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The Green Mile ist ein 6-teiliger Fortsetzungsroman des Schriftstellers Stephen King aus dem Jahre 1996, der später als vollständiger Roman veröffentlicht wurde. Frank Darabont adaptierte den Roman 1999 für seine gleichnamige Verfilmung The Green Mile.

Inhalt


Getragen wird die Fortsetzungsgeschichte durch einen kurzen Prolog. In diesem erklärt der Protagonist Paul Edgecombe die Geschehnisse während seiner Arbeit im Gefängnistrakt des Could Mountain Staatsgefängnis im Jahre 1935. Paul Edgecombe hatte zu dieser Zeit die Aufsicht über die zum Tode Verurteilten.

Mit der Einlieferung des schwarzen John Coffey - eines über zwei Meter großen, bemitleidenswerten Mannes - der wegen Mordes an zwei neunjährigen Mädchen verurteilt ist, geschehen mysteriöse Dinge. Eine im Gefängnistrakt verweilende Maus wird durch den sadistischen Aufseher Percy Wetmore zu Tode getreten und später durch Coffey wiederbelebt.

Über die Zeit entwickelt sich ein freundschaftliches Verhältnis zwischen Paul und John, und schließlich kommt es dazu, dass Coffey den Aufseher von einem Blasenleiden befreit. Schließlich ist allen Beteiligten - ausschließlich Percy - klar, dass John Coffey nicht der Mörder der beiden Mädchen ist. Coffey wollte lediglich seine übernatürliche Gabe nutzen, um die beiden Mädchen wieder ins Leben zu holen, wurde dabei jedoch verhaftet.

Bei der Hinrichtung eines der Gefangenen, Eduard Delacroix, kommt es zu einem folgenschweren Unglück. Paul überließ dem aufstrebenden Percy Wetmore die Leitung über die Hinrichtung. Während der Vorbereitungen tauchte Percy einen Schwamm nicht in Wasser, das die elektrische Leitfähigkeit erheblich erhöhen sollte. Delacroix stirbt einen grausamen und umso menschenverachtenderen Tod.

Melinda, die Frau des Anstaltdirektors Hal Moores, ist schwer an einem Gehirntumor erkrankt, weshalb die Aufseher unter Leitung von Paul einen Rettungsversuch mit John Coffeys Hilfe versuchen. Die Heilung gelingt, doch Coffey ist schwer angeschlagen. Mit letzter Kraft "infiziert" er Percy mit dem Gehirntumor. Dennoch kommt es zur Hinrichtung des John Coffey, zuvor hatte dieser aber Paul Edgecombe ein Einblick in die tatsächlichen Geschehnisse um die beiden Mädchen gegeben.

Für alle Beteiligten sollte dies die letzte Hinrichtung gewesen sein. Mit dem Wissen, vielleicht ein Wunder Gottes getötet zu haben, bleibt ein äußerst bitterer Nachgeschmack zurück. Die Maus, die John Coffey wiederbelebt hat, ist im Jahre 1996 immer noch am Leben, und Paul selbst ist zu dieser Zeit schon 104 Jahre alt, wie wir im Epilog der Handlung erfahren. Für Paul Edgecombe bleibt die Frage: Wenn Coffey einer Maus ein so langes Leben schenken konnte, wie ist es erst beim Menschen?

Über den Fortsetzungsroman


In den Monaten März bis August 1996 veröffentlichte Stephen King sechs 128seitige Folgen der Geschichte mit den jeweiligen Titel: Der Tod der jungen Mädchen, Die Maus im Todesblock, Coffey's Hände, Der qualvolle Tod, Reise in die Nacht und Coffey's Vermächtnis. Die Teile des Fortsetzungsromans wurden weltweit gleichzeitig veröffentlicht, allein in Deutschland mit einer Auflage von 700.000 Exemplare. Herausgegeben wurden die Werke im Original durch den NAL/Signet Verlag aus New York. Die deutsche Übersetzung von Joachim Honnef wurde zeitgleich durch den deutschen Verlag Bastei Lübbe veröffentlicht. Noch im Jahre 1996 wird Stephen King mit den Bram Stoker Award und den 9th Annual Collectors Award für sammelnswerte Autoren und Einzelausgaben ausgezeichnet.

Stephen King selbst ist erklärter Anhänger des Schriftstellers Charles Dickens, der viele seiner Romane als Fortsetzungsgeschichten in Zeitungen oder sogenannten Chapbooks veröffentlichte. 1996 adaptierte King die Idee der Fortsetzungsgeschichte und führte sie einer modernen Neuauflage zu. Der Autor King definiert die Fortsetzungsromane wie folgt: Bei einer Geschichte, die in Fortsetzungen veröffentlicht wird, gewinnt der Schriftsteller eine Überlegenheit über den Leser, die er sonst nicht genießen kann: einfach gesagt, sie können nicht vorausblättern und sehen wie die Sache ausgeht.

Als einer der wenige Romane von King entbehren die Folgen des 6-teiligen Fortsetzungsromans The Green Mile jegliche Querverweise auf andere Werke Kings. Mit einem Vorwort veröffentlichte Stephen King auf Druck der Öffentlichkeit - auch zurückzuführen auf die äußert erfolgreiche und einfühlsame Verfilmung Frank Darabonts - einen kompletten Roman, der nun alle Fortsetzungsgeschichten beinhaltet.

Kritiken


Neben der Erzählung um die Geschehnisse im Gefängnistrakt äußerte Stephen King wieder mehr oder weniger deutlich Kritik am Elektrischen Stuhl.

Besonders unter Stephen-King-Fans wurde die Art und Weise der Veröffentlichung kritisiert. Für den Preis von 5 DM wurde jeweils ein Band veröffentlicht. Der gesamte Roman kostete damit 30 DM. Taschenbuchauflagen anderen King Werke waren hingegen zu dieser Zeit für etwa 6-15 DM zu bekommen, sodass man den Autor vorwarf, mit der Veröffentlichung in Teilform mehr Geld verdienen zu wollen.

Literatur


  • Stephen King: The Green Mile Lübbe, September 2003, ISBN 3404139585
  • Marcel Feige: Das große Lexikon über Stephen King, Imprint Verlag, 1999, ISBN 3-89602-228-8

Weblinks


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