| Besitzergreifung | 1884
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| Verwaltungssitz | 1884-86 Bagida 1886-97 Sebe ab 1897 Lome
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| Fläche | 87.200 km²
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| Einwohnerzahl | ca. 1.000.000
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| Deutsche Bewohner | 100 (1900) 320 (1912)
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| Währung | 1 Goldmark = 100 Pfennig
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| heutige Staaten | Togo
| Teile
Ghanas
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Als
Togoland bezeichnet man eine
deutsche Kolonie, die von
1884 bis
1914 (bzw.
1919 s.u.) bestand. Das damalige Gebiet umfasst heute die Republik
Togo und den östlichsten Teil
Ghanas und besaß eine Fläche von ca. 87.200
km². Der Name Togoland wurde 1905 offiziell auf
Togo reduziert.
Die „Musterkolonie“ Togoland
Togoland galt als die „Musterkolonie“ der
deutschen Kolonialgeschichte. Hier unternahmen die Kolonialherren größere Anstrengungen im Bereich des Schul- und Gesundheitswesens (z. B. Impfaktionen gegen die
Pocken) als in den anderen Kolonien. Zwei Eisenbahnlinien wurden gebaut: die
Küstenbahn (1905) und die
Hinterlandbahn (1913 eröffnet) und auch im Bereich Straßenbau galt Togoland als mustergültig. Die Einheimischen waren hier aber ebenso weitgehend rechtlos wie in den anderen deutschen Kolonien und z. B. der Prügelstrafe ausgesetzt.
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Togoland galt auch in dem Sinn als „mustergültig“, dass es die einzige deutsche Kolonie war, die eine nahezu ausgeglichene finanzielle Bilanz hatte: 1912 standen 11,4 Millionen
Reichsmark auf der Importseite 10 Millionen Reichsmark an Ausfuhren gegenüber. Diese Bilanz trübte sich allerdings bereits in den letzten Jahren deutscher Kolonialherrschaft durch den rücksichtslosen Raubbau an den natürlichen Ressourcen des Landes. Nachdem z. B. nahezu sämtliche
Elefanten des Gebietes abgeschossen worden waren, entfiel naturgemäß auch das Exportprodukt
Elfenbein.
Der historisch mit Deutsch-Togo verbundene Begriff der „Musterkolonie“ muss im kritischen Rückblick als Teil der deutschen Kolonialpropaganda angesehen werden.
Die Entstehungsgeschichte der deutschen Kolonie
Togo Deutsches Koloniallexikon, Verlag von Quelle & Meyer Leipzig.jpg
Schon
1880 gründeten die ersten hanseatischen Handelsunternehmen Faktoreien an der
Sklavenküste. Am
5. Juli 1884 unterzeichneten Plakkoo, der Stabträger (=Stellvertreter) des zu diesem Zeitpunkt vermutlich schon verstorbenen Königs Mlapa III. und
Gustav Nachtigal einen „
Schutzvertrag“, womit nun einzelne Orte im heutigen
Togo zum deutschen
Schutzgebiet erklärt werden. Am 5. September 1884 folgte ein Schutzvertrag mit dem König von Porto Seguro. Nach einem Abkommen mit
Frankreich 1885 gelangte der Ort
Anecho (bis 1905 auch
Klein-Popo genannt) an
Deutschland. Ab 1886 begann die teils gewaltsame Eroberung des nördlichen Hinterlandes.
Durch Grenzabkommen mit den benachbarten Kolonialherren Frankreich (1887, 1897 und 1912) und Großbritannien (1890 und 1899) erhielt Togoland mit der Zeit seine vollständige Größe. Als letzte Streitfrage wurde 1899 im Samoa-Vertrag die Aufteilung des sogenannten Salaga-Gebietes zwischen Deutschland und Großbritannien geklärt, das zwischen 1889 und 1899 neutrales Gebiet zwischen der britischen Goldküste und dem deutschen Togoland war.
Ab 1891 unterstand Togoland nicht mehr der Kolonialverwaltung in Kamerun.
1895-99 kam es zu mehreren kleineren Aufständen, die von Polizeitruppen bald unterdrückt wurden. 1897/98 wurde ein größerer Aufstand der Dagomba unterdrückt und das Land unterworfen. In der Nähe der Stadt Yendi ist heute noch ein Massengrab gefallener Dagombakrieger zu sehen.
Geschichte nach der deutschen Herrschaft
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Die Kolonie wurde nach dem Ausbruch des 1. Weltkriegs schnell von ihren Nachbarn erobert. Am 27. August 1914 wurde Togo den Engländern übergeben.
1916 wurde Togo zwischen England (33.000 km²) und Frankreich (54.000 km²) aufgeteilt. Durch den Versailler Vertrag 1919 verlor Deutschland seine Kolonie endgültig und Französisch-Togoland und Britisch-Togoland wurden Völkerbundmandate. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde daraus ein UN-Treuhandgebiet.
1956 wurde Britisch-Togoland nach einer Volksabstimmung an Ghana angegliedert. Der Französische Teil stimmte für die innere Autonomie.
1960 wurde Französisch-Togoland zur unabhängigen Republik Togo. Die Regierung von Togo lud zur Unabhängigkeitsfeier auch den letzten deutschen Gouverneur Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg-Schwerin ein.
Deutsch wird auch heute noch an den Schulen Togos gelehrt.
Liste der Gouverneure von Togoland
Handel
Die Hauptprodukte, die aus Togo exportiert wurde, waren
Palmöl,
Palmkerne,
Mais,
Kautschuk und
Baumwolle. Zu weiteren Nebenprodukten zählten
Elfenbein,
Kakao,
Kaffee,
Erdnüsse,
Kopra,
Kokosnüsse,
Pfeffer, lebende Tiere und Häute. Etwa 2/3 der Erzeugnisse wurden nach Deutschland exportiert.
Importiert wurde Baumwollware, Spirituosen, Holz und Holzware, Tabak, Zigarren, Materialware und Eisenware.
Infrastruktur
In Togo wurde während der deutschen Kolonialzeit zwei Eisenbahnstrecken gebaut mit einer Gesamtlänge von etwa 320 km. 1905 wurde die
Küstenbahn Lome-Anecho eröffnet mit einer Länge von 44 km. Die Strecke Lome-Agome-Palime (119 km) wurde am 27. Januar 1907 eröffnet. Zuletzt wurde noch eine Verbindung Lome-Atakpame (160 km) gebaut.
Der Schiffsflotte umfasste 1911 327 Schiffe mit 577.000 Registertonnen.
Siehe auch
Weblinks
Literatur
- Uwe Timm: Deutsche Kolonien. Verlag AutorenEdition, München 1981
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