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Thyreotropin, auch thyreotropes Hormon oder Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH), ist ein Hormon des Hypophysenvorderlappens mit stimulierender Wirkung auf die Schilddrüse für die Hormonproduktion.

Der am weitesten verbreitete Name für das Hormon ist die Abkürzung TSH.

TSH wird in den basophilen Zellen des Hypophysenvorderlappens gebildet. Es ist ein Proteohormon, d. h. es besteht aus einer längeren Kette von Aminosäuren, und hat ein Molekulargewicht von ca. 28.000 Dalton. TSH regt die Schilddrüse zu vermehrter Hormonproduktion an.

Physiologie

Mit Hilfe des Releasing-Hormons Thyreoliberin (TRH), das durch ein besonderes Portalgefäßsystem in hoher Konzentration zum Hypophysenvorderlappen gelangt, stimuliert der Hypothalamus die Ausschüttung von TSH aus den thyreotropen Zellen. TSH regt dann in der Schilddrüse die Bildung der jodhaltigen Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) an, zudem fördert es in der Peripherie die Umwandlung von T4 in das wirksamere T3. Umgekehrt hemmen Schilddrüsenhormone im Rahmen des thyreotropen Regelkreises die Ausschüttung von TSH aus dem Hypohysenvorderlappen, so daß schließlich konstante und bedarfsadaptierte Gleichgewichtsspiegel der beteiligten Hormone erreicht werden.

TSH-Mangel, TSH-Überproduktion

Fehlt TSH oder kann es nicht ausreichend produziert werden, dann wird die Schilddrüse immer kleiner und verkümmert. Es resultiert eine hypophysäre Hypothyreose = sekundäre Schilddrüsenunterfunktion.

Produziert die Hypophyse beispielsweise wegen eines TSH produzierenden Adenoms zu viel TSH, dann resultiert eine Schilddrüsenüberfunktion, die man als hypophysäre Hyperthyreose oder auch sekundäre Hyperthyreose bezeichnet.

Diese sekundären Schilddrüsenfunktionsstörungen wegen eines TSH-Mangels oder einer TSH-Überproduktion sind selten.

Schließlich kann es durch Störungen der TRH-Sekretion von seiten des Hypothalamus oder der Signalübermittlung im hypothalamo-hypohysären Portalgefäßsystem (Pickardt-Syndrom) zu sekundären TSH-Mangelerscheinungen oder -überproduktionen und damit zu den sehr seltenen tertiären Hypo- oder Hyperthyreosen kommen.

TRAK hat TSH Wirkung

Auch ein Immunglobulin, welches bei der autoimmunen Erkrankung Morbus Basedow sowie in seltenen Fällen auch bei einer Hashimoto-Thyreoiditis vermehrt produziert wird, kann Veränderungen der Hormonproduktion hervorrufen. Dieser Antikörper wird als TRAK = Thyreoidea Rezeptor Antikörper bezeichnet. Es sind zwei Typen von TRAK bekannt: der stimulierende Typ hat eine ähnlich stimulierende Wirkung an der Schilddrüse wie das TSH, der inhibierende (hemmende) Typ hat eine entgegengesetzte Wirkung.

Normwerte im Blutserum

bei vorhandener Schilddrüse:

TSH: 0,3–2,5 mU/l

(Der obere Referenzwert wurde 2003 überarbeitet, er war vorher bis 4,0 mU/l. Je nachdem, ob Beschwerden auftreten, kann eine Behandlung bereits bei Werten > 1,5 mU/l erfolgen. Nach neuesten Erkenntnissen geht man davon aus, dass ein TSH über 2 mehr auf eine kranke als auf eine gesunde Schilddrüse hinweist.)

bei operierter Schilddrüse mit Hormonersatztherapie:

TSH: 0,3–1,0 mU/l

TSH kann im Blut bestimmt werden. Bei der primären Schilddrüsenunterfunktion Hypothyreose ist es reaktiv erhöht. Bei der primären Schilddrüsenüberfunktion ist es erniedrigt.

Was bedeutet eine erniedrigter TSH Spiegel < 0,1 ?

Dieser Befund ist nicht selten, auch bei Leuten die eigentlich beschwerdefrei sind. Ein erniedrigter TSH Spiegel kann mehrere Ursachen haben:

  1. Man nimmt Schilddrüsenhormone ein. Dann bekommt die Hypophyse die Meldung, dass genügend Schilddrüsenhormone im Blut sind und sie bremst ihre TSH Produktion. In diesem Falle sollte die Dosis der einzunehmenden Hormone angepaßt werden.
  2. TSH ist erniedrigt, T3, T4 aber normal. Hier kann eine beginnende Schilddrüsenüberfunktion vorliegen. Diese ist noch so leicht, dass sie nicht bemerkt wird. Eine weitergehende Diagnostik ist dann empfehlenswert.
  3. TSH ist erniedrigt, T3, T4 sind erhöht. Es liegt eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) vor, die meist auch behandlungsbedürftig ist.
  4. Sehr selten kann ein erniedrigter TSH Spiegel auch auf einem echten TSH Mangel der Hypophyse beruhen. Meist ist dann auch T3 und T4 erniedrigt.

Bei den 3 letzten Konstellationen ist eine weitergehende Diagnostik und gegebenenfalls eine entsprechende Therapie notwendig.

TRH-Test

Mittels des TRH-Tests kann die Stimulierbarkeit des TSH in der Hypophyse überprüft werden. Die TRH Ausschüttung regt die TSH-Bildung an.

Geschichte

  • 1929 TSH wird durch Aron und Löb entdeckt.
  • TSH wird von ??? sequenziert.
  • 1965 wird ein erster Radioimmuno-Assay für TSH durch Odell beschrieben.
(Radioimmunoassay of thyrotropin in human serum Odell,W.D., J.F.Wilber,E.E.Paul J.clin. endocr.; Vol: 25, 1965 (1179))

Siehe auch

Hypophyse -- TRAK -- TRH -- Hypothalamus -- Schilddrüse -- Hypothyreose -- Hyperthyreose

Weblinks

Endokrinologie | Hormon

Thyreotropní hormon | Thyroid-stimulating hormone | Thyréostimuline | TSH | Тиреотропин | Thyroïd stimulerend hormoon | Hormon tyreotropowy | Hormônio tireoestimulante | Тиреотропный гормон | Тиреостимулишући хормон

 

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