Todtenhausen ist ein Stadtteil von Minden im Kreis Minden-Lübbecke. Er liegt nördlich der Kernstadt; im Osten grenzt Todtenhausen an die Weser, im Norden an die Stadt Petershagen und im Westen an die Stadtteile Kutenhausen und Stemmer. Todtenhausen ist eine Streusiedlung. Als Mittelpunkt des Ortsteiles kann man den Bereich um die Schule und den Friedhof bezeichnen. Der höchste Geländepunkt befindet sich mit rd. 62 m über NN am Thorn im Bereich der Bundesstraße 61.
Bis zur kommunalen Neugliederung am 1. Januar 1973 war Todtenhausen eine selbstständige Gemeinde mit einer Gesamtfläche von rd. 859 ha sowie 3.104 Einwohnern und gehörte zum Amt Petershagen und zum Kreis Minden. Todtenhausen Radweg an der Weser.jpg
Um 1000 sind Siedlungen an der Haselbeeke und am Wallfahrtsteich geschichtlich nachzuweisen. 1028 wird Todtenhausen erstmalig urkundlich als "Dodanhasun" erwähnt. (Dodan, Todo = germanischer Personenname; hasun = hausen). Todtenhausen gehörte zum Bistum Minden. Ein im Jahre 1009 von Bischof Milo auf dem Wedeginberge gegründetes Kloster soll unter Bischof Ramward nach Todtenhausen verlegt worden sein (Ortsteil: Im Kloster). Während des Dreißigjährigen Krieges hatte Todtenhausen unter den Kriegswirren sehr zu leiden. 1630 trat Minden und damit auch Todtenhausen zur evangelischen Lehre über. 1649 kam die „Bauerschaft Todtenhausen“ zu Brandenburg-Preußen (Huldigung des Großen Kurfürsten im Jahre 1650 im Schloss zu Petershagen). Die 1682 bestehenden 41 Höfe wurden nach der Höhe ihrer Ablieferungspflicht fortlaufend nummeriert. Daraus entstanden die ersten Hausnummern. Todtenhausen war dem Schloss zu Petershagen gegenüber spanndienstpflichtig (1733). Mühle_Großenheide.jpg Um 1733 wurde die Großenheider Windmühle für die Bauernschaften Todtenhausen, Kutenhausen, Stemmer und Südfelde gebaut. 1. August 1759 Schlacht bei Minden, Hauptkampffeld Todtenhausen - Wallfahrtsteich. Botengang des Jobst Hinnerk Lohrmanns. Anlässlich der Jahrhundertfeier wurde 1859 das Denkmal zur Erinnerung an die Schlacht bei Minden geweiht. Jährlich werden am 1. August von den Vertretern der Traditionsregimenter (insbesondere der englischen) und Vertretern der Stadt Minden am Denkmal Kränze niedergelegt. Der 1. August 1959 (200 Jahr-Feier) wurde besonders festlich begangen. Während der Franzosenherrschaft wurden die Leibeigenschaft und die Zehntpflicht aufgehoben. Als aber andere erdrückende Abgaben und Einschränkungen eingeführt wurden, gab es in Todtenhausen einen Bauernaufstand gegen die franz. Besatzung. Der Lehrer Franz sollte standrechtlich erschossen werden, weil er das Sturmläuten nicht verhindert hatte, und das Dorf sollte abgebrannt werden. Auf Fürbitte beim Oberpräfekten in Osnabrück wurde das strenge Urteil aufgehoben und die Einwohner mit schweren Abgaben und Einquartierung bestraft. Nachdem Todtenhausen 1815 wieder unter preußische Verwaltung kam, musste auch der Zehnte nachgezahlt werden. Eine große Verarmung war die Folge. Die Zehntpflicht wurde erst im Jahre 1845 aufgehoben. 1924 wurde in einer Gemeindeversammlung der Beschluss gefasst, eine Freiwillige Feuerwehr aufzustellen. Von den Teilnehmern der Gemeindeversammlung traten 48 der neuen Wehr bei. Der Landwirt Friedrich Klöpper Nr. 10 wurde zum ersten Brandmeister gewählt. Die erste Löschgruppe war entstanden. 1926 wurde der Musikzug gegründet. Der Amtsverband Petershagen der Feuerwehren wurde 1927 errichtet. Das erste Amtsverbandsfest fand in Todtenhausen statt. Dies war auch Anlass für den ersten öffentlichen Auftritt des Musikzuges. Im Jahre 1928 wurde das Feuerwehrgerätehaus errichtet. Die Kommunalwahl im Jahre 1924 ergab 434 Stimmen für die SPD, 416 Stimmen für den Bürgerblock und 39 Stimmen für die KPD. Die errungene Mehrheit hätte das Ergebnis haben müssen, dass die SPD den Bürgermeister stellte. Da aber der vor der Wahl amtierende Bürgermeister seine Stimme der bürgerlichen Seite gab, ging die SPD-Mehrheit verloren. Durch eine Gesetzesänderung wurde dem alten Bürgermeister das Wahlrecht entzogen. In Todtenhausen musste ein zweiter Wahlgang erfolgen. In diesem Wahlgang wurde Fritz Schwier zum Bürgermeister gewählt. 1929 wurde auf dem neuhergerichteten Friedhof die Friedhofskapelle eingeweiht. 1933 starb der Bürgermeister Fritz Schwier, seinem Nachfolger Fritz Harke wurde das Bürgermeisteramt aberkannt. Er musste alle Unterlagen für die Gemeindearbeit seinem Nachfolger Chr. Gieseking (NSDAP) übergeben. Die Folgen des zweiten Weltkrieges waren auch in Todtenhausen grausam, drückend und unübersehbar. In fast jedem Haus wurden Gefallene beklagt, um Vermisste gebangt und auf Heimkehrer aus der Gefangenenschaft gewartet. Auch im Dorf hatte es durch Bomben Tote und zerstörte Häuser gegeben. Noch in den letzten Kriegstagen verloren auf der Großenheide Bürger ihre Habe, da Jugendliche, fast noch Kinder, auf einmarschierende amerikanische Panzerkolonnen mit Panzerfäusten schossen und diese mit Panzergranaten zurückfeuerten. In den Häusern herrschte nach Beendigung des Krieges eine bedrückende Enge, da die evakuierten Menschen aus den Industriegebieten noch da waren und viele Flüchtlingsfamilien aus dem Osten dazu kamen. Kirchlich gesehen bilden Todtenhausen und Kutenhausen eine Einheit. Sie bilden einen Pfarrbezirk der Ev.-luth. St. Marien - Kirchengemeinde. 1907 wurde neben dem 1903 errichteten Pfarrhaus die Kirche erbaut. Am 18.12.1907 wurde die Christuskirche für die Gemeinden Todtenhausen und Kutenhausen eingeweiht. Die Einweihung war "das" Ereignis im Jahre 1907. Die Pastoren Heinrich Küppermann (1902 bis 1937), Otto Jungcurt (1937 bis 1972) und Wolfhard Fräkem (1972 bis 1985) haben in Todtenhausen ihre Spuren hinterlassen. Die Friedhofskapelle wurde 1930 erbaut.
Wegen der steigenden Schülerzahl wurde 1891 eine zweite Schule, die Großenheider Schule errichtet. 1910 wurde gegenüber der alten Schule am Friedhof ein Schulneubau mit zwei weiteren Klassenräumen errichtet. Wegen der Nachteile einer einklassigen Schule wurden die Schulbezirke wieder zusammengelegt und im Jahre 1930 die 1910 errichtete Schule aufgestockt. Es standen nunmehr 6 Klassenräume zur Verfügung. Mit dem Beginn des Schuljahres 1931 wurde für alle Todtenhauser Kinder der Unterricht in der erweiterten Schule erteilt. Eine Turnhalle gab es noch nicht. Der Gastwirt Kuhlmann (Jägerstuben) stellte aber seinen Saal für Turnveranstaltungen zur Verfügung. Ein Sportplatz wurde in der Nähe errichtet. In der Schule an der Großenheider Straße wurde für die Todtenhauser, Kutenhauser und Stemmer Kinder Kochunterricht erteilt. 1961/62 wurde die Volksschule Todtenhausen im großen Umfang erweitert, eine Turnhalle wurde erbaut. Der Schulhof erhielt einen größeren Rasenspielplatz und eine 50 m Laufbahn.
Im Zuge der Schulreform richteten die Gemeinden Todtenhausen, Kutenhausen und Stemmer die Grundschule Kutenhausen/Stemmer und die Hauptschule Todtenhausen ein. Auch nach der Gebietsreform blieb die Hauptschule Todtenhausen * bestehen. Das Einzugsgebiet ist nach Süden ausgedehnt worden.
Direkt gewählte Vertreter im Rat der Stadt Minden:
Zusätzlich sind einbezogen: Feuerwehrmusikzug, Ortsheimatpfleger, Pastor, Altenclub und Ortslandwirt
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