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Plattenspieler_Top_View_Tonarm_2.jpg Der Tonarm eines Plattenspielers dient zur Befestigung des Tonabnehmers und zur exakten Führung des Tonabnehmers in der Rille einer Schallplatte.

Die am meisten verbreitete Bauart ist der Radialtonarm, bei dem der Tonarm um einen Punkt drehbar gelagert ist. Der seltener zu findende Tangentialtonarm, bei dem sich der Tonarm parallel zum Radius des Plattentellers bewegt, vermeidet zwar einige prinzipbedingte Nachteile des Radialtonarms wie z.B. Spurfehler, ist aber technisch deutlich aufwändiger.

Hauptkomponenten des Tonarms sind der Arm selbst, entweder als gerader oder bei Radialtonarmen auch als s-förmig ausgeführter Arm, der Befestigungsmechanismus für den Tonabnehmer, das Gegengewicht, mit dem der Tonarm auf unterschiedliche Tonabnehmergewichte und Auflagekräfte eingestellt werden kann, und bei Radialtonarmen eine sog. Anti-Skating-Vorrichtung.

Radialtonarm

TA_Lagerung_Detail.jpg

Die Lagerung eines Radialtonarms führt prinzipbedingt dazu, das der Tonabnehmer bei seinem Weg über die Platte keinen konstanten Winkel zur Rille der Platte einnimmt. Dadurch entstehen beim Abspielen unterschiedlich starke Verzerrungen je nach Position des Tonabnehmers auf der Platte.

In der Praxis wird der Tonarm und der Tonabnehmer so eingestellt, das der Tonabnehmer an zwei Positionen auf der Platte (bei Radius 66,0 und 120,9 mm) exakt tangential zur Rille steht, um die Verzerrungen, die durch den "Spurfehlwinkel" entstehen über die gesamte Plattenseite zu minimieren.

Tangentialtonarm

Bei einem Tangentialtonarm ist der Tonarm nicht drehbar gelagert, sondern wird tangential zur Plattentellerachse in gerader(linearer Richtung) mitbewegt. Hauptvorteil eines Tangentialtonarms ist, das die Nadel im Idealfall immer exakt tangential zur Rille liegt. So treten weniger Verzerrungen auf, weil die Nadel im gleichen Winkel abtastet, wie der Schneidestichel, der beim Herstellen der Platte die Rille formt. Um dies zu erreichen ist jedoch eine sehr empfindliche Führung des Tonarms notwendig, so dass Tangentialtonarme die diesen Vorteil wirklich aufweisen nur im High-End-Segment zu finden sind. Tangentialtonarme weisen außerdem prinzipbedingt kein Skating auf und benötigen daher keine Anti-Skating Maßnahmen.

Tangentialtonarme erlauben darüber hinaus technische Gimmicks, wie z.B. senkrechte Aufstellung des Plattenspielers oder Titelprogrammierung ähnlich wie bei CD-Playern. Einige Gerätehersteller haben besonders in den 1980er Jahren Plattenspieler mit diesen Funktionen herausgebracht.

Anti-Skating

Der Anti-Skating Mechanismus eines Tonarms gleicht eine zur Mitte des Plattentellers gerichtete Kraft bei Radialtonarmen aus, die daraus resultiert, dass Tonarm und Tonabnehmer in der Regel nicht in die selbe Richtung fluchten. In der Detailabbildung zur Tonarmlagerung wird ein "statischer Anti-Skating Mechanismus" mit einem Ausgleichsgewicht und einer dreistufigen Verstellmöglichkeit verwendet. Dynamisch wird dieses mit Hilfe von Federkraft erreicht, die sich im Unterteil (nicht sichtbar) des Tonarms befindet. Ein Nachteil der dynamischen Konstruktion ist der sehr große konstruktive Aufwand mit gegebenenfalls mehr klangbeeinflussenden Bauelementen.

Tonabnehmeranschlüsse

Tonabnehmer.jpg

Tonarme können mit unterschiedlichen Befestigungsmöglichkeiten für den Tonabnehmer ausgestattet sein. Im HiFi und High-End-Bereich ist die "Halbzoll- Schraubbefestigung" verbreitet (siehe Bild),diese ist in Längsrichtung zur exakten Justagemöglichkeit des Tonabnehmers geschlitzt. Im DJ-Bereich sind Systeme mit "SME-Bajonettanschlüssen ohne Headshell" häufiger anzutreffen, da sie auf die sogenannte Headshell verzichten z.B. beim weit verbreiteten Technics SL-1210 Plattenspieler mit Ortofon-Concord Tonabnehmer. Dieses führt zu einem besseren Verhältniss von "angetriebener" und "treibender" Masse der Tonabnehmerelektronik.

Schallplatte

 

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