Thymol (nach IUPAC als 2-Isopropyl-5-methyl-phenol bezeichnet) ist neben seinem Isomer Carvacrol ein Bestandteil der ätherischen Öle aus Thymian, Oregano und dem Bohnenkraut. Es bildet farblose, stark riechende Kristalle aus. Thymol ist ein Monoterpen mit der Summenformel C10H14O. Die CAS-Nummer ist 89-83-8.
Die kristalline Substanz Thymol wurde 1719 von Caspar Neumann entdeckt und im Jahre 1842 von M. Lallemand rein dargestellt und durch eine Elementaranalyse charakterisiert. Damit konnte er schon das richtige Verhältnis der Elemente Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff bestimmen, die diese Substanz aufbauen. Auch Friedrich Ferdinand Runge beschäftigte sich mit der Chemie dieser Substanz. Die Kristallstrukturanalyse mit der genauen Bestimmung der Atompositionen wurde erst 1980 von Alain Thozet und M. Perrin publiziert.
Da Thymol ein Phenolderivat ist, zeigt es das typische Verhalten von Phenol. Das heißt, es löst sich in Natronlauge oder Kalilauge und wird daraus durch Ansäuern wieder freigesetzt. Auch in Ethanol, Ether und Chloroform ist es gut löslich, in einem Liter Ethanol lösen sich bei 25 °C 1000 g Thymol, in einem Liter Chloroform etwa 1428 g Thymol. In Wasser ist es nur schwer löslich, in einem Liter Wasser löst sich ein Gramm Thymol. Die orale letale Dosis für eine Ratte liegt bei 980 mg/kg.
Thymol kann zu Menthol hydriert werden.