Tongyong Pinyin (chinesisch: 通用拼音; Pinyin: Tōngyòng Pīnyīn; wörtlich: "Allgemein verwendete Lautschrift") ist die im Jahre 2000 offiziell in der Republik China (Taiwan) eingeführte Lautumschrift (oder Romanisierung) der chinesischen Sprache. Die durch die Tongyong Pinyin-Umschrift angegebene Aussprache basiert ebenso wie Hanyu Pinyin auf dem Peking-Dialekt. Etwa 80 Prozent der Silben des Tongyong Pinyin sind mit den entsprechenden Silben in der Schreibweise des Hanyu Pinyin identisch.
Tongyong Pinyin ist eine 1998 von Yu Bor-chuan (余伯泉, Yú Bóquán) weiterentwickelte Version der Lautumschrift Mandarin Phonetic Symbols II, an der seitdem jedoch einige weitere Modifikationen vorgenommen wurden.
Besonderheiten des Tongyong Pinyin sind:
Ein Kritikpunkt an Tongyong Pinyin ist die Wiedergabe mehrer Anlaute (welche im Zhuyin unterschieden werden) durch die Buchstaben c und s. Ein anderer Punkt ist, dass bei der Verwendung Hanyu Pinyin jede chinesische Silbe mit gleich vielen oder sogar weniger Anschlägen auf der Computertastatur eingegeben werden kann. Sicherlich ist das größte Hindernis für eine größere Akzeptanz von Tongyong Pinyin, dass für die Transskription der chinesischen Hochsprache bereits Hanyu Pinyin als Standard in der Volksrepublik China und als international anerkannter ISO-Standard festgelegt ist. Hanyu Pinyin ist auch ein wichtiges Hilfsmittel für den Großteil derjenigen, die Chinesisch lernen oder in China geschäftlich tätig sind. Befürworter des Tongyong Pinyin führen als Argument an, dass in ihrem System auf Buchstaben wie q und x verzichtet wird, welche Nichtmuttersprachlern keinen Hinweis auf die Aussprache der so dargestellten Laute liefern.
Selbst in Taiwan stieß das von der hierfür vom dortigen Bildungsministerium eingesetzten Kommission Anfang Oktober 2000 als nationaler Standard vorgeschlagene und vom dortigen Bildungsminister Ovid Tzeng (曾志朗) Ende Oktober dem Kabinett (Exekutiv-Yuan) vorgelegte Tongyong Pinyin-Konzept auf Ablehnung. Außerdem löste es eine politische Kontroverse aus, welche zu einem großen Teil mit den unterschiedlichen Vorstellungen der dortigen politischen Gruppierungen bezüglich der nationalen Identität in Zusammenhang stand. Im August 2002 wurde Tongyong Pinyin zwar offiziell eingeführt, jedoch ist die entsprechende Verordnung für die lokalen Verwaltungen nicht verbindlich. Einige von der Kuomintang geführten Städte – hier ist vor allem Taipeh zu nennen - beschlossen, auf örtlichen Beschilderungen statt dessen Hanyu Pinyin zu verwenden. Dies macht die Verwendung der verschiedenen Umschrift-Systeme sehr unübersichtlich, da, je nach dem, wo man sich befindet und von welcher Behörde die Beschilderung angebracht wurde, dieselben chinesischen Bezeichnungen unterschiedlich geschrieben werden. Da keine Einigung in dieser Frage erzielt werden konnte, beschloss im Jahr 2003 das Bildungsministerium, zur Wiedergabe der Aussprache der chinesischen Zeichen in den Grundschulen künftig Hanyu Pinyin zu verwenden.
Von Tongyong Pinyin wurde auch eine Version für das Taiwanische (台語音標版) entwickelt, in welcher der Buchstabe f wegfällt, jedoch ein zusätzlicher Buchstabe v (für 万) ergänzt wurde.
Chinesische Schrift | Transkription
Tongyong Pinyin | 通用ピン音 | 通用拼音
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