Reproduction-of-the-1805-Rembrandt-Peale-painting-of-Thomas-Jefferson-New-York-Historical-Society 1.jpg: Thomas Jefferson (1805).]] Thomas Jefferson (* 13. April 1743 in Shadwell, Virginia; † 4. Juli 1826 in Monticello, Virginia) war einer der einflussreichsten Staatstheoretiker der USA. Er verfasste die Unabhängigkeitserklärung der 13 Kolonien und diente als dritter Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika (1801-1809). Jefferson, ein Anhänger des klassischen Liberalismus, war einer der Gründer der Demokratisch-Republikanischen Partei der Vereinigten Staaten, die in der amerikanischen Politik zu Beginn des 19. Jahrhunderts mehr als ein Vierteljahrhundert lang maßgeblich war. Der vielseitig interessierte Jefferson gilt ferner als „Vater der Universität von Virginia“ und seine Privatbibliothek war der Grundstock für den Wiederaufbau der Library of Congress nach dem Krieg von 1812.
Jefferson wurde anfangs von Privatlehrern und auf Privatschulen unterrichtet und ging dann 1760 an das College of William and Mary in Williamsburg. Thomas war ein sehr fleißiger Schüler und schloss das College mit höchsten Ehren ab En.wikipedia.org: Jefferson: Early Life and Education . Nach seinem Abschluss studierte er bei dem bekannten Anwalt und Politiker George Wythe Jura. Anschließend praktizierte er ab 1767 selbst als Anwalt. 1772 heiratete Jefferson Martha Wayles Skelton, mit der er sechs Kinder hatte, von denen aber nur drei das Erwachsenenalter erreichten. Nach dem frühen Tod seiner Frau 1782 heiratete er nicht erneut.
Aufgrund seiner bisherigen Arbeit wurde Jefferson zum Abgesandten Virginias im Kontinentalkongress ernannt und dort gehörte er dem Komitee an, das die Unabhängigkeitserklärung der Kolonien ausarbeiten sollte. Dieses Komitee wiederum übertrug die Aufgabe, einen ersten Entwurf der Erklärung anzufertigen, an Jefferson, der somit zum Hauptautor der Erklärung wurde. Ende 1776 kehrte Jefferson nach Virginia zurück, wo er wieder in das Bürgerhaus gewählt wurde. Als Abgeordneter widmete er sich sogleich seinem nächsten Anliegen: Eine großangelegte Reform des virginischen Rechtssystems. Er entwarf in drei Jahren 126 Gesetzesentwürfe und setzte sich dabei unter anderem für die Abschaffung der Primogenitur, für Religionsfreiheit und für eine Reformierung des Strafrechts sowie des Bildungswesens ein. Unterstützt wurde er dabei unter anderem von George Wythe, James Madison und George Mason Americanrevwar.homestead.com: Thomas Jefferson . 1779 wurde Jefferson zum Gouverneur von Virginia gewählt. Seine Amtszeit, die von 1779 bis 1781 dauerte, war gekennzeichnet durch die Auswirkungen des Unabhängigkeitskriegs. Die Briten marschierten zweimal in den Staat ein und besetzten für kurze Zeit die spätere Hauptstadt Richmond. Man warf Jefferson, der einmal nur knapp der Gefangennahme durch die Briten entkommen war, vor nicht genug für die Sicherheit der Stadt getan zu haben. Das Parlament berief eie Untersuchungskomission gegen ihn ein, Jefferson wurde aber schließlich in allen Anklagepunkten freigesprochen. Er zog sich dennoch zunächst aus der Politik und auf sein Heim Monticello zurück. Am 6. September 1782 traf ihn dort ein Schicksalsschlag, als seine Frau bei der Geburt ihres sechsten Kindes Lucy Elisabeth starb. 1785 ging Jefferson als Diplomat nach Frankreich, wo er bis 1789 verblieb. Aus diesem Grund war er nicht direkt an der Entstehung der Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika beteiligt, verfolgte die Debatte jedoch mit Interesse. Die von der Philadelphia Convention ausgearbeitete Verfassung gefiel ihm im Großen und Ganzen sehr (insbesondere das System der Checks and Balances). Er vermisste allerdings eine Bill of Rights zum Schutz des Einzelnen. Auch kritisierte er, dass die Anzahl der Amtsperioden eines Präsidenten keinen Beschränkungen unterlag. (Bernstein, S.71) In Paris entwickelte Jefferson außerdem romantische Gefühle für Maria Cosway. Da Cosway verheiratet war, war eine mögliche Beziehung zwischen den beiden aber bereits von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Jefferson, stets neugierig und interessiert, nutzte seinen Aufenthalt in Europa auch für eine Reise durch Südfrankreich und Italien. Dort studierte er vor allem die Architektur sehr genau. Sparknotes.com: Thomas Jefferson in France 1784-89 . Noch während Jeffersons Zeit in Paris brach die Französische Revolution aus. Jefferson befürwortete diese und unterstützt die Revolutionäre so weit es sein Status als Diplomat zuließ. Er half zum Beispiel dabei, die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte zu entwerfen. (Berstein, S.78) Ende September 1789 verließ er Paris und ging zurück in die Vereinigten Staaten von Amerika. Was eigentlich als sechsmonatiger Urlaub geplant war , wurde ein endgültiger Abschied von Frankreich: Zurück in Amerika wurde Jefferson vom ersten Präsidenten George Washington zu seinem Außenminister ernannt.
Alexander-hamilton.jpg Als Außenminister war Jefferson, zusammen mit dem Finanzminister Alexander Hamilton, einer von Washingtons wichtigsten Beratern. Mit der Zeit kamen jedoch Konflikte zwischen Hamilton und Jefferson auf. Während Hamilton beispielsweise die Errichtung einer nationalen Zentralbank befürwortete, war Jefferson der Auffassung, dass die Verfassung der Regierung nicht die dazu nötige Vollmacht gebe. Der New Yorker Hamilton wollte außerdem vor allem die Industrie fördern und schützen, das Hauptaugenmerk des Virginiers Jefferson galt der Landwirtschaft. Und auch außenpolitisch entzweiten sich die beiden Politiker: Während Jefferson eher profranzösisch war, trat Hamilton mehr für eine Bindung an England ein. Die Konflikte zwischen den beiden Männern führten schließlich zur Bildung der ersten Parteien der USA: Um Jefferson und seine Vertrauten (beispielsweise James Madison und James Monroe) bildete sich die Republikanische Partei (später Demokratisch-Republikanische Partei genannt), um Hamilton formierte sich die Föderalistische Partei. Die Streitereien und Konflikte zwischen den beiden Fraktionen dauerten, trotz Vermittlungsversuchen seitens des Präsidenten (Bernstein, S.102) an, und schließlich zog sich Jefferson 1793 einmal mehr enttäuscht aus der Politik zurück und widmete sich dem Ausbau von Monticello. Doch auch dieser Rückzug von der Politik war nicht von Dauer; drei Jahre später wurde Jefferson von den Republikanern zu ihrem Kandidaten für die Präsidentschaft gekürt. Anders als heute wurden Präsident und Vizepräsident damals noch nicht getrennt gewählt. Stattdessen wurde der Kandidat mit den meisten Wahlmännerstimmen Präsident, derjenige mit den zweitmeisten Stimmen Vizepräsident. Es konnte also vorkommen, dass zwei Kandidaten verschiedener Parteien gewählt wurden. Genau dies geschah bei der Präsidentschaftswahl 1796: John Adams, der bisherige Vizepräsident und Kandidat der Föderalisten, erhielt die meisten Wahlmännerstimmen (71) und wurde zum Präsidenten gewählt. Sein Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten, Thomas Pinckney aus South Carolina, erhielt dagegen nur 59 Stimmen und damit neun weniger als Jefferson, der Vizepräsident wurde. Aaron Burr, Jeffersons Kandidat für die Vizepräsidentschaft, wurde mit 30 Stimmen Vierter. En.wikipedia.org: US Presidential Election 1796 . Als Vizepräsident war es Jefferson Hauptaufgabe, über die Sitzungen des Senats zu präsidieren. In dieser Zeit schrieb er auch ein Handbuch über die Regeln und Prozeduren des Senats, A Manual of Parliamentary Practice Zu finden unter anderen auf Constitution.org .
Johnadamsvp.flipped.jpg Während Adams' Zeit als Präsident verschlechterten sich die Beziehungen der USA und Frankreich zunehmend, und es kam zum sogenannten Quasi-Krieg. Unter dessen Eindruck verabschiedete der Kongress die Alien and Sedition Acts. Diese erlaubten dem Präsidenten unter anderem, Ausländer, die aus feindlichen Staaten kamen oder als gefährlich betrachtet wurden, abzuschieben oder ins Gefängnis werfen zu lassen. Außerdem machten sie es zu einem Verbrechen, „falsche, schändliche und bösartige“ Schreiben gegen die Regierung und ihre Beamten zu veröffentlichen. En.wikipedia.org: Alien and Sedition Acts . Die Republikaner sahen diese, vor allem von den Föderalisten propagierten Gesetze als Angriff auf die Freiheit an. Für Jefferson beispielsweise verstießen sie gegen den Ersten Verfassungszusatz, der das Recht auf freie Rede und freie Presse garantierte. Er und James Madison verfassten deswegen 1798 zwei Beschlüsse für die Parlamente von Virginia und Kentucky, die sogenannten Kentucky and Virginia Resolutions. In den von Jefferson verfassten Beschlüssen des Parlaments von Kentucky wurde die Union als ein „Pakt“ zwischen den Staaten und der Zentralgewalt bezeichnet. Wie auch schon beim Streit mit Hamilton über die Zentralbank argumentierte Jefferson, dass der Bund nur dort Kompetenz hatte, wo sie ihm von der Verfassung eindeutig zugesprochen war. Sollte er diese Kompetenz auch in anderen Bereichen beanspruchen, so wären diese Beschlüsse ungültig. Bartleby.com: * . Kentucky blieb jedoch der einzige Staat, der die von Jefferson geschriebenen Beschlüsse verabschiedete. Virginia verabschiedete eine von James Madison verfasste, etwas mildere Version. Auch diese wurde allerdings von keinem weiteren Staat verabschiedet. Zwei Jahre später standen wieder Wahlen für das Amt des Präsidenten an. Die Kandidaten der Republikaner waren die selben wie vier Jahre zuvor- Jefferson und Burr- während für die Föderalisten Adams und Charles Cotesworth Pinckney antraten.
LouisianaPurchase.png Anfangs zweifelten Jefferson und Madison noch darüber, ob die Verfassung ihnen das Recht gebe, Land zu kaufen. Jefferson entwarf sogar einen dafür nötigen Verfassungszusatz (Bernstein, S.142) Er entschied sich schließlich aber doch dafür, das Angebot ohne Verfassungszusatz anzunehmen. Der Vertrag wurde am 30. April 1803 unterzeichnet, und der Senat ratifizierte ihn am 20.Oktober. Um das neue Gebiet zu erforschen, sandte Jefferson seinen einstigen Privatsekretär Meriwether Lewis und den Offizier William Clark auf eine Expedition, die diese durch ganz Amerika bis an den Pazifik führen sollte. Lewis und Clark sollten einen Wasserweg zum Pazifik finden und die Geologie und die Tierwelt des neu erstanden Territoriums erforschen. Auch sollten sie Beziehungen zu den Indianerstämmen aufbauen. Dank der mehrjährigen Expedition, die von Mai 1804 bis September 1806 dauerte, gewannen die USA umfassende Erkenntnisse über die Geographie, Flora und Fauna des von ihnen erworbenen Gebietes. Lewis und Clark entdeckten mehrere Hundert bis dato unbekannter Tier- und Pflanzenarten und brachten zahlreiche Proben davon nach Osten. Ein weiteres außenpolitisches Ereignis während Jeffersons erster Amtsperiode war der Amerikanisch-Tripolitanische Krieg im Mittelmeer gegen die Barbareskenstaaten. Die Barbaresken kontrollierten mit ihren Schiffen das Mittelmeer und forderten von ausländischen Handelsschiffen Tribut. Als englische Kolonie waren die amerikanischen Schiffe durch die Royal Navy vor solchen Bedrohungen geschützt worden, doch nach der Unabhängigkeit kam es vermehrt zu Angriffen auf amerikanische Schiffe und zu Lösegeld- beziehungsweise Tributforderungen. 1801 forderte der Pascha von Tripolis 225.000 $ von der amerikanischen Regierung, was aber von Jefferson abgelehnt wurde. Daraufhin kam es zum Krieg zwischen den USA auf der einen und Tripolis und seinen Verbündeten auf der anderen Seite. siehe hierzu auch den umfangreichen Artikel der englischen Wikipedia: First Barbary War . Am Ende, nach mehreren Gefechten in Mittelmeer, einigten sich beide Seiten, und die Vereinigten Staaten bezahlten Tripolis 60.000$ für die Freilassung der restlichen Gefangenen.
Albert Gallatin.jpg Innenpolitisch war es Jeffersons erklärtes Ziel, die Schulden der jungen Republik zu vermindern. Tatsächlich war sein Finanzminister Albert Gallatin hierbei erfolgreich: Gallatin war bis 1814 im Amt (also fünf Jahre länger als Jefferson) und reduzierte in dieser Zeit die Schulden von 80 Millionen Dollar auf 45 Millionen (Bernstein, S.148) Eine innenpolitische Niederlage musste Jefferson dagegen im Kampf gegen die von Föderalisten dominierte Rechtsprechung einstecken. Am 13. Februar 1801, kurz vor Jeffersons Wahl, hatte der damals noch von Föderalisten dominierte Kongress ein neues Gerichtsgesetz (Judiciary Act of 1801) verabschiedet. Der Judiciary Act schuf eine Reihe neuer Bundesgerichte, die durch die Föderalisten kontrolliert werden sollten. Kurz vor Jeffersons Amtseinführung, am 2.März 1801, hatte Adams noch 42 Föderalisten zu Richtern an diesen Gerichten ernannt. Adams' Außenminister John Marshall (selbst kurz vor der Amtseinführung als Oberster Richter des Surpreme Courts) konnte jedoch nicht alle Ernennungsurkunden bis zum Ende von Adams' Amtsperiode zustellen. Jefferson sah diese Ernennungen deswegen als nichtig an. William Marbury, einer der davon betroffenen Richter, legte daraufhin Klage beim Obersten Gerichtshof ein und wollte Jeffersons Außenminister James Madison gerichtlich dazu zwingen, ihm die Urkunde auszuhändigen. In dem darauf folgenden Fall Marbury v. Madison erklärte sich der Oberste Gerichtshof für nicht zuständig. Bevor er dies feststellte, gelang es dem Obersten Richter John Marshall in seiner Erklärung, Jeffersons Regierung aufgrund der Nichtaushändigung der Urkunde des Rechtsbruchs zu bezichtigen. Damit konnte er zwar nicht dafür sorgen, dass Marbury seine Urkunde erhielt, doch stärkte er mit seinem Spruch die Position des Obersten Gerichtshofs, indem er den Vorrang der Verfassungsgerichtsbarkeit etablierte. Die Republikaner befürchteten, dass die von Föderalisten kontrollierten Gerichte sich Jefferson und seiner Administration in den Weg stellen würden und versuchten, mehrere Richter mittels Impeachment ihrer Ämter zu entheben. Dies gelang ihnen jedoch nur in einem Fall, dem von John Pickering.
Außenpolitisch versuchte Jefferson, die USA um jeden Preis aus den Kriegen in Europa herauszuhalten. Aus diesem Grund, und um Großbritannien von Übergriffen auf amerikanische Schiffe abzubringen, initiierte Jefferson 1807 den Embargo Act, der den Export amerikanischer Güter nach Europa unterbinden sollte. Das Gesetz schlug jedoch fehl. Zahlreiche amerikanische Seemänner verloren ihre Arbeit, Neuengland war aufgrund der aus dem Embargo resultierenden wirtschaftlichen Probleme in Aufruhr, aber weder Großbritannien noch Frankreich änderten ihre Politik gegenüber den Vereinigten Staaten Siehe auch hierzu den Artikel der englischen Wikipedia: Embargo Act of 1807 . Das Gesetz wurde schließlich 1809 zurückgenommen. Die britischen Übergriffe gegen amerikanischen Handel sollten drei Jahre später zum Krieg von 1812 führen (siehe auch Gründe für den Krieg von 1812). Am Ende seiner zweiten Amtszeit erklärte Jefferson schließlich, nicht mehr für eine dritte kandidieren zu wollen. 1809, nach der Wahl von James Madison zum Präsidenten, zog er sich zum dritten Mal nach Monticello zurück, dieses Mal für immer.
1804 Jeffersons-Polygraph-Monticello Cville VA.jpg von Thomas Jefferson – ein frühes „Kopiergerät“.]] Bis Ende des 18. Jahrhunderts hatte Jefferson eine enge Freundschaft mit John Adams und seiner Frau Abigail verbunden, die dann unter den politischen Ereignissen der Zeit gelitten hatte. Nun, da beide im Ruhestand waren, nahmen sie ihre Korrespondenz wieder auf (Bernstein, S.183) Ein weiteres „Großprojekt“ Jeffersons, das ihm sehr am Herzen lag, war die Universität von Virginia in Charlottesville, deren Gründer er war. Die Universität war ganz und gar seinen Idealen entsprungen, sowohl architektonisch als auch inhaltlich. Sie war geprägt von seinem Wunsch nach Trennung von Kirche und Staat. Ihren Mittelpunkt bildete nicht, wie bei anderen Universitäten der damaligen Zeit, eine Kirche, sondern eine Bibliothek. Außerdem bot die Universität ihren Studenten auch ein großes Ausmaß an Freiheit und Vielfalt bei der Wahl ihrer Fächer an. Siehe hierzu auch den Artikel der englischen Wikipedia: University of Virginia .
Jeffersons Denken war von der Aufklärung bestimmt. Er bezeichnete einmal John Locke, Francis Bacon und Isaac Newton als „die drei größten Männer, die die Welt je hervorgebracht hat.“ Merrill D. Peterson, Thomas Jefferson: Writings, p. 1236 Sein Ideal von Amerika war das einer Nation von freien, unabhängigen Bauern. Er setzte sich dafür ein, dass jeder Amerikaner ein Stück Land erwerben könne. Jefferson war auch ein Vertreter des freien Handels. Er hatte beispielsweise als Gesandter in Europa ein Handelsabkommen mit Preußen abgeschlossen Yale.edu: Avalon Project . Sein Bekenntnis zu Landwirtschaft und freiem Handel war auch einer der Hauptgründe für seinen Streit mit Alexander Hamilton. Hamilton wollte die heimische Wirtschaft und Industrie notfalls auch durch Zölle vor europäischen Importen schützen. Hier zeigt sich bereits im Verhältnis dieser beiden Männer, des Virginiers Jefferson und des New Yorkers Hamilton, die spätere Kerndiskrepanz zwischen dem landwirtschaftlich geprägten Süden und dem industrieorientierten Norden. Diese Spaltung zwischen Nord und Süd vertiefte sich in den folgenden Jahren immer mehr und fand schließlich im Sezessionskrieg ihren Höhepunkt. Jefferson war auch ein Vorkämpfer für Demokratie und Menschenrechte, wie beispielsweise die berühmte Formulierung von den „selbstverständlichen Wahrheiten“ in der Unabhängigkeitserklärung zeigt. Aber auch während seiner Zeit als Diplomat in Frankreich, zu Beginn der Französischen Revolution, setzte sich Jefferson stark für die Menschenrechte ein und half dabei, die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte zu entwerfen. (Bernstein, S.78) In seiner Rede zur ersten Amtseinführung erklärte er außerdem: „Manchmal wird gesagt, man kann einem Menschen nicht die Gewalt über sich selbst anvertrauen- kann man ihm dann die Gewalt über andere anvertrauen?“ Yale.edu: First Inaugural Address Was die Vereinigten Staaten betraf, war Jefferson für eine strikte Auslegung der Verfassung. Seiner, zum Beispiel in den Kentucky Resolutions geäußerten, Meinung nach waren die USA ein Bund der Einzelstaaten mit der Zentralmacht, und diese hatte nur dort Befugnisse, wo die Verfassung sie ihr eindeutig zuschrieb. Aus diesem Grund lehnte er beispielsweise die Errichtung einer Zentralbank und die Alien and Sedition Acts ab. Es zeigte sich aber, dass Jefferson die Verfassung als Präsident weniger strikt auslegte, als er es als Oppositioneller, so zum Beispiel beim Kauf von Louisiana, getan hatte. Jefferson war außerdem umfassend naturwissenschaftlich gebildet. Er gilt beispielsweise als Pionier der amerikanischen Archäologie, da er Indianergräber in der Umgebung von Monticello auf ihr Alter untersuchte. Jefferson setzte dabei erstmalig eine Methode ein, die als Vorläufer der Dendrochronologie angesehen werden kann: er zählte die Jahresringe der auf den Grabhügeln stehenden Bäume. siehe auch bama.edu und history.org Auch als Erfinder tat er sich hervor. Neben dem Jefferson-Polygraphen erfand er den ersten, noch heute so verwendeten Kleiderbügel. Sein Wissensdurst manifestierte sich auch in seiner mehr als 6.500 Bände umfassenden Bibliothek. Als während des Krieges von 1812 die Kongressbibliothek in Washington D.C. ein Raub der Flammen wurde, bot Jefferson seine Privatbibliothek, die rund 3.500 Bände mehr als die ursprüngliche Kongressbibliothek umfasste, dem Kongress zum Kauf an, was von diesem schließlich auch akzeptiert wurde.
Thomas_Jefferson's_Grave_Site.jpg In späteren Jahren wurde vor allem seine Beziehung zu Sally Hemmings und seine Haltung zur Sklaverei kritisch betrachtet (Bernstein, S. 194f.) . Trotz aller Kritik spielt Jefferson noch immer eine wichtige Rolle im Selbstverständnis der Amerikaner. Besonders zu erwähnen ist dabei die von ihm verfasste Unabhängigkeitserklärung. Zahlreiche Redner zitierten Passagen aus ihr oder machten sie zu Themen ihrer Reden, so zum Beispiel Abraham Lincoln in seiner Gettysburg Address, Martin Luther King Jr. in seiner I Have a Dream-Rede oder Bill Clinton in seiner ersten Amtseinführungsrede The Avalon Project: Clinton's 1st Inaugural Address . Jefferson selbst wünschte, seinem von ihm selbst verfassten Epitaph zufolge, vor allem für drei Dinge in Erinnerung zu bleiben: Autor der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, des Gesetzes von Virginia für religiöse Freiheit und Vater der Universität von Virginia.
Mann | Präsident der Vereinigten Staaten | Vizepräsident der Vereinigten Staaten | Amerikanische Unabhängigkeit (Person) | Außenminister (USA) | Geboren 1743 | Gestorben 1826 | Gouverneur (Virginia) | Deismus
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