Thuraya ist ein Satellitenkommunikationsnetz, welches allerdings nur auf eine begrenzte Fläche beschränkt ist, da es mit nur zwei Satelliten arbeitet. Ein dritter ist fertig gebaut und wird voraussichtlich Anfang 2007 in Betrieb genommen. Empfang hat man in folgenden Gebieten:
Zur Zeit ist auch ein Testbetrieb in folgenden Gebieten möglich: Myanmar, Malaysia, Sumatra, Thailand, Singapur, Laos, Vietnam und Südkorea. Wenn der dritte Satellit in Betrieb geht wird das Versorgungsgebiet auch noch Südostasien abdecken (Indonesien und Philippinen) und bis nach Japan reichen.
Der Vorteil der Thuraya-Satellitenhandys liegt darin, dass sie gleichzeitig auch im normalen GSM-Netz (900 MHz) funktionieren.
Zusätzlich verfügen Thuraya-Handys über einen GPS-Empfänger, mit dem die Position genau bestimmt werden kann.
Die Thuraya-Satelliten sind auf einer geostationären Bahn über dem Äquator positioniert, also 36.000 km über NN. Die Satelliten wurden von Boeing (Hughes) hergestellt und zählen mit einem Startgewicht von mehr als 5,1 Tonnen zu den schwersten Kommunikationssatelliten weltweit. Gestartet wurden sie mit Zenit-3SL (Sea Launch)-Raketen. Die Antenne hat einen Durchmesser von 12 Metern. Durch die Größe der Antenne und eine starke Sendeleistung sowie eine hohe Empfangsempfindlichkeit können die Handys relativ klein sein. Eine Richtantenne wie im Inmarsat-Netz ist nicht nötig. Die Antenne muss lediglich in Richtung des Satelliten ausgerichtet werden.
Betrieben wird das 2001 gestartete Thuraya-Netz von der Thuraya AG mit Sitz in Sharjah (Vereinigte Arabische Emirate). Dort steht auch die Bodenstation.
Bei Gesprächen von Thuraya-Satelliten-Telefon zu Thuraya-Satelliten-Telefon geht die Verbindung direkt über den Satelliten und "berührt" unterwegs nicht den Boden. Lediglich bei Gesprächen aus dem Festnetz zum Thuraya-Satelliten-Telefon oder vom Thuraya-Satelliten-Telefon ins Festnetz gehen die Gespräche über die Bodenstation in Sharjah.
Die Vorwahl für Gespräche in das Thuraya Netz lautet: +88216
Folgende Dienste sind im Thuraya-Netz möglich:
Da Thuraya auf der Luftschnittstelle zum Satelliten ein von GSM abgeleitetes Protokoll verwendet, erinnert das "Fahrgefühl" der Satellitentelefonie sehr an normale GSM-Nutzung, nur mit etwas mehr Delay. In nächster Zeit wird - wie auch in GSM-Netzen - GPRS über Satellit verfügbar sein.
Eine Besonderheit von Thuraya ist, dass der Ausleuchtungsbereich der geostationären Satelliten in mehrere Spot-Beams unterteilt ist. Die Zuordnung zum korrekten Spot-Beam erfolgt auf der Basis der GPS-Position des Telefons. Auf einem sendeleistungsstarken "Sat-Alert"-Kanal wird das Telefon bei einem eingehenden Anruf zuerst alarmiert, der Benutzer bewegt sich dann in eine Zone mit klarer Sicht zum Satelliten (in Europa meistens nach Südosten). Nun bucht sich das Telefon auf dem entsprechend der GPS-Position zugewiesenen Spot-Beam, Frequenz und Zeitslot ein. Die Abdeckungszonen können durch Veränderungen der Spot-Beam-Konfiguration verschoben werden. So wurde nach der Inbetriebnahme von Thuraya 2, der Teile Asiens abdeckt, die Abdeckungszone in Afrika durch Umkonfiguration der Spot-Beams auf Thuraya 1 verbessert.
Des Weiteren wird über die Thuraya-Satelliten die mobile Internetlösung Regional BGAN angeboten.
Thuraya benutzt folgende Frequenzbereiche:
| Kennung | Länge | Breite | Höhe | Start | Gewicht (ohne Treibstoff) | Gewicht (mit Treibstoff) | Startrakete |
| Thuraya 1 | 2°54'N | 98°24'E | 35803 km | 21. Oktober 2000 | um 05:22:00 Uhr (UTC)3 200 kg | 5 100 kg | Zenit-3SL |
| Thuraya 2 | 0°40'N | 44°4'E | 35804 km | 10. Juni 2003 | um 13:56:00 Uhr (UTC)3 200 kg | 5 200 kg | Zenit-3SL |
| Thuraya 3 | / | / | / | Voraussichtlich Q1/2006 | 3 200 kg | 5 200 kg | / |