Die Stadt Thun (frz. Thoune) ist Hauptort des gleichnamigen Amtsbezirks im Schweizer Kanton Bern. Sie liegt am Ausfluss der Aare aus dem Thunersee. Neben dem Tourismus sind Maschinen- und Apparatebau, Nahrungsmittelindustrie und Verlagswesen von wirtschaftlicher Bedeutung. Thun ist auch die grösste Garnisonsstadt der Schweizer Armee.
Die neuen Stadtquartiere liegen auf der Schwemmebene am Nordwestende des Thunersees, welche von der Kander aufgeschüttet wurde, bevor diese 1714 in den See umgeleitet wurde.
Während im Norden die Nachbargemeinde Steffisburg mit dem Ortsteil Schwäbis direkt an die Innenstadt grenzt, reicht das Thuner Gemeindegebiet im Süden wesentlich weiter und umfasst entlang des linken Seeufers die ehemaligen Dörfer Dürrenast und Gwatt, welche heute zum geschlossenen Siedlungsgebiet der Stadt gehören. Im Westen der Gemeinde liegen das Quartier Lerchenfeld, die Allmend, welche heute vor allem als Truppenübungsplatz genutzt wird, sowie der Stadtteil Allmendingen. Im Osten reicht das Gemeindegebiet ins Hügelland hinein und umfasst das Dorf Goldiwil. Der mit der Stadt zusammengewachsene Ortsteil Hünibach am rechten Seeufer gehört nicht mehr zu Thun, sondern zur Gemeinde Hilterfingen.
Während der Helvetik, von 1798 bis 1802, war Thun die Hauptstadt des kurzlebigen Kantons Oberland. 1913 und 1920 wurden die Vorortsgemeinden Goldiwil und Strättligen eingemeindet.
Im Schienenverkehr verfügt Thun über eine hervorragende Anbindung ans nationale Netz. In Richtung Mittelland (Bern-Olten-Basel / Bern-Zürich) und Oberland (Spiez-Interlaken / Spiez-Lötschberg-Brig) führen jeweils zwei Intercitylinien, ausserdem besteht eine Cisalpino-Verbindung nach Mailand. Regionallinien existieren durchs Aaretal (S1 Thun-Bern-Laupen), durchs Gürbetal (S3 Thun-Belp-Bern-Biel) und durchs Emmental (Linie der Regionalverkehr Mittelland AG Thun-Konolfingen-Hasle-Rüegsau).
Im öffentlichen Nahverkehr existiert ein dichtes Netz von Buslinien, betrieben durch die Verkehrsbetriebe STI und das Postauto.
Der Schiffsverkehr auf dem Thunersee hatte bis anfangs des 20. Jahrhunderts eine wichtige Funktion für den Personen- und Warentransport Richtung Oberland. Lange war Thun Endstation der Bahn und die Weiterfahrt war nur per Schiff möglich. Mit der Eröffnung der Lötschberglinie verlor Thun diese Schnittstellenfunktion und die Schifffahrt hat hauptsächlich noch eine touristische Bedeutung.
Im Sommer finden seit 2003 alljährlich die Seespiele statt. Auf einer Bühne, die jedes Jahr neu im See aufgestellt wird, werden Musicals dargeboten. 2003 war dies Evita, 2004 Anatevka (Fiddler on the roof) und 2005 Miss Saigon, für 2006 steht Elisabeth auf dem Spielplan.
Alle zwei Jahre findet im Sommer das Internationale Drehorgelfestival statt.
Das Schlossmuseum präsentiert neben Exponaten zur Lokalgeschichte und zur Schweizer Militärgeschichte unter anderem auch bedeutende Sammlungen von Thuner Majolika und antikem Spielzeug.
In einem Pavillon im Schaudapark ist das Wocher-Panorama zu besichtigen, das älteste erhaltene Panorama der Welt.
Die beliebteste Freizeitanlage im Sommer ist das Strandbad am Thunersee, "der Strämu", wie die Einheimischen sagen. Mit seiner Aussicht auf die Berner Alpen gilt es als eines der schönsten in der Schweiz. Auch die Aare lockt Schwimmer an, entweder im Flussbad Schwäbis oder auch mitten in der Altstadt, wo Mutige von Brücken aus in den Fluss springen. Ein besonderes Erlebnis ist zudem die äusserst beliebte Schlauchbootfahrt auf der Aare bis in die Bundeshauptstadt Bern.
Einen wichtigen Platz im Thuner Nachtleben nimmt das Selve-Areal ein. Es handelt sich um ein ehemaliges Industriegelände, wo nach dem Niedergang der Metallwerke Selve AG anfangs der Neunzigerjahre Bars, Discos und Clubs einzogen. 2007 müssen diese Betriebe aber einer Neuüberbauung weichen. Über die Stadt hinaus bekannt ist zudem das Kulturlokal Café Bar Mokka mit seinen regelmässigen Konzertveranstaltungen.
Ort in der Schweiz | Ort im Kanton Bern | Schweizer Gemeinde
Тун (град) | Thun | Thun | Thun | Thoune | Thun | トゥーン | Thun | Thun | Thun | Thun | Thun (kommun, CH-BE) | 图恩