Thusis (rätorom. Tusàn) ist eine Gemeinde im Kanton Graubünden (Schweiz) und gleichzeitig Hauptort des gleichnamigen Kreises.
Geographie
Die Gemeinde Thusis, bestehend aus dem Dorf Thusis und seinem Umland, liegt am nördlichen Eingang zur Via Mala Schlucht. Die Gemeinde grenzt auf ihrer Linken an den Heinzenberg und auf ihrer Rechten an den
Hinterrhein und an das rechtsrheinig angrenzende
Domleschg .
Wirtschaft
Thusis kommt Zentrumsfunktion für die ganze Talschaft samt
Heinzenberg und
Domleschg sowie weitern Einzugsgebieten, wie
Schams und
Albulatal, zu.
Handel und
Gewerbe sind die Hauptpfeiler des Wohlstandes in der Gemeinde. Die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe ist dagegen stark zurückgegangen. Jedoch hat die
Landwirtschaft nach wie vor grosse Bedeutung für die Erhaltung und Pflege der Landschaft. Thusis ist auch Standort des für die genannte Zentrumsfunktion wichtigen Bezirksspitals.
Tourismus
Seit einigen Jahren gewinnt Thusis dank seiner landschaftlich attraktiven Umgebung (z.B. dem burgenreichen Domleschg, dem Heinzenberg, mit seinen ausgedehnten Bergwiesen und Bauernbetrieben, dem Kletter- und Tourenberg Piz Beverin, dem sagenumrankten Hohenrätien und zahlreichen Sehenswürdigkeiten von Weltrang in unmittelbarer Nähe, wie die
Via Mala Schlucht, die Deckenmalereien der
St.Martins-Kirche in Zillis, das karolingische
Kirchlein Mistail, die demnächst zum Weltkulturerbe gehörende Albulalinie der
Rhätischen Bahn, sowie der historische Wanderweg
Via Spluga, von Thusis über den
Splügenpass nach
Chiavenna (Italien), zunehmend an touristischer Bedeutung und reiht sich als Feriendorf ersten Ranges mittlerweile in den Kreis der von Thusis aus in kurzer Fahrt erreichbaren Destinationen
Lenzerheide und
Davos ein. Der Heinzenberg und das Domleschg bieten zahlreiche Sommer- und Wintersportmöglichkeiten, vom Wandern, Wassersport im Waldschwimmbad, Ski- und Langlaufen bis zu attraktivsten Funsportarten wie River-Rafting, Cannoning, Paragliding vom
Piz Beverin und Snowboarding.
Verkehr
Thusis ist an das
Schweizer Autobahnnetz mit zwei
Anschlussstellen der
A13 angeschlossen und liegt an der
Albulalinie der
Rhätischen Bahn. Diese Schmalspurbahn ist bei Eisenbahnfreunden sehr beliebt. Besonders die Strecke Thusis - Chur führ in geschwungenen Gleisen durch die schroffe Steinlandschaft.
Geschichte
Der
Ort wurde
1156 erstmals urkundlich erwähnt und nach einem Brand im Jahre
1845 teilweise neu aufgebaut. Bis zur Fertigstellung der Rhätischen Bahn im Jahre
1903 war Thusis wichtige Station für Güter und Personentransporte mit
Pferdekutschen und -wagen von
Süddeutschland nach Italien sowie ärztlich empfohlene Zwischenstation für Feriengäste, die sich ins
Engadin begeben wollten. Das
Rätoromanische ist in Thusis wohl schon im 16. Jahrhundert dem Deutschen gewichen, wohingegen die umliegenden Dörfer meist erst im 20. Jahrhundert germanisiert wurden.
Kunst, Kultur
Sehenswert ist insbesondere das Neudorf (siehe Bild). Es wurde nach dem grossen Dorfbrand von 1845, dem weite Teile des heutigen Altdorfes zum Opfer fielen neu erstellt. Das Neudorf wurde in schnurgerader Linie entlang der von Norden nach Süden verlaufenden Hauptstrasse aufgebaut. Die in einem vornehmen, vom nahen Italien geprägten Stil erstellten Bauten zeugen vom Wohlstand und Selbstbewusstsein der damaligen Thusner Honorablen. Noch heute befinden sich in den grössstenteils schützenswerten Häusern Läden mit vielfältigem Angebot sowie Gasthäuser, die der Strasse ihr einladendes und äusserst lebhaftes Erscheinungsbild geben.
Sehenswert sind in Thusis auch die spätgotische Pfarrkirche von 1506, das Haus Rosenroll aus dem 17. Jahrhundert und das barocke Schloss "Schlössli" von 1727.
Weblinks
Thusis_um_1900.jpg
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