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Das Living Theatre ist eine anarcho-pazifistische Theatergruppe, die 1947 in New York gegründet wurde und bis heute mit einer Gruppe in den USA und einer weiteren in Italien vertreten ist. Durch die Kinodokumentation „Resist – Ein Traum vom Leben“ von Dirk Szuszies and Karin Kaper ist das Living Theatre seit einigen Jahren auch in der deutschsprachigen Theaterszene zum Begriff geworden.

Gegründet wurde das Living Theatre von der Schauspielerin Judith Malina und dem Maler und Poet Julian Beck, die sich am New Yorker „Dramatic Workshop“ von Erwin Piscator kennen lernten. Nachdem Beck 1985 an Krebs starb, wurde Hanon Reznikov neben Judith Malina zur zentralen Figur in der Gruppe.

In den 1950er Jahren, war das Living Theatre die erste Theatergruppe, die wichtige europäische Autoren wie Bertolt Brecht, Jean Cocteau, T. S. Eliot oder Gertrude Stein in den USA zur Aufführung brachte. Anfänglich war das Living Theatre in kleinen Spielstätten präsent, die oftmals aus finanziellen Gründen oder wegen Problemen mit den Behörden schließen mussten. Das Living Theatre war auch an der Entstehung der Off-Broadway-Theaterszene beteiligt.

Dem Stück „The Brig“, dass die Verhältnisse in den Gefängnissen der US-Marine aus einem antiautoritären Blickwinkel betrachtet, führte 1963 abermals zur Schließung einer Spielstätte sowie zur kurzzeitigen Festnahme von Julian Beck und Judith Malina wegen Steuerschulden, die zu bezahlen sie sich weigerten, weil sie damit nicht indirekt den Vietnamkrieg unterstützen wollten. Aufgrund des repressiven Klimas, das den Gegnerinnen und Gegnern des Vietnamkriegs Mitte der 1960er Jahre in den USA entgegen schlug, entschloss man sich als Gruppe nach Europa zu emigrieren.

In dieser Zeit wurde das Living Theatre weiter politisiert, was dazu führte, dass man sich immer mehr zu einer radikal pazifistischen sowie anarchistischen (Straßentheater-)Gruppe entwickelte. Projekte wie „Antigone“ und „Frankenstein“ wurden kollektiv realisiert. Das bekannteste Stück aus dieser Schaffensphase ist „Paradise Now“, ein Improvisationsstück, in dem das Publikum aktiv mit einbezogen wird. 1968 kehrte das Living Theatre in die Vereinigten Staaten zurück um mit „Paradise Now“ auf Tour zu gehen.

1969 verließ ein Teil der Mitglieder die Gruppe. Judith Malina und Julian Beck tourten mit dem verbleibenden Teil des Living Theatre durch Brasilien, wo zu diesem Zeitpunkt eine brutale Militärdiktatur herrschte. Nachdem sie dort 1971 festgenommen wurde, kehrte die Gruppe abermals nach New York zurück und gründete sich dort neu. Zu diesem Zeitpunkt verließ Joseph Chaikin das Living Theatre um das Open Theatre zu gründen.

Bis heute tourt das Living Theatre durch die Welt und besuchte Deutschland zuletzt im Jahr 2004 im Rahmen des Projekts „Public Playgrounds“ des Forum Freies Theater. Wichtige Inhalte sind auch heute noch die Auseinandersetzung mit Krieg, Diskriminierung sowie Rassismus und Antisemitismus. Im Moment ist die Theatergruppe unter anderem damit beschäftig eine fixe Spielstätte in New York zu errichten. (Stand: April 2005)

Auszeichnungen


Die Produktionen „The Connection“ (1959), „The Brig“ (1963) und „Frankenstein“ (1968) wurden jeweils mit einem Obie Award ausgezeichnet. Im Januar 2003 wurde Judith Malina für ihr Lebenswerk von der New Yorker Theater Hall of Fame geehrt.

Literatur


  • Malina, Judith: The Enormous Despair, New York, Random House (1972).
  • Neff, Renfreu: The Living Theatre, U.S.A. (1970).
  • Rostagno, Aldo, with Judith Malina and Julian Beck: We, the Living Theatre, New York, Ballantine Books (1970).
  • The Living Theatre: Paradise Now, New York, Random House (1971).
  • Buchholz, Imke und Judith Malina: Living Theater heißt Leben. Von einer, die auszog, das Leben zu lernen, Linden 1980.

Weblinks


Theater (USA) | Theaterensemble | Antifaschistische Aktivitäten und Organisationen | Kapitalismuskritik

The Living Theatre | The Living Theatre

 

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