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Tonga besteht aus über hundert Inseln und Atollen im Pazifik östlich von Fidschi, südlich von Samoa und nördlich von Neuseeland. In einer Proklamation am 24. August 1887 bestimmte König George Tupou I., dass Tonga zwischen 15° und 23,5° südlicher Breite und 173° und 177° westlicher Länge (und damit westlich der Datumsgrenze) liegt.
Am 15. Juni 1972 legte König Taufa'ahau Tupou IV. fest, dass das Gebiet des Nördlichen und des Südlichen Minerva-Riffs (Teleki Tokelau und Teleki Tonga) und alles in einem Umkreis von zwölf Seemeilen ebenfalls zum Hoheitsgebiet Tongas gehört. Beide Riffe liegen etwa bei 23°70 südlicher Breite und 179° westlicher Länge südöstlich der im Süden Tongas liegenden Insel 'Ata.
Tonga liegt mit seinen vielen Vulkaninseln im Gebiet des Pazifischen Feuerrings. Östlich Tongas liegt der bis 10.882 m tiefe Tongagraben. Hier taucht die Pazifische Platte westwärts mit 15 bis 24 cm pro Jahr unter die Australische Platte und bildet eine Subduktionszone. Die durchschnittliche Wassertiefe beträgt deshalb in etwa nur 500m, weshalb Koralleninseln wie Tongatapu hier entstehen können. Hauptstadt und größte Stadt des Landes ist Nuku'alofa.
Siehe auch: Liste der Orte in Tonga
Tonga hat etwa 110.000 Einwohner, die zu 98 % Polynesier sind. Die übrigen Einwohner sind meist Europäer oder Chinesen. Ein großer Teil der tongaischen Bürger lebt permanent im Ausland, vor allem in Australien, Neuseeland und den USA.
Der überwiegende Teil der Tongaer ist Mitglied einer christlichen Religionsgemeinschaft. Vorherrschende Konfessionen sind dabei die Free Wesleyan Church, die Römisch-Katholische Kirche, die Free Church of Tonga und die Church of Tonga. Tonga hat außerdem auch prozentual den weltweit größten mormonischen Bevölkerungsanteil.
Die Menschen aus Tonga essen gerne, viel und vor allem traditionell sehr fett (Yams und Kokosöl). Obwohl dicke Menschen auf Tonga noch immer als schön gelten und das Gesunde verkörpern, führte der Staat ein Programm zur Ernährungsberatung ein und animierte die Bevölkerung zu mehr Sport. Notwendig wurde das, weil rund 58 Prozent der Männer und 75 Prozent der Frauen einen Body Mass Index aufwiesen, der weit über 30 lag. Damals initiierte Taufa'ahau Tupou IV. auch einen nationalen Wettbewerb, in dem der Tongaer mit der größten Gewichtsreduktion 500 Dollar gewann. Dem 1918 geborenen König gelang es selber in den frühen 90ern sein Gewicht um 70 Kilogramm auf etwa 210 Kilogramm zu reduzieren. * Marisa Pavlik: Tongan king gives health talk, Juli 2001.
Im zwölften Jahrhundert waren die Tongaer und ihr oberster Häuptling, der Tu'i Tonga, im gesamten pazifischen Raum von Niue bis Tikopia bekannt. Einige Historiker sprechen von einem tongaischen Imperium, die Beschreibung als ein Netz aus Seefahrern, Häuptlingen und Abenteurern trifft den Zustand wohl besser. Im 15. Jahrhundert und dann im 17. Jahrhundert brachen immer wieder Stammesfehden aus. Zu diesem Zeitpunkt kam es zu ersten Kontakten mit Europäern: 1616 mit den holländischen Entdeckern Willem Schouten und Jakob Le Maire, die bei ihrem ersten Kontakt leider einen Tongaer vor Niuatoputapu erschossen *, 1643 mit Abel Tasman (der ein wenig Handel mit den Einheimischen trieb), später um 1773 vor allem aber auch mit James Cook, der die Inseln in der Folge noch zwei weitere Male besuchte (1774 und 1777). 1781 erreichte Francisco Maurelle Vava'u. Erste Missionare folgten zwanzig Jahre später, eine wichtige Rolle sollte der Methodist Walter Lawrey spielen, der aber erst 1822 nach Tonga kam.
Die tongaischen Stammesfehden auf allen Inseln von 1799 bis 1852 endeten durch die Einigung Tongas unter Siaosi Taufa'ahau Tupou. Er vereinte alle Inseln Tongas 1845 zum ältesten polynesischen Königreich. Siaosi Taufa'ahau Tupous Frau entstammte der Königslinie der Tu'i Kanakopulu. Er ließ sich später im Zuge der Christianisierung auf den Namen König George Tupou I. taufen. 1875 wurde Tonga unter Mithilfe des Missionars Shirley Waldemar Baker zu einer konstitutionellen Monarchie. Tonga wurde am 18. Mai 1900 im Rahmen eines Freundschaftsvertrages zu einem britischen Protektorat. Tonga ist ein eigenständiges Mitglied im Commonwealth und seit 1999 auch Mitglied der Vereinte Nationen. Es ist bis heute die einzige (konstitutionelle) Erbmonarchie im gesamten polynesischen Pazifikraum und hat sich Kolonialisierungsbestrebungen immer widersetzen können - eine Tatsache, die viele Tongaer mit Stolz, aber auch mit Vertrauen in ihr Regierungssystem erfüllt.
Royal Palace in Tonga.jpg]] Tonga ist eine konstitutionelle Monarchie, und die Verfassung räumt dem König größere Befugnisse ein als beispielsweise den englischen Monarchen. Der Respekt vor der königlichen Herrschaft existiert noch weitgehend unverändert wie in vergangenen Jahrhunderten, damals gegenüber dem als heilig erachteten obersten Häuptling Tu'i Tonga. Kritik an der Monarchie wird als untongaisch und schlicht unhöflich abgelehnt. König Taufa'ahau Tupou IV., direkter Nachfahre des ersten Königs lebt mit seiner Familie, einigen einflussreichen Adligen sowie der wachsenden nicht-adligen Elite in relativem Reichtum, während die restliche Bevölkerung vergleichsweise arm ist. Die Auswirkungen dieser Ungleichheit werden durch drei Faktoren gemildert: Bildung, medizinische Versorgung und Landbesitz.
Tonga hat ein gut ausgestattetes Erziehungssystem, das freien Zugang zu Bildung ermöglicht. Für alle Kinder bis zum zwölften Lebensjahr besteht Schulpflicht, die Gebühren für weiterführende Schulen sind gering und es gibt Stipendien für eine weitere Ausbildung im Ausland. Die Alphabetisierungsrate beträgt 98 %, und universitäre Abschlüsse sind verbreitet.
Außerdem gibt es freien Zugang zu medizinischer Versorgung. Die Verfassung verbietet Ausländern Landerwerb (allerdings können sie welches pachten). Es gibt einen Landmangel auf der dichter besiedelten Hauptinsel Tongatapu, auf den übrigen Inseln steht jedoch meistens Ackerland frei. Die Mehrheit der Bevölkerung produziert Lebensmittel zum Eigenbedarf, etwa die Hälfte produziert ihre Grundnahrungsmittel durch Ackerbau, Fischerei und Viehzucht selbst. Frauen und Männer haben gleichen Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung, auch die Beschäftigungszahlen sind annähernd gleich, aber Frauen werden beim Landbesitz benachteiligt, da er nur Männern gesetzlich zusteht. Im Parlament war erst eine Frau vertreten.
Häuslicher Missbrauch und Vergewaltigungen sind Probleme, sie werden meist auf örtlichem, familiärem Niveau behandelt, Prostitution existiert meist in armen Ortschaften (z.B. in Popua, Kontakt in Discos, oder privaten Partys). Transsexuelle Fakaleiti und homosexuelle Männer werden akzeptiert und bei der Miss-Galaxy-Wahl, der als Schirmherrin Lupepau'u'u, Enkelin des Königs und Honorarkonsulin von China, vorsteht, gefeiert. Die Anzahl der Gewaltstraftaten ist gering, aber ansteigend, was in der Öffentlichkeit auf die Rückkehr von im Ausland aufgewachsenen Tongaern zurückgeführt wird.
Es gibt eine demokratische Bewegung auf Tonga, die für eine Reform des bestehenden Systems, insbesondere eine bessere Vertretung der einfachen Bevölkerung und größere Transparenz im Staatswesen eintritt. Eine Abschaffung der Monarchie gehört nicht zu ihren Zielen. Die Monarchie selbst genießt große Unterstützung in der Bevölkerung, auch wenn Reformen angemahnt werden. Bis vor kurzem wurde der Umstand, dass Tonga keine Demokratie ist, von ausländischen Regierungschefs ignoriert, es zeichnet sich aber ein Kurswechsel oder zumindest Kritik an einigen Regierungshandlungen vor allem von Seiten Australiens und Neuseelands ab, den größten Nachbarn und Geberländern.
Dem Beispiel seiner Mutter, Königin Salote, und dem Rat ausländischer Berater folgend hat die Regierung unter König Taufa'ahau Tupou IV. die Wirtschaft monetarisiert, die medizinische Versorgung und das Bildungssystem an internationale Standards angepasst und der Bevölkerung Zugang zu materiellem Wohlstand (in Form von Wohnungen, Autos und anderen Gütern), Bildung und Auslandsreisen verschafft. Die Regierung unterstützt olympische und andere Sportereignisse und hat Soldaten für UN-Friedensmissionen (vor allem in Bougainville) zur Verfügung gestellt.
Allerdings hat die Regierung auch einige fragwürdige ökonomische Entscheidungen getroffen und Geld in exzentrische Projekte gesteckt, wie die Suche nach Erdöl in Gegenden, wo es laut Geologen kein Erdöl gibt, Überlegungen, Tonga als Endlager für radioaktiven Müll zu nutzen (vom derzeitigen Kronprinzen), den Verkauf von tongaischen Pässen, die Zulassung von ausländischen Schiffen, die dann in illegale Aktionen verwickelt waren, Vermietung von "Parkpositionen" für Erdsatelliten im All an andere Staaten, deren Gewinne in die Taschen der Prinzessin und nicht des Staates fließen, das langfristige Chartern einer unbrauchbaren Boeing 757 und den Aufbau eines Flughafenhotels mit angeschlossenem Casino gemeinsam mit einem von Interpol gesuchten Kriminellen.
Der König scheint einen Hang zu spekulativen Großprojekten, die einen hohen Gewinn versprechen, zu besitzen. Er hat bereits mehrere Millionen an einen Finanzberater verloren, der sich selbst als königlichen Hofnarr bezeichnet hat. Die Polizei hat zwei Führer der demokratischen Bewegung verhaftet und die Regierung hat wiederholt die Tongan Times (eine Zeitung, die in Neuseeland gedruckt und in Tonga verkauft wird) konfiszieren lassen, als sie die Fehltritte des Königs angeprangert hat. Die Zeitung Kele'a, Sprachrohr der pro-demokratischen Bewegung um 'Akilisi Pohiva und schärfster Kritiker der Regierung, wurde jedoch nicht zensiert, wohingegen Pohiva selbst immer wieder vor Gericht erscheinen musste.
Mitte 2003 trat ein Verfassungszusatz in Kraft, der die Presse „tongaisieren“ sollte, sie in Wahrheit aber beschränkte. Als Rechtfertigung wurden traditionelle tongaische Werte herangezogen. Um eine Presselizenz zu erhalten, ist es nun unter anderem notwendig, dass sich die Zeitung zu mindestens 80 % im Besitz eines auf Tonga lebenden Tongaers befindet. Unter denjenigen Zeitschriften, die keine Lizenz erhalten haben, befanden sich die Taimi 'o Tonga (Tongan Times), die Kele'a und die Matangi Tonga, während alle Zeitschriften mit Lizenz kirchlich oder royalistisch geprägt sind.
Das Gesetz stieß auf heftigen Widerstand, unter anderem fand ein Protestmarsch mit mehreren tausend Teilnehmern in der Hauptstadt statt, der Tu'i Pelehake (ein Neffe des Königs und gewähltes Mitglied im Parlament) hat Australien und andere Länder aufgefordert, Druck auf Tonga auszuüben, um die Demokratisierung voran zu treiben, und es gab eine Unterschriftensammlung, die dazu aufforderte, die Vorgänge rechtlich zu untersuchen. Unter den 160 Unterzeichnern befanden sich auch sieben der insgesamt neun Volksvertreter.
Diese Politik der harten Hand und weitere Ausrutscher überschatten das ansonsten positive Lebenswerk des Königs und die positiven Reformen seines beliebten Sohnes und Premierminister Prinz 'Ulukalala Lavaka 'Ata. Der Kronprinz Tupouto'a und die königliche Prinzessin Pilolevu haben sich bei diesem Thema bemerkenswerterweise zurückgehalten. Insgesamt haben diese Maßnahmen das Gemeinwesen und den Zusammenhalt geschwächt, aber auch den Druck auf die Monarchie erhöht, demokratischen Elementen größeren Raum zu geben.
| Regierungszeit | Name |
|---|---|
| 1875 — 1893 | König George Tupou I. |
| 1893 — 1918 | König George Tupou II. |
| 1918 — 1965 | Königin Salote Tupou III. |
| seit 1965 | König Taufa'ahau Tupou IV. |
siehe auch: Liste der Premierminister von Tonga
Zuständige diplomatische Vertretung der Bundesrepublik Deutschland und der Schweizerischen Eidgenossenschaft ist die jeweilige Botschaft in Wellington (Neuseeland), für die Republik Österreich die Botschaft in Canberra (Australien). Für Deutschland, Österreich und die Schweiz zuständige tongaische Vertretung ist die Botschaft des Königreichs Tonga in London (Vereinigtes Königreich). Für Deutschland gibt es auch folgende Adresse (neue Adresse seit Januar 2006): Honorarkonsulat des Königreichs Tonga, Kalkumer Schlossallee 46, 40489 Düsseldorf, Tel.: 0211 / 2 00 66 92, Fax: 0211 / 2 00 66 93
Tonga ist in fünf Verwaltungseinheiten (Divisions) unterteilt (in Klammern die Hauptstadt): Eua (Ohonua), Ha'apai (Pangai), Tongatapu (Nuku'alofa), Vava'u (Neiafu). Die fernen, 650 km nördlich von Tongatapu und 250 km nördlich von Vava'u liegenden Inseln Niuatoputapu und Niuafo'ou gehören zur Division Niuas und werden von der Hauptstadt Hihifo auf Niuatoputapu aus verwaltet.
| Datum | Name | Deutscher Name |
|---|---|---|
| 1. Januar | New Year´s Day | Neujahrstag |
| 29. März | Good Friday, variabel | Karfreitag |
| 1. April | Easter Monday, variabel | Ostermontag |
| 25. April | ANZAC Day | Australischer Feiertag - Tongaische Soldaten kämpften in der Australischen Armee. |
| 4. Mai | Crown Prince´s Birthday | Kronprinz Geburtstag |
| 4. Juni | Emancipation Day | Unabhängigkeitstag |
| 4. Juli | King´s Birthday (Beginn der Heilala Woche, der Tag innerhalb Samstag-Samstag) | Geburtstag des Königs (König Taufa'ahau Tupou IV.) |
| 4. November | Constitution Day | Tag der Verfassung |
| 4. Dezember | King Siaosi Tupou I. Day | König Georg Tupou I. Tag |
| 25. Dezember | Christmas Day | 1. Weihnachtstag |
| 26. Dezember | Boxing Day | 2. Weihnachtstag |
Siehe Tongaische Sprache
Volkssport in Tonga ist Rugby. Rund 20 % der Bevölkerung übt diesen Sport aktiv aus. Die Rugby-Nationalmannschaft qualifiziert sich regelmäßig für die alle 4 Jahre stattfindende Weltmeisterschaft (zuletzt 2003 in Australien, die nächste findet 2007 in Frankreich statt). In der neuesten Weltrangliste nimmt der Inselstaat Rang 17 ein.
Tonga hat allerdings im Sport mit vielen Problemen zu kämpfen. Aufgrund des Fehlens von Großbetrieben kann kaum Sponsorgeld für den Sport lukriert werden, was ein professionelles Arbeiten leider unmöglich macht, besonders in der Jugendarbeit fehlt viel Geld. Dies machen sich Australien und Neuseeland zunutze. Diese beiden Länder ködern die besten Spieler aus Tonga (und den anderen Inselstaaten) mittels Sportstipendien, geben ihnen die jeweilige Staatsbürgerschaft, wodurch die Inseln ihre besten Spieler verlieren.
Tonga ist es in den letzten Jahren gelungen, eine hochmoderne Rugbyarena zu bauen, diese steht allerdings die meiste Zeit leer. Es gibt kaum Gegner, welche sich bereit erklären, die weite Reise nach Tonga auf sich zu nehmen. Australien und Neuseeland weigern sich, überhaupt Spiele gegen die Inselstaaten auszutragen. Um dennoch internationale Spiele austragen zu können, wurde vor einiger Zeit das Turnier "Pacific Tri Nations" gegründet, in dem die Nationalteams von Tonga, Samoa und Fidschi gegeneinander antreten.
In der südlichen Hemisphäre gibt es zwei anerkannte Rugby-Bewerbe - die "Super 14 League" (jeweils fünf Vereine aus Neuseeland und Südafrika, sowie vier aus Australien) und das Tri-Nations-Turnier (die Nationalteams der drei Länder). In beiden Wettbewerben wird Tonga trotz mehrmaligem Ersuchen nicht aufgenommen.
Staat | Land in Australien und Ozeanien | Monarchie (Staat) | Tonga
Tonga | تونجا | Тонга | Tonga | Tonga | Tonga | Τόνγκα | Tonga | Tongo | Tonga | Tonga | Tonga | تونگا | Tonga | Tonga | Tonga | טונגה | Tonga | Tonga | Tonga | Tonga | Tonga | Tonga | トンガ | 통가 | Tonga | Tonga | Tonga | Tonga | Tonga | Tonga | Tonga | Tonga (land) | Tonga | Tonga | Tònga | Tonga | Tonga | Tonga | Тонга | Tonga | Tonga | Tonga | Tonga | Tonga | Tonga | Тонга | Tonga | ประเทศตองกา | Tonga | Tonga | Tonga | تونگا | Тонга | 東加 | Tonga