Die Theorie der Felder und Wellen, von vielen auch Theoretische Elektrotechnik genannt, beschäftigt sich mit der ingenieursmäßigen Betrachtung von elektromagnetischen Feldern und Wellen. Physikalisch werden elektromagnetische Felder und Wellen durch die Elektrodynamik beschrieben.
In vielen Bereichen der Elektrotechnik ist ein Verständnis beziehungsweise ein tieferer Einblick in die Theorie der Felder und Wellen erforderlich. In der Energietechnik sind es die Gebiete Hochspannungstechnik, Elektrische Maschinen und Energieversorgung die sich insbesondere mit Feldern auseinandersetzen müssen. Die Nachrichtentechniker brauchen insbesondere auf dem Gebiet der Hochfrequenztechnik Kenntnisse über die physikalischen Vorgänge von Wellen. Auch die Mikroelektronik braucht sie auf dem Gebiet integrierte Schaltungen. Ebenso wichtig ist sie für elektrische RLC-Netzwerke.
Die Kraftwirkung zwischen lokalisierten Körpern war schon im antiken Griechenland bekannt. Die Eigenschaft der Materie wurde mit dem Begriff "elektrische Ladung" in Verbindung gebracht.
Bei Experimenten mit zum Beispiel dem Elektroskop oder Elektrometer konnte festgestellt werden, dass es zwei verschiedene Arten elektrischer Ladung gibt. Die eine Art nennt man positive und die andere negative Ladung. Des weiteren wurde festgestellt, dass geladene Körper Kräfte aufeinander ausüben. Dabei stoßen sich gleichnamige Ladungen ab, während sich ungleichnamige Ladungen anziehen.
Viele Experimente zeigten, dass elektrische Kraftwirkungen räumlich nicht lokalisiert sind. M. Faraday gelang es erstmals physikalische Felder zur Beschreibung elektromagnetischer Vorgänge heranzuziehen. J. C. Maxwell gelang die mathematische Charakterisierung mit mathematisch skalaren und vektoriellen Feldern. Zunächst wurden diese physikalischen Felder mit kleinen Probekörpern ausgemessen. Die physikalischen Systeme wurden dabei "feldmäßig" gedeutet durch Energie-Impuls-Transporte vergleichbar mit Feder-Masse-Systemen im Gravitationsfeld.
C. A. de Coulomb stellte mit der nach ihm benannten Drehwaage die Größen in folgenden Zusammenhang. Die Kraft nennt man Coulomb-Kraft. Durch sie wird die Fernwirkung der Ladung Q auf die Probeladung q beschrieben.
Die Interpretation des elektrischen Feldes im Sinne des Nahwirkungsprinzips erreicht man durch Einführung eines neuen Feldes. Dem physikalischen elektrischen Feld wird weiteres vektorielles mathematisches Feld zugeordnet.
Satz von H. L. F. von Helmholtz: ein (mathematisches) vektorielles Feld (mit bestimmten Eigenschaften) wird i.w. durch das zugeordnete skalare Feld div(.) und das vektorielle Feld rot(.) eindeutig festgelegt.
Das legt nahe, dass ein wirbelfreies Quellenfeld ist. Das Maß für die Quellen ist div(.) und das Maß für die Wirbel ist rot(.).
Die nach S. D. Poisson benannte Poisson-Differentialgleichung beschreibt den Zusammenhang zwischen einer Ladungsdichteverteilung ρ und dem von ihr erzeugten elektrischen Potential für den Fall, dass über den Raum konstant ist.
Für den ladungsfreien Raum folgt aus der Poisson-Differentialgleichung die nach P. S. M. de Laplace benannte Laplace-Differentialgleichung.
Die schwierigste Aufgabe für den Ingenieur ist es diese Differentialgleichungen geeignet zu lösen. Wichtig ist zu erkennen welche geeigneten Vereinfachungen getroffen werden können, um ans Ziel zu gelangen.
Der Ingenieur bedient sich vielfach numerischer Verfahren.
(G. Wunsch, S. 122): "Die große praktische Bedeutung eines Eindeutigkeitssatzes liegt darin, dass es unwesentlich ist, welche Lösungsmethode man zur Lösung der Poissonschen Differentialgleichung verwendet.
Wenn es gelingt, auf irgendeine Weise (zum Beispiel durch ein "Probierverfahren" auf der Grundlage eines mathematisch nicht weiter legitimierten Lösungsansatzes) eine (partikuläre) Lösung einer Differentialgleichung zu finden, die die geforderten Randwerte annimmt, so ist damit die einzige Lösung des Problems gefunden. Es ist dann unwichtig, wie diese Lösung im einzelnen ermittelt wurde."
Separation der Variablen: der räumliche Bereich G und der Laplacesche Operator werden auf nicht-kartesische Koordinaten bezogen, so dass die Koordinatenflächen zu Randflächen von G werden (wenigstens approximativ).
Produktansatz: nach der Separation wird in diesen Koordination ein Ansatz der folgenden Form gemacht.
Ausgangspunkt: Die spezielle Lösung der Poisson-Differentialgleichung
Taylorreihen Entwicklung von nach Potenzen von
Hierin ist die Gesamtladung, das Dipolmoment und das Quadrupolmoment.
Es ist:
1 Spannungsquelle
2 Zuleitung zur Platte
3 Elektron
4 Strömungslinie
5 Platte
Die Elektronen nehmen nicht nur den direkten Weg auf der Platte, sondern ihre Bahnen verteilen sich auf der Platte. Sie werden mittels den Strömungslinien dargestellt.
Auf direktem Weg zwischen den Zuleitungen fließt am meisten Strom, daher sind dort die Strömungslinien näher beieinander. ]]
In einem drahtförmigen Leiter wird angenommen, dass die Stromdichte konstant ist. Das heißt an jedem Punkt fließt gleich viel Strom bezogen auf die Fläche. Aufgrund komplizierteren geometrischer Anordnung können jedoch ungleichmässige Stromverteilungen auftreten. Diese werden mit einem Vektorfeld, dem Strömungsfeld beschrieben.
Das Strömungsfeld kann durch Stromlinien ( Bahn eines Ladungsträgers ) veranschaulicht werden. Stellen an denen die Stromlinien nahe beieinander liegen ist die Stromdichte gross. Stromlinien können sich nicht schneiden.
Jedem Punkt im Strömungsfeld wird ein Stromdichtevektor zugeordnet:
Die Ursache des Strömungsfeld ist ein Potentialunterschied. Dieser wird mit einem Potentialfeld (Skalarfeld) beschrieben. Punkte gleichen Potentials bilden Potentaillinien die zur veranschaulichung des Potentialfeldes dienen.
Ein Potentialunterschied übt eine Kraftwirkung auf die Ladungsträger aus. Diese wird mit der el. Feldstärke beschrieben:
Ein Strömungsfeld lässt sich somit auch mit einem Vektorfeld von Feldstärkenvektoren beschreiben. In isotropen Stoffen ist die Stromdichte und Feldstärke gleichgerichtet. Sie sind über die spezifische Leitfähigkeit oder den spezifischen Widerstand verknüpft:
Diese Beziehung ist das Ohmsches Gesetz in Elementarform.
Der Strom und die Spannung lässt sich im Strömungsfeld über folgende Beziehungen berechnen:
Das Biot-Savart-Laplace-Gesetz (siehe: Biot-Savart-Gesetz) beschreibt den Zusammenhang zwischen der Ladungsstromdichteverteilung und dem von ihr erzeugten Magnetfeld :
Hilfsgröße
Mit den vollständigen Maxwellschen Gleichungen lassen sich alle Felder und Wellen der Theoretischen Elektrotechnik beschreiben. Sie lassen sich mit dem Satz von Gauß und Stokes sowohl in differentieller als auch in integraler Schreibweise ausdrücken.
Die Beziehungen zwischen und und und werden durch die Materialgleichungen der Elektrodynamik beschrieben.
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