| Wappen (stilisiert) | Karte | |||
|---|---|---|---|---|
| Wappen Ratingen stilisiert.jpg | Lage der Stadt Ratingen in Deutschland.png | |||
| Basisdaten | ||||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | |||
| Regierungsbezirk: | Düsseldorf | |||
| Landkreis: | Mettmann | |||
| Geografische Lage: | ||||
| Höhe: | 35 - 180 m ü. NN | |||
| Fläche: | 88,72 km² | |||
| Einwohner: | 92.897 (2005) | |||
| Bevölkerungsdichte: | 1047 Einwohner je km² | |||
| Postleitzahl: | 40878 - 40885 | |||
| Vorwahl: | 02102 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | ME | |||
| Gemeindeschlüssel: | 05 1 58 028 | |||
| Stadtgliederung: | 6 Gemeindebezirke mit 10 Stadtteilen | |||
| Hausanschrift der Stadtverwaltung: | Minoritenstraße 2-6 40878 Ratingen | |||
| Website: | www.ratingen.de | |||
| E-Mail-Adresse: | stadt@ratingen.de | |||
| Politik | ||||
| Bürgermeister: (seit 10.2004) | Harald Birkenkamp (Bürger-Union Ratingen) | bgcolor="#FFFFFF" | Schuldenstand: (Haushaltsplan 2005) | 128 Mio. € (1.394 € je Einwohner/in) |
Ratingen liegt im nordwestlichen Vorland des Bergischen Landes, grenzt im Westen an die Landeshauptstadt Düsseldorf und im Norden an die Städte Duisburg, Mülheim an der Ruhr und Essen. Ratingen ist die bevölkerungsreichste Stadt des Kreises Mettmann.
Es bestehen 6 Gemeindebezirke nach der Gemeindeordnung:
| Bezirk | Stadtteil | Einwohner 12/2005 (lt. Melderegister) |
|---|---|---|
| Ratingen Mitte | Zentrum | 23.568
|
| Ost | 8.400
| |
| West | West | 18.024
|
| Tiefenbroich | Tiefenbroich | 6.674
|
| Lintorf/Breitscheid | Lintorf | 15.305
|
| Breitscheid | 5.281
| |
| Hösel/Eggerscheidt | Hösel | 8.515
|
| Eggerscheidt | 1.021
| |
| Homberg/Schwarzbach | Homberg | 5.619
|
| Schwarzbach | 490
|
Erste urkundliche Erwähnung der Siedlung vor 849. Seit dem Mittelalter gehörte das Ratinger Gebiet den Grafen, späteren Herzögen von Berg. Der Siedlung wurden am 11. Dezember 1276 die Stadtrechte verliehen. Ratingen als einer der vier Hauptorte von Berg erlebte im ausgehenden Mittelalter eine wirtschaftliche Blütezeit, verfiel jedoch nahezu völlig in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges.
Zu Beginn des Zeitalters der Industrialisierung entstand in Ratingen durch Johann Gottfried Brügelmann 1783 die erste mechanische Baumwoll-Spinnerei auf dem europäischen Kontinent. Ihrer technikhistorischen Bedeutung wegen wird die ehemalige Textilfabrik Cromford heute vom Rheinischen Industriemuseum als Textilmuseum weiter betrieben.
Die Stadt gehörte zum Herzogtum Berg und aufgrund des Wiener Kongresses seit 1815 zu Preußen, dem Regierungsbezirk Düsseldorf und der Provinz Jülich-Kleve-Berg (Sitz in Köln), ab 1822 zur Rheinprovinz mit Sitz in Koblenz.
Aufgrund von Formsandvorkommen entstand ab der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Eisenindustrie. In der kommunalen Neuordnung 1929 behauptete Ratingen seine Selbstständigkeit. Die Gebiete der heutigen Stadtteile Tiefenbroich und Ratingen-West aus der damaligen Bürgermeisterei Eckamp wurden seinerzeit eingegliedert.
Nach relativ geringen Kriegsschäden erlebte Ratingen in den 1960er und 1970er Jahren die Entwicklung zur Wohnstadt (so der in den späten 60er Jahren entstandene Stadtteil Ratingen-West mit 20.000 Einwohnern 1980) und zum Standort von Dienstleistungs- und Kleingewerbebetrieben für das nahe Düsseldorf. In den letzten Jahrzehnten siedelten sich zudem zahlreiche überregional bekannte Unternehmen vor allem aus den Branchen Elektronik, EDV und Telekommunikation an, unter ihnen Vodafone, Sun Microsystems, Hewlett Packard, SAP, Tiptel, sd&m, Royal Bank of Scotland und Esprit. 1973 wurde die Einwohnerzahl von 50.000 noch vor weiteren Eingemeindungen überschritten.
Im Zuge der kommunalen Neugliederung wurden am 1. Januar 1975 die bis dahin selbständigen Gemeinden Breitscheid, Eggerscheidt, Hösel und Lintorf (alle zum ehemaligen Amt Angerland gehörig) sowie Homberg-Meiersberg (zum ehemaligen Amt Hubbelrath gehörig) und die alte Stadt Ratingen aufgelöst und unter Einschluss des in der aufgelösten Gemeinde Hasselbeck-Schwarzbach (zum ehemaligen Amt Hubbelrath gehörig) liegenden Schwarzbachtales zu einer neuen Stadt Ratingen zusammengeschlossen.
Im Mittelalter und am Beginn der Neuzeit war Ratingen ein Ort mit wenigen hundert Einwohnern. Die Einwohnerzahl wuchs nur sehr langsam und ging auf Grund der zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. Erst mit der Errichtung der Baumwollspinnerei 1783 und besonders dem Beginn der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts setzte in der Stadt eine stärkeres Bevölkerungswachstum ein. Lebten 1855 erst 5.000 Menschen in Ratingen, so waren es 1950 bereits 25.000. Bis 1973 verdoppelte sich diese Zahl auf 52.216.
Am 1. Januar 1975 stieg die Bevölkerungszahl durch Eingemeindungen mehrerer Orte - darunter Lintorf (10.593 Einwohner 1970) - auf rund 85.000. Am 30. Juni 2005 betrug die „ Amtliche Einwohnerzahl“ für Ratingen nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 91.865 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1800 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1472 | 1.100 |
| 1600 | 1.000 |
| 1668 | 500 |
| 1700 | 700 |
| 1800 | 3.000 |
| 1. Dezember 1840 ¹ | 4.037 |
| 3. Dezember 1855 ¹ | 5.012 |
| 1. Dezember 1871 ¹ | 5.214 |
| 1. Dezember 1885 ¹ | 5.586 |
| 1. Dezember 1890 ¹ | 6.800 |
| 2. Dezember 1895 ¹ | 7.860 |
| 1. Dezember 1900 ¹ | 10.594 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1. Dezember 1905 ¹ | 11.741 |
| 1. Dezember 1910 ¹ | 13.143 |
| 1. Dezember 1916 ¹ | 12.385 |
| 5. Dezember 1917 ¹ | 13.215 |
| 8. Oktober 1919 ¹ | 14.809 |
| 16. Juni 1925 ¹ | 15.250 |
| 16. Juni 1933 ¹ | 18.640 |
| 17. Mai 1939 ¹ | 20.251 |
| 31. Dezember 1945 | 21.454 |
| 29. Oktober 1946 ¹ | 21.683 |
| 13. September 1950 ¹ | 25.245 |
| 25. September 1956 ¹ | 32.003 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 6. Juni 1961 ¹ | 36.020 |
| 31. Dezember 1965 | 38.739 |
| 27. Mai 1970 ¹ | 43.685 |
| 31. Dezember 1975 | 86.028 |
| 31. Dezember 1980 | 89.466 |
| 31. Dezember 1985 | 88.718 |
| 25. Mai 1987 ¹ | 88.631 |
| 31. Dezember 1990 | 91.007 |
| 31. Dezember 1995 | 89.534 |
| 31. Dezember 2000 | 91.437 |
| 30. Juni 2005 | 91.865 |
Rat der Stadt nach der Kommunalwahl 2004:
CDU: 34,7 % (23 Sitze), SPD: 23,5 % (16), GRÜNE: 9,3 % (6), FDP: 6,4 % (4), MWG: 3,6 % (2), Bürger-Union: 21,7 % (14), Ratinger Linke: 0,9 % (1 Sitz)
Bürgermeister seit der Neubildung der Stadt durch die Kommunale Neugliederung 1975 (bis 1999 ehrenamtlich):
1975 - 1989: Ernst Dietrich (CDU)
1989 - 1994: Hugo Schlimm (SPD)
1994 - 2004: Wolfgang Diedrich (CDU)
seit 2004: Harald Birkenkamp (Bürger-Union)
Das Zentrum Ratingens bildet der Marktplatz, auf dem schon mindestens seit 1371 Waren angeboten werden. Der heutzutage jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag dort stattfindende Wochenmarkt ist einer der belebtesten und beliebtesten weit und breit. Der Marktplatz wird bestimmt von dem Bürgerhaus (entstanden um 1300) und der dahinter liegenden Kirche St. Peter und Paul (s. u.). Nördlich des Marktplatzes befindet sich etwas versteckt das Minoritenkloster (gebaut 1656).
Von der Stadtmauer mit ihren ehemals 15 Wachtürmen sind nur noch Teilstücke erhalten:
ratingen_stpeterupaul_turm.jpg
Die bekannteste Kirche Ratingens ist St. Peter und Paul. Die Fundamente des frühgotischen Baus stammen aus dem 8. Jahrhundert. Die beiden Osttürme wurden im 11. oder 12. Jahrhundert errichtet. Das Hauptschiff stammt im wesentlichen aus dem Jahr 1300. Im Inneren der Kirche sind vor allem die drei Glocken und die Turmmonstranz sehenswert.
Die evangelische Stadtkirche (Fertigstellung 1684) ist die älteste noch erhaltene protestantische Kirche des Rheinlandes.
Bereits im 9. Jahrhundert befand sich am Standort der heutigen Wasserburg eine durch Palisaden geschützte Wallburg. Sie diente zur Absicherung einer Furt über die Anger. Im 12. Jahrhundert wurde diese Wallburg durch einen Brand vollkommen zerstört. Die Wasserburg wurde im 13. Jahrhundert errichtet und war Teil der „Angerlinie“, eine Reihe von Verteidigungsanlagen längs der Anger. Sie wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erweitert und umgebaut, zuletzt noch Ende des 20. Jahrhunderts. Sie verfügt über drei Rundtürme zur Verteidigung und den rechteckigen Torturm. Die Burgmauer und der Wassergraben umgeben die Burg heute nur noch zu etwa drei Viertel. In der Burg sind heute ein Kulturzentrum, ein Restaurant, Wohngebäude und ein Architekturbüro untergebracht.
ratingen_industriem_cromford_herrenhaus.jpg
Johann Gottfried Brügelmann errichtete 1783 die Textilfabrik Cromford, die als erste Fabrik des europäischen Kontinents gilt. Er benannte sie nach der mittelenglischen Stadt Cromford, aus der er mittels Industriespionage die Kontruktionsprinzipien einer dort eingesetzten Spinnmaschine erhielt. ratingen_industriemuseum_cromford_spinnerei.jpg Das aufwändig restaurierte Fabrikgebäude gehört heute zum Rheinischen Industriemuseum. Mithilfe von funktionstüchtigen Nachbauten kann man dort die damalige Spinnerei in Betrieb erleben. Vor der Fabrik befindet sich das großzügige Herrenhaus mit weiteren Ausstellungsflächen.
Über die barocke Gartenanlage gegenüber dem Herrenhaus gelangt man zum 1890 angelegten Poensgen-Park (auch: Cromford-Park) mit großzügigen Rasenflächen und vielen exotischen Bäumen und Sträuchern aus der ganzen Welt. Er wurde als exzellenter Park 2004/2005 in die Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas aufgenommen.
Das aus dem 15. Jahrhundert stammende Fachwerkhaus (auch Wallersches Haus oder Suitbertus-Haus genannt) in der Oberstraße 23 gilt als schönstes Fachwerkhaus Ratingens. Es beherbergt heute eine Gastwirtschaft, die „Suitbertus-Stuben“.
Neben dem oben erwähnten Poensgen-Park verfügt Ratingen über ausgedehnte Waldflächen sowie den 110 ha großen Erholungspark Volkardey, der den Grünen See' und den Silbersee umfasst (siehe hierzu auch Ratingen-West), sowie über den Blauen See mit kleinem Freizeitpark und Freiluft-Theater. Ironischerweise ist das Wasser des Blauen Sees grün und das des Grünen Sees blau.
Im öffentlichen Personennahverkehr verkehren in Ratingen die S 6 Köln-Nippes – Köln Hbf – Langenfeld – Düsseldorf – Ratingen Ost – Essen, die Straßenbahn 712 nach Düsseldorf und viele Buslinien. Die Stadt gehört zum Verkehrsverbund Rhein-Ruhr. Darüber hinaus liegt Ratingen-Mitte im Dreieck der Autobahnen A3 (Köln-Oberhausen), A52 (Düsseldorf-Essen) und A44 (Düsseldorf-Ratingen-Ost) und ist damit hervorragend an das Autobahnnetz angebunden. Die räumliche Nähe von wenigen Kilometern zum Flughafen Düsseldorf sorgt zudem für eine optimale internationale Verkehrsanbindung.
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