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Thomas Robert Malthus (* 13. Februar 1766 in Rookery bei Guildford; † 23. Dezember 1834 in Bath) war ein britischer Ökonom. Er kann zur klassischen Ökonomie gezählt werden.

Thomas Malthus geboren in Surrey, einer Grafschaft südlich von Londen, britischer Nationalökonom und Sozialphilosoph, war ab 1797 anglikanischer Pfarrer und ab 1805 erster Professor für Geschichte und politische Ökonomie an der East India Company. Berühmt und berüchtigt wurde Malthus vor allem durch seine Bevölkerungstheorie, die er in zwei Werken 1798 ("An Essay on the Principle of Population") und 1820 ("Principles of Economics") entwickelte. Es erfolgten jeweils fünf Auflagen seiner "ESSAYS". Jedoch unterscheiden sich ab der zweiten Auflage die Essays nur noch in Detailaspekten. Er gilt dadurch als Pessimist innerhalb der Klassik.

Malthus' Bevölkerungstheorie


Malthus veröffentlichte seine Bevölkerungstheorie 1798 im Buch Essay on the Principle of Population. Dort steht die Überbevölkerung als Problem einer sich entwickelnden Ökonomie und Gesellschaft im Zentrum seiner Überlegungen. Malthus geht davon aus, dass das Bevölkerungswachstum exponentiell steige, die Nahrungsmittelproduktion in derselben Zeit aber nur linear. Dies folgt aus einfachen mathematischen Überlegungen. Wenn ein Paar 4 Kinder hat und diese wieder vier Kinder pro Paar, so wächst die Bevölkerung immer schneller, die Bevölkerung verhält sich wie Zinseszinsen. Eine Steigerung der Lebensmittelproduktion folgt aber nicht dem gleichen Prinzip. Durch verbesserte Bewässerung steigt die Produktivität um 20%. Dieser Zuwachs erzeugt aber keinen weiteren Zuwachs mehr. Diese Annahme gilt nur, wenn das Bevölkerungswachstum nicht gebremst wird durch Kriege, Krankheiten, Familienpolitik usw. Die erheblichen sozialen Probleme seiner Zeit betrachtete Malthus in erster Linie als Folgen einer zu großen Bevölkerung. Seine Theorie hatte zu seiner Zeit großen Einfluss auf die Sozialwissenschaften, stellte sich aber letztlich zumindest für die heutige industrialisierte Gesellschaft als falsch heraus. Trotz der Widerlegung seiner Annahmen wird in der wissenschaftlichen Diskussion seine Theorie immer wieder aufgegriffen, da sie zum ersten Mal die grundlegenden bis heute ungelösten Fragen im Kontext der globalen Grenzen des Wachstums (siehe Wirtschaftswachstum und Club of Rome) des anhaltenden Bevölkerungswachstums und der begrenzten Tragfähigkeit der Erde thematisiert hat. Diese Ideen Malthus' wurden als Bevölkerungsgesetz bekannt. Jared Diamond ist der Ansicht, dass der Völkermord in Ruanda ein Ergebnis dieses Bevölkerungsgesetzes war.

Malthus war der Inhaber des weltersten Lehrstuhls für politische Ökonomie, der 1805 am College der East India Company im englischen Haileybury eingerichtet wurde.

Malthus' zweites Hauptwerk


Im zweiten Hauptwerk Principles of Political Economy ("Grundsätze der politischen Ökonomie") von 1820 macht er eine grundlegende Untersuchung über Wert, Grundrente, Arbeit und Arbeitslohn, um die Faktoren benennen zu können, die auf den Wohlstand eines Volkes einwirken. Vor Malthus ging man generell davon aus, dass mit wachsender Bevölkerung eine größere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Landes erreicht wird. Aus der malthusianischen Bevölkerungstheorie ergibt sich allerdings, dass das Bevölkerungswachstum stärker als das wirtschaftliche Wachstum ist und es somit zu Verarmung und Verelendung des Landes kommt. Malthus steht hier im Widerspruch zu den Ausführungen seines Freundes und wissenschaftlichen Rivalen David Ricardo und schreibt im Sinne der wirtschaftlichen Analysen von Adam Smith. Diese wirtschaftswissenschaftliche Betrachtung der Bevölkerungstheorie von Malthus wird auch als Bevölkerungsfalle interpretiert. Der Biologe Charles Darwin wurde sehr stark von Malthus beeinflusst. Er übernahm viele Aspekte seiner Theorie für die Entwicklung seiner Evolutionstheorie. Berühmtheit erlangte ferner ein Briefwechsel mit Jean-Baptiste Say.

Malthus machte kein Hehl daraus, dass er kein Verständnis für die Forderungen der Armen nach einem vorkapitalistischen Lebensstandard, der kein Leben in elenden Bedingungen mit sich brachte, hatte und es als naturgegeben ansah, dass ein großer Teil der Bevölkerung sich seinem Schicksal, einem Leben in Armut, durch die seiner Meinung nach „naturgegebenen“ wirtschaftlichen Umstände verursacht, zu stellen hatte. Malthus schlug vor, Sozialleistungen komplett einzustellen, und statt dessen das Lebensniveau der Unterschichten durch Maßnahmen zur Bevölkerungskontrolle sicher zu stellen. Malthus empfahl eine Bildungsoffensive für die unteren Schichten, da eine Hebung des allgemeinen Bildungsstandards zur Reduktion der Geburtenrate führen würde.

Werke in deutscher Übersetzung


  • Das Bevölkerungsgesetz (übersetzt von Christian M. Barth), Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1977, ISBN 3-423-06021-2

Siehe auch


Weblinks


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