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Als Todsünde bezeichnet das katholische Christentum bestimmte, besonders schwerwiegende Sünden wie Mord oder Diebstahl. Im Gegensatz zu einer schweren Sünde gibt es auch geringfügige oder lässliche Sünden.

Definition


Damit eine Sünde eine Todsünde ist, muss sie drei Voraussetzungen erfüllen (vgl. Katechismus der Katholischen Kirche *, Nr. 1857):
  • Sie muss eine schwerwiegende Materie zum Gegenstand haben (beispielsweise Unkeuschheit, Diebstahl oder Mord).
  • Der Sünder muss die Schwere der Sünde erkennen.
  • Die Sünde muss freiwillig erfolgen.

Abgrenzung zum Laster


Sünden entstehen nach der klassischen Theologie aus sieben schlechten Charaktereigenschaften:

  1. Superbia: Hochmut (Übermut, Hoffart, Eitelkeit, Stolz)
  2. Avaritia: Geiz (Habgier, Habsucht)
  3. Invidia: Neid (Missgunst, Eifersucht)
  4. Ira: Zorn (Wut, Vergeltung, Rachsucht)
  5. Luxuria: Wollust (Unkeuschheit)
  6. Gula: Völlerei (Gefräßigkeit, Unmäßigkeit, Maßlosigkeit)
  7. Acedia: Trägheit des Herzens / des Geistes (Überdruss)

Diese Charaktereigenschaften werden als Hauptlaster bezeichnet. Sie sind selbst keine Sünden im engeren Sinne, jedoch die Ursache von Sünden und können sowohl zu schweren als auch zu lässlichen Sünden führen. Da die Hauptlaster Ursache und somit Wurzel von Sünden sind, werden sie gelegentlich auch als Wurzelsünden bezeichnet; auch der Begriff Hauptsünde ist gebräuchlich. Verwirrend und theologisch falsch, aber umgangssprachlich gebräuchlich ist die Bezeichnung der sieben Hauptlaster als sieben Todsünden.

Erstmals findet sich eine solche Kategorisierung von menschlichen Lastern bei Evagrius Ponticus Ende des 4. Jahrhunderts, der acht negative Eigenschaften benennt, von denen die Mönche heimgesucht werden können. Invidia gehörte für ihn nicht dazu, aber zusätzlich zu den oben genannten Vana Gloria (Ruhmsucht) und Tristitia (Trübsinn). Papst Gregor I. ordnete Trübsinn der Acedia zu, die Ruhmsucht dem Hochmut und fügte dem Sündenkatalog den Neid hinzu.

Schon damals wurden den Hauptlastern bestimmte Dämonen zugeordnet, am weitesten verbreitet ist jedoch die Zuordnung des Jesuiten Peter Binsfield aus dem 16. Jahrhundert. Diese ordnet Luzifer den Hochmut, Mammon die Habsucht, Leviathan den Neid, Satan den Zorn, Asmodeus die Wollust, Beelzebub die Völlerei und Belphegor die Faulheit zu.

Seit der mittelalterlichen Theologie werden den Hauptlastern häufig die Kardinaltugenden gegenübergestellt, die verschiedene Teil-Tugenden zusammenfassen. Zahlreiche Kirchenväter und Theologen befassten sich mit den Hauptsünden und trugen auch zu ihrer Systematisierung bei. Papst Gregor der Große († 604) stellte ihnen etwa die „Sieben Gaben des Heiligen Geistes“ gegenüber.

Theologische Konsequenzen


Nach der Lehre der katholischen Kirche zieht man den zweiten Tod, die Höllenstrafe nach sich, wenn man mit einer Todsünde auf dem Herzen stirbt. Die Todsünde kann nur in der Beichte oder durch vollkommene Reue vergeben werden - auch bei vollkommener Reue ist die Beichte jedoch Pflicht. Ohne Beichte aller Todsünden erlaubt die katholische Kirche dem Gläubigen nicht die Teilnahme an der Kommunion.

Die Lehre der Kirche nennt „...denjenigen Akt eine Todsünde, durch den ein Mensch bewusst und frei Gott und sein Gesetz sowie den Bund der Liebe, den dieser ihm anbietet, zurückweist, indem er es vorzieht, sich * selbst zuzuwenden oder irgendeiner geschaffenen und endlichen Wirklichkeit, irgendeiner Sache, die im Widerspruch zum göttlichen Willen steht...“ Apostolisches Schreiben von Papst Johannes Paul II. über Versöhnung und Buße in der Kirche "Reconciliatio et paenitentia" (1984), Nr. 17. (Vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1857)

Verarbeitung


Malerei

Die sieben Todsünden sind in der Malerei ein häufiges Motiv, zum Beispiel: {| hochmut.jpg neid.jpg zorn.jpg traegheit.jpg geiz.jpg voellerei.jpg wollust.jpg Holzstiche von Hieronymus Cock (nach Pieter Bruegel dem Älteren, 1557).

Film

Literatur

  • Horst Herrmann: Die sieben Todsünden der Kirche. München: Goldmann 1992, ISBN 3442123569
  • Franz Kranewitter österreichischer Dramatiker: "Die sieben Todsünden" (1902-1925) Eine detaillierte Aufzeichnung der todbringenden Redeweisen und Verhaltensnormen in einer topografisch wie mentalitätsmäßig verschlossenen Dorfgemeinschaft.
  • Jürgen Werner: Die sieben Todsünden. Einblicke in die Abgründe menschlicher Leidenschaft, Frankfurt a. M.: Insel-Verlag 1999, ISBN 3458338675
  • Andrew Kevin Walker: Seven, Great Britain 1995 Penguin Readers

Musik

Weblinks


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