Tokugawa Ieyasu.jpg Tokugawa Ieyasu (jap. 徳川家康; * 31. Januar 1543 in der Burg Okazaki; † 1. Juni 1616 in Sumpu) war der Begründer des Tokugawa-Shogunats in Japan, und gilt mit Oda Nobunaga und Toyotomi Hideyoshi als einer der „drei großen Einiger“ des feudalen Japan.
Ieyasus Jugend spiegelt die Verhältnisse dieser rauen Zeit exemplarisch wider. 1548, im Alter von fünf Jahren verbrachte er ein Jahr als Kriegsgeisel in Gewalt der Oda, die ihn 1549 im Tausch gegen andere Geiseln an die Imagawa weitergaben. Während sein Stammhaus mehr und mehr unter den Einfluss der Imagawa geriet, wurde er selbst zu einem Vasallen der Imagawa herangezogen. Sichtbares Zeichen war die Verleihung des Namenszeichens moto, das auch das Oberhaupt der Imagawa, Yoshimoto, im Namen trug. Sein Name lautete nun Matsudaira Motoyasu (松平元康).
NikkoTokugawaCrest4878.jpg in Nikkō]] Die Geheimhaltung war nötig, denn die meisten Mitglieder der Familie Matsudaira, Motoyasus Frau und Sohn eingeschlossen, wurden immernoch von Imagawa Ujizane, dem Sohn von Yoshimoto, als Geiseln gehalten. Im Jahr 1561 nahm er mit seinen Männern die Burg Kamino der Imagawa ein, was Oda Nobunaga signalisierte, dass er nicht länger zu den Imagawa loyal war. Motoyasu tötete den Befehlshaber der Festung und tauschte dessen Frau und zwei Söhne bei den Imagawa für seine eigene Familie ein.
1566 ließ er sich sein mittlerweile gestiegenes Prestige vom kaiserlichen Hof in Kyoto bestätigen. Als Zeichen seiner (historisch nicht verifizierbaren) Abstammung vom prestigereichen Haus der Minamoto erwirkte er eine Änderung seines Namens. Seit dieser Zeit nannte er sich Tokugawa Ieyasu – möglicherweise ein Hinweis, dass er mit vergangenen Familienloyalitäten nichts mehr zu tun haben wollte.
Nachdem es Ieyasu 1570 gelang, sich die Besitzungen der Imagawa einzuverleiben, stieß er auf einen weiteren Territorialfürsten, der zu dieser Zeit seine Besitzungen erfolgreich ausdehnte, Takeda Shingen. Ihre erste kriegerische Auseinandersetzung (1572) trug Ieyasu eine seiner wenigen kritischen Niederlagen ein, aus der er selbst gerade noch mit dem Leben davon kam. Durch den unvermuteten Tod Shingens (1573) gelang es Ieyasu aber schließlich, die Takeda mit Unterstützung Nobunagas zurückzudrängen. Offenbar war die Allianz Oda-Tokugawa jedoch nicht über jeden Zweifel erhaben. 1579 gerieten Ieyasus Hauptfrau Tsukiyama sowie sein ältester Sohn und Erbfolger Nobuyasu (1559-1579) in den Verdacht, mit den Takeda zu konspirieren. Gedrängt von Nobunaga ließ Ieyasu seine Frau daraufhin hinrichten und zwang seinen Sohn zum Selbstmord.
Sein Hauptquartier errichtete Ieyasu in Edo, einem unbedeutenden Fischerdorf. In der Folge entwickelte es sich zu einer blühenden Großstadt und sollte schließlich 1868 unter dem Namen Tōkyō (Ost-Hauptstadt) auch Sitz des Tenno werden.
Osaka Castle Nishinomaru Garden April 2005.JPG 1603 besiegelte Ieyasu seine führende Stellung, indem er sich vom Tennō den Titel Shōgun verleihen ließ. Statt dem Jahre 1600 wird daher auch manchmal das Jahr 1603 als Beginn der Edo-Zeit angegeben. Im Gegensatz zu Oda Nobunaga und Toyotomi Hideyoshi dachte Ieyasu rechtzeitig daran, seine Stellung für seine Nachkommen zu sichern. 1605 trat er den Titel Shōgun daher an seinen Sohn Tokugawa Hidetada ab, behielt im Hintergrund aber die politischen Fäden des Landes weiter fest in der Hand. Von da an zielte seine Politik auf die Festigung der bestehenden Machtverhältnisse und die Auslöschung aller potentieller Konfliktherde ab. Dazu zählte einerseits die christliche Mission, die zusammen mit europäischen Händlern die Geschehnisse dieser Zeit nicht unwesentlich beeinflusst hatte, andererseits die Nachkommen Hideyoshis, die in der Festung von Ōsaka residierten.
Beide Probleme nahm Ieyasu im vorgerückten Alter von über 70 Jahren mit gnadenloser Härte in Angriff. Noch 1613 hatte er eine Gesandtschaft unter Hasekura Tsunenaga auf eine diplomatische Mission nach Mexiko und zum Papst nach Rom segeln lassen. Noch im gleichen Jahr kam es jedoch zu einem totalen Verbot der christlichen Mission (Bateren tsuihōrei), Missionare und sogar christliche Daimyo wurden ausgewiesen, später auch hingerichtet. 1614 fand Ieyasu einen fadenscheinigen Vorwand, um gegen Hideyoshis Erben, Toyotomi Hideyori vorzugehen. 1615 kam es zum entscheidenden Angriff auf die Burg von Osaka durch die Truppen des Shogunats. Nach ihrem Fall begingen Hideyori und seine Mutter Selbstmord. Sein Sohn Kunimatsu wurde hingerichtet, obwohl er einer Ehe mit einer Enkelin Ieyasus entstammte und folglich ein Blutsverwandter der Tokugawa war.
Das von Ieyasu gegründete Tokugawa-Shogunat sollte bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts bestehen. Trotz oder vielleicht gerade wegen der strikten Abschottungspolitik (鎖国政策 Sakokuseisaku, wörtlich: politische Maßnahme zur Abschliessung des Landes) der Tokugawa nach außen und der polizeistaatähnlichen Überwachung der Bevölkerung war es eine lange Periode innerer Stabilität und kultureller Blüte.
Mann | Japaner | Shogun | Militärperson (Japan) | Christentum in Japan | Geboren 1543 | Gestorben 1616
توكوغاوا إيئه-ياسو | Tokugawa Ieyasu | Tokugawa Ieyasu | Tokugawa Ieyasu | Ieyasu Tokugawa | Tokugawa Ieyasu | Tokugawa Ieyasu | 徳川家康 | ტოკუგავა იეიასუ | 도쿠가와 이에야스 | Tokugawa Ieyasu | Tokugawa Ieyasu | Tokugawa Ieyasu | Tokugawa Ieyasu | Tokugawa Ieyasu | 德川家康
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Tokugawa Ieyasu".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world