Todor Christow Schiwkow (bulgarisch Тодор Христов Живков; * 7. September 1911 in Prawez; † 5. August 1998 in Sofia) war vom 4. März 1954 bis zu seinem erzwungenen Rücktritt am 10. November 1989 Staatschef von Bulgarien und erster Sekretär der bulgarischen Kommunistischen Partei. Unter allen Staatsoberhäuptern des Warschauer Paktes war er derjenige mit der längsten Amtszeit.
Während des Zweiten Weltkriegs stieg Schiwkow in der Partei auf und war am Widerstand gegen das Deutsche Reich - der Volksbefreiungssarmee - beteiligt. In der Nachkriegszeit hatte Schiwkow wichtige Positionen innerhalb der nun von sowjetischer Seite gestützten Regierung inne, unter anderem leitete er die Volksmiliz, die unter seiner Führung Tausende Menschen aus politischen Gründen inhaftierte. Im Jahre 1951 wurde er Vollmitglied des Politbüros und Generalsekretär des Zentralkomitees und damit jüngster Staatschef eines Ostblocklandes.
In den ersten zwei Jahren von Schiwkows Amtszeit als Generalsekretär der Partei war der stalinistisch orientierte Wulko Tscherwenow noch der eigentliche Staatschef; dieser wurde jedoch 1956 zum Rücktritt gezwungen, nachdem Chruschtschow nach Stalins Tod den Prozess der Entstalinisierung eingeleitet hatte. Im Jahre 1965 überlebte Schiwkow den Versuch eines Staatsstreiches abtrünniger Armeeoffiziere und Parteimitglieder; ein solcher Vorfall war in einem kommunistischen Land bis dahin einmalig.
Anders als viele andere kommunistische Staatschefs hatte Schiwkow rationale Ansichten hinsichtlich Wirtschaftsangelegenheiten: unter seiner Führung stieg der Lebensstandard der Bulgaren über den des übrigen Ostblocks an. Die politische Opposition im Land bekämpfte er jedoch mit äußerster Härte; abertausende Menschen waren als Dissidenten in ganz Bulgarien inhaftiert. Schiwkow trieb außerdem die Kollektivierung der bulgarischen Landwirtschaft voran.
Als Chruschtschow-Schützling und persönlicher Freund von Leonid Breschnjew war Schiwkow während des kalten Krieges für seine äußerst loyale Haltung der UdSSR gegenüber bekannt. Er schlug sogar einmal vor, Bulgarien an die Sowjetunion anzuschließen, mit den Argumenten der gemeinsamen slawischen Herkunft und dem ähnlichen kyrillischen Schriftsystems. Georgi Markow, den Schiwkow später umbringen ließ, sagte einmal, "er diente der UdSSR mit mehr Inbrunst als die sowjetischen Führer selbst".
Todor Schiwkow versuchte seine Kinder - seine Tochter Ludmila Schiwkowa und seinen Sohn Wladimir Schiwkow - eine Karriere in der Hierarchie der Bulgarischen Kommunistischen Partei zu sichern. Ludmila wurde Mitglied des Politbüros und Kulturminster. Sie verfolgte einige seltsame Ideen, die auf fernöstlichen Philosophien basierten und von der alten Garde missbilligt wurden. Einige unsichere Quellen sind der Meinung, dass ihr früher Unfalltod im Jahre 1981 auf sowjetische Einmischung zurückzuführen ist.
Ihr Ehemann Iwan Slawkow wurde zum Leiter des bulgarischen Staatsfernsehens ernannt und war später Präsident des bulgarischen Olympischen Komitees.
Währenddessen führte sein Sohn Wladimir Schiwkow ein Playboyleben. Seine Saufgelage machten es unmöglich ihn höher zu befördern, als zum Vorsitzenden des Jugendverbandes (Komsomol).
Schiwkow starb 1998 an Lungenentzündung.
Dieser Artikel beruht ursprünglich auf dem englischen Wikipedia-Artikel Todor Zhivkov
Mann | Bulgare | Politiker (Bulgarien) | Geboren 1911 | Gestorben 1998
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