Eine Tonart ist in der tonalen Musik eine Stufenfolge von Tönen (Tonleiter), die auf einem gegebenen Grundton (Tonika) aufgebaut ist. Die Tonart bestimmt somit eine Untermenge von Tönen aus der Obermenge der chromatischen Tonleiter.
Beispiele für Tonarten:
Dieser Artikel behandelt das Konzept der Tonart in der abendländischen Musik, basierend auf den Tonleitern Dur, Moll und den Kirchentonarten. Jedoch auch in nicht-abendländischen Tonsystemen, die andere Tonleitern verwenden, zum Beispiel der klassischen arabischen oder indischen Musik, gibt es Tonarten. Siehe Mugam, Maqam oder Raga.
Die meisten Musikstücke stehen in einer bestimmten Tonart, d. h. die wichtigsten Abschnitte (vor allem Anfang und Schluss) lassen sich dieser Tonart zuordnen. Mit Techniken wie Modulation und Rückung werden innerhalb eines Stücks die Tonarten gewechselt.
Die Versetzung von Musik in eine andere Tonart (gleiche Tonleiter, aber anderer Grundton), zum Beispiel zu konkreten Aufführungszwecken, heißt Transposition. Da die Tonleiter bei der Transposition dieselbe bleibt (Dur bleibt Dur, Moll bleibt Moll usw.), ändert sich der wesentliche Charakter des Stückes nicht; Menschen ohne absolutes Gehör können wohl die Stimmung, aber nicht kleinere Variationen in der absoluten Tonhöhe wahrnehmen. Im Gegensatz zur Volks- und Unterhaltungsmusik werden in der Klassischen Musik häufig nicht-gleichstufige Stimmungen verwendet, weshalb die Tonart bei klassischen Stücken wesentlich ist und oft auch im Namen des Stücks genannt wird (z. B. Beethovens Klaviersonate Nr. 21 C-Dur op. 53).
Die Notation der Tonart durch Vorzeichen ist nur für die Kirchentonarten, darunter die beiden heutigen Hauptvertreter Dur und reines Moll, üblich. Bei der Verwendung anderer Tonleitern (z. B. Harmonisch-Moll oder Skalen aus der osteuropäischen, jüdischen oder arabischen Musik) wird statt dessen ein Versetzungszeichen oder Auflösungszeichen für diejenigen Noten geschrieben, die von der zuvor (eigentlich falsch) notierten Tonart abweichen. Hierin spiegelt sich die Fixierung der neuzeitlichen abendländischen Musik auf die Dur- und die reine Moll-Tonleiter wider.
Ohne Vorzeichen
Kreuz-Tonarten
b-Tonarten
Die Tonarten Cis-Dur, Dis-Dur, Gis-Dur, Ais-Dur, des-Moll, as-Moll, ges-Moll und ais-Moll werden normalerweise nicht verwendet, weil ihre Notation mehr als sechs Kreuze oder bs erfordern würde. Statt dessen verwendet man die zu ihnen enharmonisch verwechselten Tonarten.