, dass Argentinien und Deutschland bei Weltmeisterschaften aus ihren Elfmeterschießen als Sieger hervorgingen. Im Viertelfinale der WM 2006, Portugal gegen England, hielt Ricardo Pereira als erster Torhüter bei einer WM 3 Elfmeter im Elfmeterschießen.
Deutschland gehört zu den Ländern mit vielen herausragenden Torhütern, so dass das deutsche „Torwartproblem“ meistens darin bestand, aus mehreren sehr guten einen auszuwählen. Insbesondere während der WM 1986 (Schumacher vs. Stein) und vor der WM 2006 (Lehmann vs. Kahn) führte das zu Konflikten.
Da die guten Torhüter vielfach lange Zeit in ihrer Nationalmannschaft spielen, gehören viele zu den Rekordnationalspielern ihres Landes. Absoluter Rekordhalter ist Mohammad Al-Deayea, der Torhüter von Saudi-Arabien mit derzeit 181 Länderspielen.
Der erfolgreichste Torhüter in Bezug auf WM-Titel ist Gilmar, er wurde mit Brasilien 1958 und 1962 Weltmeister. Zweimal im WM-Endspiel standen ferner Fabien Barthez (1998 und 2006, 1 Sieg), Claudio Taffarel (1994 und 1998, 1 Sieg), Harald Schumacher (1982 und 1986) und Jan Jongbloed (1974 und 1978). Die meisten Spiele ohne Gegentor bei Weltmeisterschaften erlebte Peter Shilton, in 10 Spielen zwischen 1982 und 1990 kassierte er kein Gegentor, einen EM- oder WM-Titel konnte er aber nie erringen. Pech hatte er im Viertelfinalspiel bei der WM 1986 als ihn Maradona mit Hilfe der „Hand Gottes“ überlistete. Bei der WM 2006 kassierte der Schweizer Pascal Zuberbühler als einziger WM-Torwart, der während der ganzen Spielzeit aufgestellt war, ausser beim Elfmeterschiessen kein einziges Gegentor. Drei Torhüter wurden sowohl Welt- als auch Europameister: Dino Zoff (EM 1968, WM 1982), Sepp Maier (EM 1972, WM 1974) und Fabien Barthez (WM 1998, EM 2000).
Siehe auch: Welttorhüter
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