Tjóðveldisflokkurin * ist eine politische Partei auf den Färöern. Im Ausland werden sie auch die Republikaner genannt. Ihr bekanntester Wortführer ist Høgni Hoydal (*1966).
Ein Republikaner ist ein tjóðveldismaður („Republiksmann“), und die gesamte Anhängerschaft das tjóðveldisfólk („Republiksleute“).
Im Gegensatz zur ebenfalls - aber etwas moderater - auf Souveränität bedachten Fólkaflokkurin (Volkspartei) sind die Republikaner politisch links orientiert. Sie werden auch als Sozialisten bezeichnet. Dabei sind sie radikaler als die Javnaðarflokkurin (Sozialdemokraten), die in der Frage zur Loslösung von Dänemark darüber hinaus eine abwartende bis ablehnende Haltung einnimmt. Während es hier also jeweils punktuelle Übereinstimmungen gibt, ist der Graben zur Sambandsflokkurin (Unionisten) in jeder Hinsicht unüberwindlich. Entsprechend ist die Auseinandersetzung zwischen diesen beiden Lagern die polemischste, die auf mögliche Koalitionen keine Rücksicht nehmen braucht - es wäre undenkbar.
Ihre Anhänger finden sich oft in der Arbeiterschaft und bei Intellektuellen. Hochburg ist zum Beispiel Tórshavn mit seiner städtischen Bevölkerung. Seit ihrer Gründung 1948 konnten sich die Republikaner als politische Größe etablieren, die bei Løgtingswahlen seit 1954 immer um die 20 % schwankt. Sie gehört damit zum Kreis der vier Großen.
Außerparlamentarisch gab es darüber hinaus eine Bewegung, die von den heimgekehrten Studenten getragen wurde, die während der britischen Besetzung der Färöer im Zweiten Weltkrieg in Kopenhagen ausharrten, und sich nun sofort ans Werk machten, als junge Elite die färöische Nation zu konstituieren. Gleichzeitig suchten sie das Bündnis mit der Arbeiterschaft und vertraten soziale Forderungen. Dass die Mehrheit der Färinger in der Volksabstimmung für die Loslösung stimmte, war so gesehen Ausdruck einer außerparlamentarischen Opposition.
Für zusätzlichen Sprengstoff sorgte dann die Annullierung des Ergebnisses seitens Dänemarks und die Auflösung des Løgtings. Einzig Jákup í Jákupsstovu ging nach der Auflösung zum regulären Sitzungstermin um so seinen Protest (Nichtachtung des Kopenhagener Aktes) zu demonstrieren. Er wurde aus der Sozialdemokratie ausgeschlossen.
Am 22. und 23. Mai 1948 war es dann soweit: Tjóðveldisflokkurin wurde gegründet. Neben dem republikanischen Endziel, das sich im Namen wiederfindet, bildete das soziale Anliegen, die Verbesserung der Lage der Arbeiter und Fischer, den zweiten programmatischen Grundpfeiler der neuen Partei.
Bei den nächsten Løgtingswahlen 1950 zogen die Republikaner mit 2 Abgeordneten ins Parlament ein. 1954 waren es 6 und 1958 7. Seitdem gilt die Partei als gefestigt mit einem stabilen Stammwählerpotenzial um 20 %.
Die führenden Köpfe jener Anfangsjahre waren unter anderem D.P. Danielsen, Frederik Hansen, Erlendur Patursson, Jákup í Jákupsstovu, Andrea Árting, Andreas Ziska, Hanus við Høgadalsá, Hans Debes Joensen, Jóhan Simonsen, Karsten Hoydal und Sigurð Joensen.
Nach einigen weiteren Regierungsbeteiligungen in wechselnden Koalitionen, wurden die Republikaner am 30. April 1998 stärkste Partei mit 8 Abgeordneten. Erneut koalierten sie mit der Volkspartei und Sjálvstýri. Der junge Høgni Hoydal (Enkel von Karsten Hoydal) betrat die politische Szene und wurde stellvertretender Ministerpräsident des Landes. Diese Regierung setzte die Loslösung von Dänemark auf ihre Agenda und wurde am 30. April 2002 wiedergewählt. Allerdings war der Loslösungsprozess bereits gescheitert, und so musste man sich mit kleinen Schritten (und moderateren Forderungen) begnügen.
2004 schließlich wurden die Republikaner wieder stärkste Partei mit 8 Abgeordneten, blieben aber in der Opposition.
Auch die Gründung des Nordwestatlantischen Rates als Gremium der Parlamentarier Grönlands, Islands und der Färöer beruht auf einer Initiative der färöischen Republikaner.
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