| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen tharandt.png | mapDE dotTharandt.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Sachsen |
| Regierungsbezirk: | Dresden |
| Landkreis: | Weißeritzkreis |
| Geographische Lage: | |
| Höhe: | 214 m ü. NN |
| Fläche: | 71,22 km² |
| Einwohner: | 5.664 (30. September 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 80 Einwohner je km² |
| Postleitzahlen: | 01737 (alt: 8223) |
| Vorwahl: | 035203 |
| Kfz-Kennzeichen: | DW |
| Gemeindeschlüssel: | 14 2 90 440 |
| Stadtgliederung: | 7 Ortsteile bzw. Stadtbezirke |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Schillerstraße 5 01737 Tharandt |
| Website: | www.tharandt.de |
| E-Mail-Adresse: | buergermeister@tharandt.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Hagen Sommer |
Tharandt liegt an der Wilden Weißeritz, nördlich angrenzend an den Tharandter Wald, südwestlich von Freital und Dresden.
Tharandt wurde erstmals sicher in einer Urkunde von 1216 erwähnt.
Die erste Burg Tharandt ließ Dietrich der Bedrängte errichten. Ihr Nachfolgebau, ein Werk des Arnold von Westfalen, war Witwensitz der Herzogin Sidonie (Zděnka, † 1510). Nach einer schweren Zerstörung durch Blitzschlag im 16. Jahrhundert gab Kurfürst August I. die Burg zum Abbruch frei.
Besonders während der frühen Neuzeit wurde für die Stadt der Name 'Granaten' (gelegentlich: '*Städtlein Granaten unterm Tharandt') verwendet, wobei jedoch in den schriftlichen Quellen (z. B. Steuerverzeichnisse) dieses Zeitraumes der Stadtname 'Tharandt' niemals gänzlich verschwindet.
1609 erweiterte Kurfürst Christian II. die mindestens bereits seit der Mitte des 16. Jahrhunderts vorhandene Stadtgerechtsame, die sich unmissverständlich beispielsweise im Vorhandensein einer Ratsverfassung äußerte, durch Verleihung des Rechtes, ein Stadtsiegel führen und einen Jahrmarkt abhalten zu dürfen.
Ende des 18. Jahrhunderts, mit der Zeit der Empfindsamkeit, setzte langsam der Tourismus ein. Friedrich Schiller (Gedenktafel am Restaurant „Schillereck“ am Neumarkt), Heinrich von Kleist und andere Berühmtheiten weilten hier. Nach der Gründung der Forstakademie wurde Tharandt zur Gelehrten- und Studentenstadt. Bäcker und Fleischer, Schneider und Schuhmacher, nicht zuletzt die Wirte profitierten von dieser Entwicklung.
In der DDR-Zeit war die Stadt ein Zentrum der Umweltschutzbewegung im Unweltbildungshaus „Johannishöhe“.
Während der Jahrhundertflut 2002 wurden Teile der Stadt zerstört (vier Häuser im rechts der Burg gelegenen Weißeritztal) und die Bibliothek nebst Bestand der Forstakademie beschädigt.
Im 18. Jahrhundert stieg in Sachsen, bedingt durch die rasche Entwicklung des Bergbaus und des Hüttenwesens, der Holzbedarf rasant an. Die Folge war eine Übernutzung und teilweise Devastierung der vorhandenen Wälder. Um Abhilfe zu schaffen, sollte eine geregelte Forstwirtschaft, die erst in den Anfängen existierte, eingeführt und aufgebaut werden. Die sächsische Regierung bemühte sich deshalb, für die 1809 freigewordene Direktorenstelle der sächsischen Vermessungsanstalt den bekannten Thüringer Forstmann Johann Heinrich Cotta zu gewinnen. Nach Prüfung aller Umstände sagte Cotta unter der Bedingung zu, dass er seine forstwirtschaftliche Lehranstalt weiterführen könne. Den Sitz Tharandt wählte er mit der Begründung aus: „Ohne Wald und dessen Benutzung kann eine Forstlehranstalt ebenso wenig gedeihen als eine Bergwerkakademie ohne Bergwerk.“
Tharandt medal 1986 2.jpgs auf der Rückseite der Gedenk-Medaille aus dem Jahr 1986. Als Vorlage diente ein Glasrelief von Biman.]]
Am 24. Mai 1811 konnte Cotta sein Privatforstlehrinstitut eröffnen. Neben Cotta, der die forstlichen Fachdiziplinen lehrte, war A. Reum, Professor für Mathematik, Vermessungskunde und Botanik, mit nach Tharandt gekommen. Reum begann sofort mit dem Anlegen des heutigen Forstbotanischen Gartens. 1814 wurde noch K. L. Krutzsch als Lehrer für Naturwissenschaften eingestellt. Die Vorlesungen fanden in Privaträumen der Professoren oder im Freien statt.
Durch die Befreiungskriege ging die Zahl der Schüler stark zurück, so dass finanzielle Schwierigkeiten den Fortbestand der Lehranstalt gefährdeten. Cotta bemühte sich deshalb um Übergabe der Schule an den Staat. Da dieser an qualifizierten Fachleuten interessiert war, wurde am 17. Juni 1816 die „Königliche-Sächsische Forstakademie“ eröffnet, deren Direktor Cotta bis zu seinem Tode war.
Cotta konnte zwar nun die Professoren entlohnen, aber Geld für den Bau eines Lehrgebäudes wurde nicht bewilligt. Erst 1843 wurde das Schweizerhaus im Forstgarten für Lehrzwecke gebaut. Im Jahr 1904 wurde die Forstakademie in den Rang einer Hochschule erhoben und erhielt das Habilitationsrecht.
Am 1. April 1929 wurde die Forstliche Hochschule Teil der Technischen Hochschule Dresden, wobei eine gewisse Selbstständigkeit gewahrt blieb. Erst 1941 mit der Erhebung in den Rang einer Fakultät war die Integration vollzogen.
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