Ein Thermalbad (auch Therme, lat. thermae) ist eine Einrichtung zur therapeutischen Nutzung einer Thermalquelle.
Offen zutage tretende Thermalquellen werden schon seit Alters her für Bade- und Heilzwecke genutzt. Seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. sind antike Badeeinrichtungen zur Nutzung von Thermalquellen nachweisbar.
Die sich immer weiter verfeinernden Bäder breiteten sich im ganzen Herrschaftsgebiet aus, bis zu den Grenzprovinzen, wo selbst die Militärlager am Limes in der Regel über eine Badeanlage verfügten. Zur Mindestausstattung gehörte ein Umkleideraum (apodyterium), ein Warmluftraum (sudatorium), ein Warmwasserbad (caldarium), ein Abkühlraum (tepidarium) und ein Kaltwasserbad (frigidarium). Zur Beheizung der Räume wurde eine frühe Form der Fußbodenheizung, eine Hypokaustum-Heizung verwendet. An den noch teilweise erhaltenen Thermen von Pompeji oder den drei Thermen in Trier läßt sich der Aufbau römischer Thermen gut nachvollziehen.
Die Thermen entwickelten sich in Italien aus verschiedenen Vorläufern wie dem griechischen Bad (Balneion) und einheimischen Schwitzkuren. Seit der Mitte des 1. Jahrhundert v. Chr. ist der Bau von öffentlichen Bädern in Rom bekannt, und während des 1. Jahrhunderts n. Chr. erlangte das Baden in öffentlichen Bädern eine hohe Bedeutung als sozialer Mittelpunkt des Lebens und fest zum Tagesablauf gehörendes Ritual. Die literarischen und epigraphischen Quellen zeigen, dass die Beliebtheit des Badens bei den Römern in der Zeit zwischen Cicero (106-43 v. Chr.) und Martial (ca. 40-104 n. Chr.) stark anwuchs. Die Frage nach den Gründen dieser wachsenden Beliebtheit sind schwer zu beantworten, da viele Faktoren dabei eine Rolle gespielt haben dürften: zum einen das Anwachsen der Bevölkerung im Rom des 1. Jh. n. Chr. und das verstärkte Bedürfnis nach Möglichkeiten des Waschens und Möglichkeiten der Flucht aus armseligen Wohnumständen. Ein weiterer Grund kann in der Verbreitung medizinischer Theorien, die das Baden als gesundheitsfördernd empfahlen gesehen werden.
Diese Vorschriften führten zu der grundsätzlich stets gleichen Raumfolge der römischen Bäder: Auf das apodyterium (Umkleideraum) folgte das caldarium, der Heißbaderaum mit Heißwasserbecken, darauf tepidarium mit milder Hitze, in dem man länger saß. Dann kühlte man sich im frigidarium, dem Kaltbaderaum, ab und sprang dort in das Kaltwasserbecken. Schließlich gab es in einigen Bädern noch ein laconicum oder sudatorium, einem Raum, in dem eine trockene Hitze erzeugt wurde und der keine Becken besaß. Ein wichtiger Teil des antiken Badevorgangs war auch das Einölen zwischen den einzelnen Badegängen und abschließend, dabei wurde das Öl mittels Strigilis wieder abgeschabt und somit auch Schweiß und Schmutz entfernt.
Bestätigt wird die Wichtigkeit dieser Einrichtung durch die große Zahl und prächtige Ausstattung der römischen Badegebäude — sei es privater oder öffentlicher Art. Die Bedeutung des Badens als Bestandteil des Lebens eines Römers wird auch anhand der vielen Bäder, die in neuen Provinzen bald nach der Eroberung entstanden, deutlich. Nimmt man die Nordwestprovinzen als Beispiel, so zeigt sich, dass bald nach der Eroberung durch die Römer nahezu überall Thermen entstanden. Eingeführt wurde diese Badesitte und die dazugehörigen Bauten natürlich von den Römern, die auf diese Annehmlichkeit nicht lange verzichten wollten. Ihre schnelle Verbreitung in der Provinz auch an Orten, die nicht ausschließlich von Römern bewohnt waren, zeigt jedoch die baldige Übernahme der Sitte durch die einheimische Bevölkerung.
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