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Wappen Karte
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Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Regierungsbezirk: Dresden
Landkreis: Weißeritzkreis
Geographische Lage:
Höhe: 214 m ü. NN
Fläche: 71,22 km²
Einwohner: 5.664 (30. September 2005)
Bevölkerungsdichte: 80 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 01737 (alt: 8223)
Vorwahl: 035203
Kfz-Kennzeichen: DW
Gemeindeschlüssel: 14 2 90 440
Stadtgliederung: 7 Ortsteile bzw.
Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Schillerstraße 5
01737 Tharandt
Website: www.tharandt.de
E-Mail-Adresse: buergermeister@tharandt.de
Politik
Bürgermeister: Hagen Sommer
Tharandt ist eine Kleinstadt im sächsischen Weißeritzkreis. Sie ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Tharandt und ist durch die von Johann Heinrich Cotta 1811 als zunächst private forstliche Lehranstalt gegründete, erste und damit älteste forstliche Fakultät, bekannt. Diese gehört heute zur Technischen Universität Dresden. Aufgrund dieser langen Tradition wird Tharandt auch „Forststadt“ genannt. Sie ist ein touristischer Anziehungspunkt, außerdem führt durch die Stadt die Silberstraße.

Geographie


Geographische Lage

Tharandt liegt an der Wilden Weißeritz, nördlich angrenzend an den Tharandter Wald, südwestlich von Freital und Dresden.

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden im Weißeritzkreis sind Dorfhain, die Stadt Freital, Höckendorf, Pretzschendorf und die Stadt Wilsdruff. Im westlich gelegenen Landkreis Freiberg grenzen Bobritzsch und Niederschöna an.

Stadtgliederung

Die Stadt Tharandt besteht aus den sieben Ortsteilen Fördergersdorf, Grillenburg, Großopitz, Kurort Hartha, Pohrsdorf, Spechtshausen und Tharandt; wobei Tharandt und Kurort Hartha als Hauptorte gelten.

Geschichte


Tharandt wurde erstmals sicher in einer Urkunde von 1216 erwähnt.

Die erste Burg Tharandt ließ Dietrich der Bedrängte errichten. Ihr Nachfolgebau, ein Werk des Arnold von Westfalen, war Witwensitz der Herzogin Sidonie (Zděnka, † 1510). Nach einer schweren Zerstörung durch Blitzschlag im 16. Jahrhundert gab Kurfürst August I. die Burg zum Abbruch frei.

Besonders während der frühen Neuzeit wurde für die Stadt der Name 'Granaten' (gelegentlich: '*Städtlein Granaten unterm Tharandt') verwendet, wobei jedoch in den schriftlichen Quellen (z. B. Steuerverzeichnisse) dieses Zeitraumes der Stadtname 'Tharandt' niemals gänzlich verschwindet.

1609 erweiterte Kurfürst Christian II. die mindestens bereits seit der Mitte des 16. Jahrhunderts vorhandene Stadtgerechtsame, die sich unmissverständlich beispielsweise im Vorhandensein einer Ratsverfassung äußerte, durch Verleihung des Rechtes, ein Stadtsiegel führen und einen Jahrmarkt abhalten zu dürfen.

Ende des 18. Jahrhunderts, mit der Zeit der Empfindsamkeit, setzte langsam der Tourismus ein. Friedrich Schiller (Gedenktafel am Restaurant „Schillereck“ am Neumarkt), Heinrich von Kleist und andere Berühmtheiten weilten hier. Nach der Gründung der Forstakademie wurde Tharandt zur Gelehrten- und Studentenstadt. Bäcker und Fleischer, Schneider und Schuhmacher, nicht zuletzt die Wirte profitierten von dieser Entwicklung.

In der DDR-Zeit war die Stadt ein Zentrum der Umweltschutzbewegung im Unweltbildungshaus „Johannishöhe“.

Während der Jahrhundertflut 2002 wurden Teile der Stadt zerstört (vier Häuser im rechts der Burg gelegenen Weißeritztal) und die Bibliothek nebst Bestand der Forstakademie beschädigt.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

Wirtschaft und Infrastruktur


Bildung und Wissenschaft

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Im 18. Jahrhundert stieg in Sachsen, bedingt durch die rasche Entwicklung des Bergbaus und des Hüttenwesens, der Holzbedarf rasant an. Die Folge war eine Übernutzung und teilweise Devastierung der vorhandenen Wälder. Um Abhilfe zu schaffen, sollte eine geregelte Forstwirtschaft, die erst in den Anfängen existierte, eingeführt und aufgebaut werden. Die sächsische Regierung bemühte sich deshalb, für die 1809 freigewordene Direktorenstelle der sächsischen Vermessungsanstalt den bekannten Thüringer Forstmann Johann Heinrich Cotta zu gewinnen. Nach Prüfung aller Umstände sagte Cotta unter der Bedingung zu, dass er seine forstwirtschaftliche Lehranstalt weiterführen könne. Den Sitz Tharandt wählte er mit der Begründung aus: „Ohne Wald und dessen Benutzung kann eine Forstlehranstalt ebenso wenig gedeihen als eine Bergwerkakademie ohne Bergwerk.“

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Tharandt medal 1986 2.jpgs auf der Rückseite der Gedenk-Medaille aus dem Jahr 1986. Als Vorlage diente ein Glasrelief von Biman.]]

Am 24. Mai 1811 konnte Cotta sein Privatforstlehrinstitut eröffnen. Neben Cotta, der die forstlichen Fachdiziplinen lehrte, war A. Reum, Professor für Mathematik, Vermessungskunde und Botanik, mit nach Tharandt gekommen. Reum begann sofort mit dem Anlegen des heutigen Forstbotanischen Gartens. 1814 wurde noch K. L. Krutzsch als Lehrer für Naturwissenschaften eingestellt. Die Vorlesungen fanden in Privaträumen der Professoren oder im Freien statt.

Durch die Befreiungskriege ging die Zahl der Schüler stark zurück, so dass finanzielle Schwierigkeiten den Fortbestand der Lehranstalt gefährdeten. Cotta bemühte sich deshalb um Übergabe der Schule an den Staat. Da dieser an qualifizierten Fachleuten interessiert war, wurde am 17. Juni 1816 die „Königliche-Sächsische Forstakademie“ eröffnet, deren Direktor Cotta bis zu seinem Tode war.

Cotta konnte zwar nun die Professoren entlohnen, aber Geld für den Bau eines Lehrgebäudes wurde nicht bewilligt. Erst 1843 wurde das Schweizerhaus im Forstgarten für Lehrzwecke gebaut. Im Jahr 1904 wurde die Forstakademie in den Rang einer Hochschule erhoben und erhielt das Habilitationsrecht.

Am 1. April 1929 wurde die Forstliche Hochschule Teil der Technischen Hochschule Dresden, wobei eine gewisse Selbstständigkeit gewahrt blieb. Erst 1941 mit der Erhebung in den Rang einer Fakultät war die Integration vollzogen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


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Persönlichkeiten


Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

  • Heinrich Cotta, eröffnete 1811 in Tharandt seine private Forstlehranstalt, die spätere „Königlich-Sächsische Akademie für Forst- und Landwirte“
  • Emil Adolf Roßmäßler, lehrte von 1830 bis 1849 als Professor für Zoologie an der „Königlich-Sächsischen Akademie für Forst- und Landwirte“
  • Max Preßler, von 1840 bis 1883 Professor an der „Königlich-Sächsischen Akademie für Forst- und Landwirte“
  • Karl Heinrich Edmund von Berg, von 1845 bis 1866 Direktor der Akademie für Forst- und Landwirte
  • Georg Baumgarten, von 1857 bis 1859 Student an der Forstakademie
  • Max Schreyer, studierte zwischen 1866 und 1873 an der Forstakademie
  • Franz Heske, von 1928 bis 1940 Professor für Forstwissenschaft an der Forstlichen Hochschule; 1931 Gründer des Instituts für ausländische und koloniale Forstwirtschaft
  • Arnold Freiherr von Vietinghoff-Riesch, seit 1935 Dozent an der Hochschule, dort auch Promotion und von 1943 bis 1945 außerplanmäßiger Professor

Literatur


  • Wolfgang Heinitz: Tharandt. Auf Wegen durch Vergangenheit und Gegenwart. Tharandter Marginalien, Heft 2. Burgen- und Geschichtsverein, Tharandt 1996
  • Tharandt um die Jahrhundertwende. Zusammengestellt vom Kulturamt der Stadt Tharandt. Geiger, Horb am Neckar 1993, ISBN 3-89264-826-3
  • Harald Thomasius et al.: Geschichte der Forststadt Tharandt in Bildern. Rat der Stadt Tharandt und Kulturbund der Deutschen Demokratischen Republik, Ortsgruppe Tharandt, Tharandt 1979
  • Andreas Roloff, Ulrich Pietzarka: Der Forstbotanische Garten Tharandt. Forstbotanischer Garten Tharandt, TU Dresden. Atelier am Forstgarten, Tharandt 1996, ISBN 3-00-000572-2
  • Wolfgang Heinitz: Hab mein Wage vollgelade. Geschichtliches und Gegenwärtiges von Fuhrleuten, Postboten, Eisenbahnern und Autofahrern. Tharandter Marginalien, Heft 5. Burgen- und Geschichtsverein Tharandt e.V., Tharandt 2000, ISBN 3-932832-04-3
  • Heidi Müller, Frithof Paul et al.: 175 Jahre forstliche Ausbildung in Tharandt. Geschichte und Gegenwart der Sektion Forstwirtschaft der Technischen Universität Dresden. Sektion Forstwirtschaft der TU Dresden, Tharandt 1986

Weblinks


Ort in Sachsen

Tharandt | Tharandt

 

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