Thomas Wimmer (* 7. Januar 1887 in Siglfing; † 18. Januar 1964 in München) war ein bayerischer Politiker der SPD und Oberbürgermeister Münchens von 1948 bis 1960.
Von 1924 bis 1933 war Wimmer ehrenamtlicher Stadtrat und widmete sich vor allem Personal- und Wohnungsfragen sowie den Gemeindefinanzen. Nur einen Tag nach der nationalsozialistischen Machtübernahme in München wurde er am 10. März 1933 in „Schutzhaft“ genommen und zunächst in Stadelheim, danach in Landsberg am Lech inhaftiert. Später geriet er wiederholt in Gestapogewahrsam. Nach seiner Entlassung als Beamter arbeitete er zunächst bis 1938 in einer Baufirma, dann ab 1941 nach längerer Arbeitslosigkeit als Schreiner. Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 wurde Thomas Wimmer erneut verhaftet und kam für sechs Wochen ins Konzentrationslager Dachau. Dort traf er auf seinen früheren politischen Gegner Karl Scharnagl (BVP).
Nach der Stadtratswahl vom 30. Mai 1948, aus der die SPD als stärkste Fraktion hervorging, wurde Wimmer am 1. Juli 1948 Oberbürgermeister. Außerdem war er von 1946 bis 1950 Mitglied des Bayerischen Landtags für die SPD. Mit seinem Namen verbindet sich die „Holzaktion“ zur Sicherstellung der Brennstoffversorgung in den bitteren Nachkriegswintern ebenso wie der Aufruf zur allgemeinen Trümmerbeseitigung „Rama dama“. Er wurde zur treibenden Kraft und zur Symbolfigur des Wiederaufbaus in München. Als besonders weitsichtig erwies sich sein Widerstand gegen Pläne, wie in anderen Großstädten eine Verkehrsschneise für eine mehrspurige Autobahn mitten durch das Herz der Stadt zu schlagen: „Wenn's gar nicht mehr durchkommen, dann bleiben's einfach stehen mit ihren Stinkkarren und dann werden's auch vernünftig!“, sagte er seinem Rechtsreferenten Hans-Jochen Vogel nach einer verkehrspolitischen Beratungsrunde im Rathaus Christian Ude: Unvergessen: Thomas Wimmer (Münchner Wochenblatt: Hier schreibt der OB, 8. Juli 1998).
Das erste Oktoberfest in München nach dem Zweiten Weltkrieg fand erst wieder 1950 statt. Es war ein Meilenstein in der Oktoberfestgeschichte, denn zum ersten Mal eröffnete der volkstümliche Oberbürgermeister Thomas Wimmer mit dem Anzapfen des ersten Fasses im Schottenhammel-Zelt („Ozapft is!“) auch offiziell „die Wiesn“. 1952 wurde Wimmer bei der neu eingeführten Direktwahl von der Stadtbevölkerung mit 60,9 Prozent und 1956 mit 58,3 Prozent erneut zum Oberbürgermeister bestimmt. Er bekleidete dieses Amt bis 1960. Thomas Wimmer, den die Münchner auch gerne liebevoll „Wimmer Damerl“ nannten, starb am 18. Januar 1964 an einem Herzleiden, tiefbetrauert von den Bürgern der Stadt. Als er im Ehrensaal des Rathauses aufgebahrt wurde, nahmen Zehntausende von ihm persönlich Abschied.
Thomas Wimmer war zwei Mal verheiratet. Seine erste Frau Therese erlag 1937 einem Leiden, das sie sich als Rüstungsarbeiterin zugezogen hatte. 1939 heiratete er Käthe Kircher.
Ausgerechnet nach dem Kritiker des automobilen Individualverkehrs wurde in Erding die - wenigstens außerhalb der Altstadt befindliche - Thomas-Wimmer-Straße benannt. Und dass er zum Namenspatron eines Teilstücks im verkehrsreichen Münchner Altstadtring zwischen Isartor und Maximilianstraße wurde („Thomas-Wimmer-Ring“), entbehrt nicht der unfreiwilligen Komik.
Mann | Deutscher | SPD-Mitglied | Oberbürgermeister (München) | Politiker (Bayern) | Träger des Bundesverdienstkreuzes | Geboren 1887 | Gestorben 1964
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