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Thomas Stephen Szasz * (* 15. April 1920 in Budapest) ist ein US-amerikanischer Psychiater und Psychoanalytiker ungarischer Herkunft. Er gilt als einer Mitbegründer der Antipsychiatrie.

Leben


Nachdem er 1938 in die USA emigriert war, studierte er an der Universität von Cincinnati Physik und Medizin. 1944 machte er seinen Doktor der Medizin und begann eine Ausbildung als Psychoanlytiker am Chicago Institute for Psychoanalysis. Von 1956 bis zur Emeritierung im Jahr 1990 war Szasz Professor für Psychiatrie an der State University of New York in Syracuse. Thomas Szasz ist Fellow der American Psychiatric Association und lebenslanges Mitglied der American Psychoanalytic Association. Er war auch Gründungsdirektor der amerikanischen „Citizens Commission on Human Rights“ (CCHR), die allerdings von der Scientology-Organisation dominiert wird. Szasz distanzierte sich bereits kurz nach der Gründung 1969 sowohl von der CCHR als auch von Scientology.

Lehre


Seinen Ruf als vehementen Vertreter der Antipsychiatrie begründete Szasz vor allem mit seinem Hauptwerk The Myth of Mental Illness, in dem er 1961 die Theorie aufstellte, dass Konzepte wie psychische Normalität und Verrückheit willkürliche Definitionen sind. Anders als Krankheiten, die auf biologischen Ursachen basieren, ließen sich für die meisten psychiatrischen Erkrankungen keine eindeutigen Ursachen finden. Die Diagnose einer psychischen Störung erfolge aufgrund subjektiver Bewertungen anstatt objektiver, empirisch überprüfbarer Kriterien. Die Abgrenzung von Normalität und Verrücktsein diene lediglich dazu, gesellschaftliche Konformität zu erzwingen und trüge die Gefahr in sich, als Machtmittel zur Ausgrenzung Andersdenkender missbraucht zu werden. Ausgehend von diesen Überlegungen tritt Szasz für eine strikte Trennung von Psychiatrie und Staat ein. Zwangseinweisungen in psychiatrische Kliniken verurteilt er als Verletzung der Menschenrechte.

Schriften


  • Geisteskrankheit - ein moderner Mythos? Grundzüge einer Theorie des persönlichen Verhaltens. Olten/Freiburg i.Br. 1972. (Orig.: The Myth of Mental Illness. Foundations of a Theory of Personal Conduct. New York 1961.)

  • Recht, Freiheit und Psychiatrie. Wien/München/Zürich 1978. (Orig.: Law, Liberty, and Psychiatry. An Inquiry into the Social Uses of Mental Health Practices. New York 1963)

  • Die Fabrikation des Wahnsinns, Olten/Freiburg i.Br. 1974. (Orig.: The manufacture of madness. A comparative study of the inquisition and the Mental Health Movement. New York 1970.)

  • Grausames Mitleid. Über die Aussonderung unerwünschter Menschen. Frankfurt a.M. 1997. (Orig.: Cruel Compassion: Psychiatric Control of Society's Unwanted, New York 1994.)

  • Schizophrenie. Das heilige Symbol der Psychiatrie, Frankfurt a.M. 1979. (Orig.: Schizophrenia: The Sacred Symbol of Psychiatry, New York 1976)

  • Das Ritual der Drogen. Wien, München, Zürich 1978. (Orig.: Ceremonial Chemistry: The Ritual Persecution of Drugs, Addicts, and Pushers. London 1974)

  • Psychiatrie, die verschleierte Macht, Olten/Freiburg i.Br. 1975

Weblinks


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