Das Thema ist die Nachfolgeeinrichtung der Provincia im byzantinischen Reich. Die wahrscheinliche Bedeutung ist „Zuweisungs-“ bzw. „Aufstellungsraum“. Eine Vorstufe der Thema ist das Exarchat.
Die Datierung der Einführung der Themenverfassung ist in der modernen Forschung allerdings umstritten. Wahrscheinlich sind sie aber nicht unter dem bedeutenden byzantinischen Kaiser Herakleios, sondern erst unter seinem Enkel Konstans II. entstanden. Obwohl die Militärverwaltung zuerst von der Zivilverwaltung strikt getrennt war, übernahmen die Militärgouverneure später auch diese Funktion. In der Spätzeit zerfielen die großen Themata in kleinere Einheiten (besonders im Zusammenhang mit der byzantinischen Expansion ab der Mitte des 9. Jahrhunderts), doch brach die Themenordnung, in der auch die Ansiedlung von Soldatenbauern an der Grenze eingebunden war, im 11. Jahrhundert aufgrund der wirtschaftlichen und militärischen Katastrophen des byzantinischen Reiches zusammen. Die Zahl der Themen schwankte zwischen vier (zur Zeit ihrer Entstehung) und ca. fünfzig (während der byzantinischen Expansion Ende des 10. und zu Beginn des 11. Jahrhunderts).
Die Neuorganisation gab den Strategen relativ viel Macht, ab 668 sind demnach auch Rebellionen von Strategen belegt. Daher wurden die Themen unter folgenden Herrschern verkleinert, Konstantin V. richtete aus Teilen des Opsikion die Tagmata ein, eine Art kaiserliche Haustruppe, die allerdings auch Militärgüter bewirtschaftete.
Die Soldaten, auch die fremden Söldner, erhielten innerhalb der Themen Land zugewiesen, damit konnte ihr Sold deutlich verringert werden. Die Zahl der Beamten konnte nun von 2500 auf 500 verringert werden. Die Soldaten mussten die Kosten für Uniformen, Ausrüstung, Pferde und Fourage aus dem Erlös ihrer Landwirtschaft bestreiten. Ab 659 sind Bleiplomben kaiserlicher Lagerhäuser bekannt, in denen die Militärausrüstung verkauft wurde. Sie wurden von dem Militär-Logotheten verwaltet.
Die Themen waren in 2-18 Drungi unterteilt, die aus jeweils 1.000 Soldatengütern bestanden. Sie unterstanden einem Drungarchen. Mehrere Drungi bildeten ein Turma unter einem Turmarchen. Ob die Landzuweisungen an die Soldaten bereits unter Herakleios oder später erfolgten, ist in der Forschung umstritten. Das Land stammte wahrscheinlich von den großen kaiserlichen Gütern, auch brachliegendes Land auf den großen Familiengütern wurde vielleicht genutzt. Herakleios orientierte sich bei seiner Neuorganisation vielleicht an der persischen Heeresreform von Chosrau I. Bereits Maurikios hatte jedoch die Exarchen der Prätorianerpräfektur unterstellt und damit militärische und zivile Verwaltung vermischt.
Treadgold schätzt die Stärke der Themen-Armeen für 780 auf 62.000 Mann, die der Tagmata auf 18.000. Neue Themen im Osten wurden unter Leo IV. und Romanos I. eingerichtet.
Nachdem die arabischen Angriffe zurückgingen, wurden in vielen Themen die Kampfeinsätze selten, die Soldaten wurden allmählich zu Bauern. Teilweise mussten die Soldaten Gelder abführen, insgesamt erhielten sie aber Zahlungen, ohne dafür viel zu leisten. Konstantin IX. begann Themen aufzulösen, die Überführung von Teilen des armenischen Themas 1053 gegen jährliche Steuer-Zahlungen (ca. 50.000 Mann) in den Zivilstand führte allerdings dazu, dass große Teile der Provinz von den Seldschuken überrannt wurden. Nach der Schlacht von Manzikert begann sich die Themen-Organisation aufzulösen, ab ca. 1100 scheint sie verschwunden zu sein. Spätere Kaiser setzten vor allem Söldnertruppen ein.
| Name | Lage | erste Erwähnung | entstanden aus |
|---|---|---|---|
| Anatolikon | Zentrales Anatolien | 669 | Armee des Ostens, Föderaten |
| Opsikion | nördliche Ägäis und Küste des Marmarameeres | 688 | kaiserliche Haustruppen |
| Paphlagonien | abgeteilt von Opsikion | ||
| Kappadokien | abgeteilt von Anatolikon | ||
| Bukellarion | nordwestliches Anatolien und Schwarzmeerküste | abgeteilt von Opsikion | |
| Thrakesion | westliches Anatolien und ägäische Küste zwischen Pergamon und Milet | 680 | abgeteilt von von Anatolikon |
| Thrakisches Thema | Thrakien, Vorfeld von Konstantinopel | ||
| Karabisianisches oder Kibyrrhaeotisches Thema | Ägäische Küste zwischen Milet und Seleukia | 680 | Armee von Illyrien |
| Sizilien | Sizilien und Kalabrien | ||
| Hellas | Peloponnes | ||
| Armeniakion | östliche Schwarzmeerküste und Anatolien bis Kayseri | 667 | Armee von Armenien |
| Optimation | östlich des Bosporus | abgeteilt von des Opsikion | |
| Charsianon | Zentralanatolien um Kayseri | abgeteilt von Armeniakon | |
| Koloneia | Schwarzmeerküste zwischen Sinop und Sebasteia | abgeteilt von Armeniakon | |
| Chaldia | östliche Schwarzmeerküste | abgeteilt von Armeniakon | |
| Dalmatia | |||
| Nikopolis | Epirus |
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