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Der Apostel Thomas ist einer der "Zwölf", die Jesus drei Jahre lang als Jünger begleiteten. Sein Fest wird am 3. Juli gefeiert (vor der Liturgiereform 1970 am 21. Dezember).

Der Name Thomas stammt aus dem Aramäischen und bedeutet Zwillingsbruder; deshalb wird Thomas in der Bibel auch "Didymus" genannt. In der syrischen Tradition erscheint er als Judas Thomas, da Thomas dort als Beiname verstanden wird. Gerard van Honthorst 003.jpg: Der ungläubige Thomas, 17. Jh.]] An einer Stelle des Neuen Testaments – nach Jesu Auferstehung – tritt Thomas besonders in Erscheinung: im 20.Kapitel des Johannesevangeliums.

24. Thomas, genannt Didymus (Zwilling), einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam.
25. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.
26. Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt und Thomas war dabei. Die Türen waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch!
27. Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus – hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!
28. Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott!
29. Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.

Wegen dieser Begebenheit wird er manchmal "ungläubiger Thomas" genannt – eine Bezeichnung, die auch in unseren Tagen noch manchmal jemandem verliehen wird.

In den apokryphen Thomasakten wird überliefert, dass Thomas zur Verkündigung des Christentums nach dem Osten ging und bis Indien kam. Damit hätte er sogar weitere Reisen als Paulus gemacht. Die sog. Thomaschristen führen ihre Gemeinschaft auf ihn zurück. Syro-Malabarische Kirche und Malankara Orthodox-Syrische Kirche verehren ihn in besonderer Weise. Nach anderer Tradition, die in Konkurrenz zur Addai-Tradition steht, ist er Gründer der syrischen Kirche in Edessa. In dieser Tradition wurden seine Gebeine aus Parthien oder Indien nach Edessa überführt und dort bestattet. Ibas von Edessa ließ für seine Reliquien eine Kirche erbauen. Sein angeblicher Schädel wird in der Sioni-Kathedrale in Tiflis, Georgien aufbewahrt und von der Georgisch Orthodoxen Apostelkirche als Reliquie verehrt.

Thomas ist der einzige Apostel, der über eine weitreichende außerkanonische Tradition mit eigenständigem Verfasserprofil verfügt, nicht zuletzt deshalb, weil er nach einigen Traditionslinien, die vor allem in der Gnosis und im Manichäismus zum Ausdruck kommen, als Zwillingsbruder Jesu gilt.

Nach der These von Helmut Köster enthält das apokryphe Thomasevangelium, das auf den Apostel zurückgeführt wird, authentisches Material und ist bereits im 1. Jahrhundert entstanden. Hier seien viele Jesusworte in urtümlicher Fassung ohne Abhängigkeit von den Evangelien überliefert worden. Ähnlich positiv Klaus Berger und Gerhard Marcel Martin.

Die Akten des Apostel Thomas haben sowohl im Manichäismus als auch bei syrischen Kirchenchristen eine bedeutende Rolle gespielt, ebenso wird das in den Nag-Hammadi-Schriften erhaltene Buch des Athleten Thomas auf ihn zurückgeführt. Im Manichäismus wird er schließlich zum Didymos (arabisch at-Taum), zum offenbarenden Engel, der Mani zum Glauben anleitet.

In Europa gilt er als als Schutzpatron der Bau- und Zimmerleute.

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