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Als Tigerstaaten (das Wort wurde in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts geprägt) wurden wirtschaftlich boomende Staaten Asiens bezeichnet. Die Bezeichnung stammt daher, dass viele dieser Staaten mit einem hohen Wirtschaftswachstum von Schwellenländern zu Industriestaaten wuchsen.

Phasen


Dieser "Boom" kann in Phasen untergliedert werden: In dem Ausgangsstadium ist das Land wirtschaftlich betrachtet unterentwickelt, dazu zählt z.B. Rohstoffarmut, geringe landwirtschaftliche Nutzbarkeit und hohe Analphabetenrate. Das Land ist daher von vielen Importen abhängig. Um diesen Missstand zu beenden und die Importe zu substituieren, wird Leichtindustrie angelockt, die vor allem an niedrigen Löhnen, kaum rechtlichem Schutz der Arbeiter - z.B. in Militärdiktaturen - und einem Fehlen von Gewerkschaften interessiert sind, um auf kostengünstigste Art und Weise zu produzieren. In dieser Zeit geht das Land von einem Agrar- zu einem Industriestaat über, ähnlich dem Strukturwandel innerhalb des 3-Sektoren-Modells der volkswirtschaftlichen Betrachtungsweise, auch wenn sich die sozialen Verhältnisse nur wenig bessern oder gar verschlechtern.

Depression


Auf diese Phase folgt eine Depression der Wirtschaft, die durch den Verlust der Standortvorteile, wie das Entstehen von Gewerkschaften und damit verbundenen sozialen Forderungen oder auch ein vergleichbares - noch günstigeres - Verhalten in Nachbarstaaten, begründet ist. Auf diese Krise wird mit dem Aufbau moderner Industrie reagiert, die nicht mehr von ausländischen Investoren gegründet wird. Diese moderne Wirtschaft bietet nun höhere Löhne bei gleichzeitiger sozialer Absicherung und bringt in vielen Fällen ein Anwachsen des Dienstleistungssektors mit sich. Entscheidend für den Aufbau moderner Industrien sind Investitionen und der Aufbau von Universitäten, Öffnung für den internationalen Handel und politische Stabilität. In Südkorea, Taiwan und eingeschränkt in Hong Kong wurde in dieser Phase das politische System demokratisiert.

Probleme


Jedoch geht dieses rasante Wachstum nicht ohne Probleme einher: In den Tigerstaaten entwickelt sich zuerst vor allem Niedriglohn-Industrie und später fast ausschließlich Hightech-Industrie, was einer Monokultur gleichkommt, was wiederum Risiken gegenüber Krisen mit sich bringt, außerdem können schnell Abhängigkeiten von wenigen Rohstoff- und Absatzmärkten entstehen. Außerdem wächst die Industrie so gut wie ausschließlich in den Städten, weshalb die verarmte Landbevölkerung in die Städte migriert (Landflucht), so dass es zu einer raschen und unkontrollierten Verstädterung kommt, die sich oft durch Slumbildung und infrastrukturelle Engpässe rächt.

Viele südostasiatische Großstädte besaßen bis in die 90er Jahre nicht einmal ein U-Bahn- oder Metro-Netz. Eine weitere Herausforderung ist es, sicherzustellen, dass die industrielle Entwicklung die Schere zwischen Arm und Reich nicht zu weit auseinanderklaffen lässt, und die Entwicklung zu einem Industrie-Staat nicht auf Kosten der sozialen Entwicklung geschieht.

Der Abzug spekulativer Gelder in Thailand und später in Malaysia, Südkorea, Indonesien und den Philippinen führten 1997 zur Asienkrise.

Tigerstaaten


Die klassischen vier Tigerstaaten Asiens sind:

Später kommen weitere Staaten hinzu, die dem Beispiel der vier klassischen Staaten folgen, die so genannten Pantherstaaten:

Fluggänsemodell


Mittlerweile folgen immer mehr Staaten dem Beispiel dieser Tigerstaaten, weshalb man das Phänomen als Fluggänsemodell (oder engl. Flying Geese) bezeichnet, wobei Japan die erste Position einnimmt und die Tigerstaaten folgen.

Siehe auch


Keltischer Tiger, Baltischer Tiger, Rentierstaaten

Weblinks


Post-Crisis Exchange Rate Regimes in Southeast Asia

Wirtschaft (Asien)

East Asian Tigers | Tigre asiatique | Macan Asia Timur | 新興工業経済地域 | Aziatische Tijgers | Azjatyckie tygrysy | Tigres asiáticos | Tigrii Est Asiatici | «Азійські тигри» | 亚洲四小龙 | 亞洲四小龍

 

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