Ein Tobel ist ein tiefer, schluchtartiger Einschnitt in einem Steilhang oder ein stark eingetieftes Tal eines Gebirgsbaches. Er ist durch groben Gesteinsschutt oder Steinblöcke geprägt und entsteht meist durch kurzzeitige, aber heftige Erosion eines Wildbaches. Manche Tobel gehen auch auf plötzliche Schmelzwasserbäche oder auf eiszeitliche Gletscher zurück, bzw. finden sich im Oberlauf von Bächen der Molassezone zwischen Hochrhein und Donau.
Im Hochgebirge stellen Tobel häufig die Leitbahnen für Abgänge von Muren bzw. Lawinen dar, oder sie bilden sich als Graben unter einem Wasserfall aus. Wenn sie in ein größeres Tal einmünden, lagert sich das Geröll bzw. das Material von Erdrutschen meist als Schwemmkegel ab. Zusätzlich haben manche Tobel die Tendenz, sich durch rezente Erosion immer mehr einzutiefen, was sogar durch moderne Wildbachverbauung nur schwer zu verhindern ist.
Der Ausdruck Tobel wird generell im Alpenvorland verwendet, insbesondere im östlichen Schweizerdeutsch, in Oberschwaben, im Allgäu und westlichen Tirol. Auf Rätoromanisch wird der Tobel auch als Tavon bezeichnet, woher sich der Name Montafon für eine große Talschaft in Vorarlberg ableitet.
In Sagen wird über die "Tobelhocker" geschrieben. Die "Tobelhocker" sitzen versteinert im tiefen Lawenatobel, zwischen Triesen und Balzers am Fusse des Falknis. Die "Tobelhockergeschichten" sind Überlieferungen aus der Hexenverfolgungszeit. Der Beitrag in: http://www.hexenforschung.historicum-archiv.net/etexte/tschaikner3.html vermittelt einen Eindruck von den Eigenheiten der "Tobelhocker". Das Lawenatobel ist eine tiefe Schlucht zwischen zum Teil bewachsenen Felswänden.