Therese Huber (* als Therese Heyne 7. Mai 1764 in Göttingen; † 15. Juni 1829 in Augsburg) war eine deutsche Schriftstellerin.
Ihr Hauptwerk bilden Romane, Erzählungen und Reiseberichte - letztere über Rheinland, Holland, mehrmals Schweiz, Frankreich und Australien (damals "Neuholland") - doch war sie auch als Übersetzerin tätig. Ihre 4500 Briefe (viele an bekannte Zeitgenossen) werden von Literaturwissenschafter/innen der Universität Osnabrück seit 1988 für eine 9-bändige "Briefausgabe Therese Huber" (Niemeyer-Verlag in Tübingen) aufbereitet, 3 Bände sind bereits erschienen. Die Themen ihrer Briefe sind ungewöhnlich weit gestreut:
Alltägliches und hohe Politik, intellektuelle Modethemen, Kriege und Heilpflanzen, allgemeine Themen von intellektuellem Interesse: über den Sauerampfer, Gesellschaft und Mode, Erziehungstherien und eine von ihr unterstützte Erziehungsanstalt bei Bern, die Sprachentwicklung ihrer Kinder, Leseabende mit ihnen und ihrem Mann, Geburt und Tod – und natürlich über die zahlreichen Pläne, Mühen und Freuden ihrer Schriftstellerei.
Den aufkommenden Deutschnationalen stand sie kritisch gegenüber und schrieb über ihre Gefühlen in Bezug auf diese Bewegung. Die Briefthemen kommen aus verschiedensten Situationen und sind je nach Empfänger gefärbt und gewichtet.
Therese Huber gebar zehn Kinder, von denen vier das Erwachsenenalter erreichten. Ihr erster Mann war der bedeutende Naturforscher und Revolutionär Georg Forster (1754–1794), mit dem sie von 1785 bis 1787 in Polen und von 1788 bis 1792 in Göttingen und Mainz lebte. Die Französische Revolution erlebte sie aus nächster Nähe – ebenso die "Mainzer Republik".
In zweiter Ehe heiratete sie den Schriftsteller und Redakteur Ludwig Ferdinand Huber (1764-1804). Sie lebten die etwa 10 Jahre in Bôle bei Neuchâtel, 1798-1804 in Stuttgart und Ulm. Nach seinem Tod wohnte sie 12 Jahre bei ihrer zweiten Tochter Claire von Greyerz in Stoffenried und 1807-1816 in Günzburg. Dann übernahm sie die Redaktion des von Cotta herausgegebenen Morgenblatts in Stuttgart für insgesamt 7 Jahre. Nach Augsburg übersiedelte sie 1823 und starb fast blind im Jahr 1829.
Eine ihrer jüngeren Töchter, Luise Huber (1795-1831) war ab 1816 mit dem Forstverwalter Emil von Herder (1783-1855) verheiratet und heiratete ihn 1822 erneut. Der Sohn Victor Aimé Huber (1800-1869) war Gymnasiallehrer, Reiseschriftsteller und setzte sich für Sozialreformen ein.
Autor | Literatur (18. Jh.) | Literatur (19. Jh.) | Literatur (Deutsch) | Reiseliteratur | Roman, Epik | Frau | Deutscher | Geboren 1764 | Gestorben 1829 | Frauenliteratur
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