Der Tierpark Hellabrunn ist der Zoo der Stadt München.
Der Tierpark Hellabrunn liegt im Stadtbezirk 18 Untergiesing-Harlaching eingebettet im Landschaftsschutzgebiet der Isarauen beim alten Gasthaus Siebenbrunn, unterhalb des Steilufers, das oben vom Harlachinger St.-Anna-Kircherl, einer Perle des Barock gekrönt wird, gegenüber des Stadtteiles Thalkirchen auf der anderen Isarseite, und erstreckt sich isaraufwärts bis zur Marienklause. Das Gelände wird durchzogen vom Auer Mühlbach. Wegen des hohen Grundwasserspiegels gibt es auf dem ganzen Areal sehr viele Brunnen, die das riesige Wasserkanalsystem speisen, mit dem der Tierpark seinen kompletten Bedarf an Wasser für die Anlagen und Tiere aus Eigenwasser decken kann.
Der Tierpark eröffnete 1911, also relativ spät im Vergleich zu den Gründungen anderer zoologischer Gärten in Deutschland (Berlin 1844, Frankfurt am Main, Köln, Hamburg und andere in den in den 50er und 60er Jahren des 19. Jahrhunderts). München hatte auch damals bereits einen zoologischen Garten, der aber nach wenigen Jahren Bankrott machte.
Um 1970 war der Tierpark in einem schlechten Zustand und viele Renovierungen und Neubauten waren überfällig. Daher stellte man 1972 einen Generalausbauplan zur Erneuerung der Tierparkanlage auf. Endlich stellte auch die Stadt München größere Zuschüsse zur Verfügung. Ab 1972 nahm man die grundlegende Erneuerung fast aller Anlagen in Angriff. Schon von 1970 an ist die Menschenaffenstation renoviert worden und es wurden auch Außenanlagen für Gibbons gebaut. Die Gitter ersetzte man durch weniger störende Panzerglasscheiben. 1975 folgte die Eröffnung des neuen Polariums mit Anlagen für Pinguine, Eisbären und Robben. Ebenso wurde ein Kindertierpark und Streichelzoo gebaut.
1980 errichtete man nach einem Entwurf des Architekten Frei Otto eine große Voliere für Vögel, eine Fläche von 5.000 m² überspannt nun ein 18 m hohes dünnmaschiges Edelstahlgewebe. Mittlerweile ist diese Großvoliere ein Wahrzeichen von Hellabrunn geworden. Das Affenhaus wurde 1983 mit einer Anlage für Lemuren, Neuweltaffen und Siamangs erweitert. Die Außengehege der Wildziegen und Steinböcke wurden 1985/86 natürlicher gestaltet. In den 90er Jahren kam ein neuer Kamelstall hinzu, ebenso ein neues Nashornhaus.
Es folgte ein großes Glashaus für Schildkröten und Insekten, ein neues Dschungelzelt für Raubtiere und tropische Vögel und 2004 ein neues Dschungelhaus für Schimpansen, Gorillas, Mississippi-Alligatoren und einige Reptil- und Fischarten; auch das Aquarium wurde renoviert. Von 2002 bis 2004 wurde das Elefantenhaus erheblich umgebaut und modernisiert. Die Flusspferde mussten dem Umbau weichen, der Bereich wurde dem Areal der Elefanten angegliedert, so dass jetzt auch der Elefantenbulle einen eigenen, großzügigen Bereich hat. Derzeit wird die Menschenaffenstation umgestaltet, damit sich die Orang-Utans in einer großzügiger gehaltenen Anlage aufhalten können. Zeitweilig plante man auch, auf der nördlichen Seite der Tierparkstraße ein Delfinarium zu bauen, diese Pläne scheiterten jedoch, trotz stehender Finanzierung, an der dort ansässigen Kleingartensiedlung.
Am 5. März 2006 musste der Zoo erstmals seit 1945 wegen extremen Schneefalls schließen.
Hellabrunn wurde zum ersten »Geozoo« umgestaltet. Das bedeutet keine Anordnung der Gehege und Tierarten mehr nach systematischen, sondern nach geographischen Gesichtspunkten.
Der Tierpark verfügt über einen Gesamtbestand von rund 7700 Wirbeltieren von 340 Arten. Der Besucher kann die Tiere oft über Wassergräben oder hinter Glas ohne störende Gitter oder Zäune in großen Gehegen mit altem Baumbestand unter relativ natürlichen Lebensbedingungen beobachten. Auch die Schautafeln unterscheiden sich von den herkömmlichen Artenbeschreibungen, die Besucher können hier viele Hintergrundinformationen erfahren.
Die natürlichen Lebensräume der Isarauenlandschaft bieten ideale Voraussetzungen für die Erhaltungszucht, der sich der Zoo immer mehr verschrieben hat. Das moderne Zoo-Konzept verzichtet bewusst auf übertriebene Artenvielfalt und orientiert sich nach Möglichkeit am Wohlbefinden der Tiere. Für den Silbergibbon führt der Tierpark das Europäische Zuchtbuch. Hellabrunn verzeichnet pro Jahr (2003) den Besuch von rund 1,4 Mio. Tierliebhabern.
Seit 1981 ist Professor Henning Wiesner Direktor des Zoos und seit 1992 Vorstandsvorsitzender der Münchner Tierpark Hellabrunn AG.
Hellabrunn ist ein bedeutender Faktor für das Stadtleben und den Tourismus in München.
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