Die Theosophische Gesellschaft ist eine 1875 in New York gegründete Organisation, die beträchtlichen Einfluss auf religiöse, esoterische Bewegungen weltweit genommen hat. Heutige Abkömmlinge bleiben ihr gegenüber an Bedeutung zurück. Von ihrem Selbstanspruch her ist sie Teil einer universalen, geistigen, intellektuellen und ethischen Bewegung, die zu allen Zeitaltern tätig war. Grundlage dieser Bewegung ist eine sogenannte „Universale Bruderschaft“. Diese beruhe darauf, dass in dem anfang- und endlosen Universum alles Existierende, jede Wesenheit, in seiner fundamentalen Essenz mit dem kosmischen Bewusstsein verwandt und von ihm in allen seinen Teilen belebt und beseelt werde. Damit seien alle Lebewesen als eine unauflösbare Universale Bruderschaft miteinander verbunden. Die Anerkennung der "Universalen Bruderschaft" ist eine Grundvoraussetzung für die Mitgliedschaft in der Theosophischen Gesellschaft.
In ihrem letzten Werk, Der Schlüssel zur Theosophie (1889), benennt Helena Blavatsky als Hauptziele der Theosophischen Gesellschaft:
Sowohl von der TGinA, als auch der "Adyar-TG" trennten sich in den folgenden Jahren und Jahrzehnten zahlreiche Logen ab und gründeten eigene, zum Teil konkurrierende Organisationen. Dies führte zu einer Zahl von unterschiedlichen Strömungen der Theosophischen Gesellschaften, die jedoch alle von sich behaupten, die "wahre" und "echte" Theosophie zu vertreten. Aus der zur Adyar-TG gehörenden Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft ging 1912 die Anthroposophische Gesellschaft unter Rudolf Steiner hervor. Die Gründe für diese Abspaltung waren vor allem die Hinwendung der Adyar-TG zum Hinduismus unter der neuen Präsidentin Annie Besant seit 1907 und besonders die Verehrung Jiddu Krishnamurtis als wiedergeborener Christus und kommenden Weltlehrer, die mit seiner Entdeckung durch Charles W. Leadbeater im Jahre 1909 einsetzte.
Zahlreiche namhafte Künstler, Schriftsteller und Wissenschaftler des ausgehenden 19. Jhdts und beginnenden 20.Jhdts (u.a. James Joyce) standen in Verbindung mit der Theosophischen Gesellschaft oder waren Mitglieder, so dass der Theosophischen Gesellschaft ein bedeutender Anteil an der Entwicklung des Geisteslebens der damaligen Zeit gegeben werden kann.
Neben den genannten sind zahlreiche andere religiös-reformerische und esoterische Organisationen aus der Theosophie hervorgegangen oder haben Einflüsse aus ihr aufgenommen. Im deutschsprachigen Kontext bedeutend ist die Ariosophie des Guido von List, der beispielsweise der Theosophischen Gesellschaft in Wien anhing, als eine unter vielen ideologischen Quellen des Nationalsozialismus. Guido von List's Lehren sind aber in vielen wesentlichen Grundsätzen deutlich verschieden von den theosophischen Lehren und können als Missbrauch der Theosophie angesehen werden.
Im Jahr 1936 wurde in Deutschland die Theosophischen Gesellschaften aller Richtungen und die entsprechende Literatur von den Nationalsozialisten verboten.
Die Theosophische Gesellschaft ist keine freimaurerische Organisation. Helena Blavatsky erhielt zwar 1877 einen freimaurerischen Titel, welcher aber von "offizieller" Freimaurerei nicht anerkannt wurde. Blavatsky war aber gut vertraut mit der Theorie und den Praktiken der Freimaurerei. In ihrem Gesamtwerk, besonders aber in Isis Unveiled, schrieb sie darüber.
Sylvia Cranston: HPB - Leben und Werk der Helena Petrowna Blavatsky
Siehe auch: Theosophie und Theosophische Gesellschaft in Amerika
Theosophical Society | Sociedad Teosófica | Theosofische Vereniging | Teosofisk Samfunn | Towarzystwo Teozoficzne | Sociedade Teosófica | Теософское общество | Teozofická spoločnosť
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"Theosophische Gesellschaft".
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