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Thallium
 

Eigenschaften
-

*4f145d106s26p1
205
81
Tl
Periodensystem
Quecksilber - Thallium - Blei
-
In
Tl
Uut  
 
 

- Allgemein
- Name, Symbol, Ordnungszahl Thallium, Tl, 81
- Serie Metalle
- Gruppe, Periode, Block 13 (IIIA), 6, p
- Aussehen silbrig weiß
- Massenanteil an der Erdhülle 3 · 10-5 %
- Atomar
- Atommasse 204,3833
- Atomradius (berechnet) 190 (156) pm
- Kovalenter Radius 148 pm
- van der Waals-Radius 196 pm
- Elektronenkonfiguration href="http://articles.gourt.com/de/Xenon">Xe4f145d106s26p1
- Elektronen pro Energieniveau 2, 8, 18, 32, 18, 3
- 1. Ionisierungsenergie 589,4 kJ/mol
- 2. Ionisierungsenergie 1971 kJ/mol
- 3. Ionisierungsenergie 2878 kJ/mol
- Physikalisch
- Aggregatzustand fest
- Modifikationen -
- Kristallstruktur hexagonal
- Dichte (Mohshärte) 11850 kg/m3 (1,2)
- Magnetismus -
- Schmelzpunkt 577 K (304 °C)
- Siedepunkt 1746 K (1473 °C)
- Molares Volumen 17,22 · 10-6 m3/mol
- Verdampfungswärme 164,1 kJ/mol
- Schmelzwärme 4,142 kJ/mol
- Dampfdruck 5,33 · 10-6 Pa bei 577 K
- Schallgeschwindigkeit 818 m/s bei 293,15 K
- Spezifische Wärmekapazität 129 J/(kg · K)
- Elektrische Leitfähigkeit 6,17 · 106 S/m
- Wärmeleitfähigkeit 46,1 W/(m · K)
- Chemisch
- Oxidationszustände 1, 3
- Hydride und Oxide (Basizität) (leicht basisch)
- Normalpotential -0,336 V (Tl+ + e- → Tl)
- Elektronegativität 1,62 (Pauling-Skala)
- Isotope
-
Isotop NH t1/2 ZM ZE MeV ZP
-
199Tl {syn.} 7,42 h ε 1,440 199Hg
-
200Tl {syn.} 26,1 h ε 2,456 200Hg
-
201Tl {syn.} 72,912 h ε 0,493 201Hg
-
202Tl {syn.} 12,23 d ε 1,364 202Hg
-
203Tl 29,524 % Tl ist stabil mit 122 Neutronen
-
204Tl {syn.} 3,78 a β-
ε
0,764
0,347
204Pb
204Hg

-
205Tl 70,476 % Tl ist stabil mit 124 Neutronen
-
206Tl {syn.} 4,199 min β- 1,533 206Pb
-
207Tl {syn.} 4,77 min β- 1,423 207Pb

- Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet.
Wenn nicht anders vermerkt,
gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Thallium ist ein chemisches Element im Periodensystem der Elemente mit dem Symbol Tl und der Ordnungszahl 81. Das weiche, graue, dem Blei sehr ähnliche Metall ist äußerst giftig.

Geschichte


Thallium (altgriech. θαλλος „grüner Trieb“ oder „grüner Spross“, wegen seiner grünen Flammenfärbung) wurde 1861 in England von Sir William Crookes spektroskopisch im Bleikammerschlamm einer Schwefelsäurefabrik anhand der charakteristischen grünen Spektrallinie (bei 535 nm) entdeckt. Zur gleichen Zeit gelang dem Franzosen Auguste Lamy die Darstellung des Metalls auf elektrolytischem Wege.

Vorkommen


Thallium ist keineswegs ein seltenes Element. Es gibt aber nur ganz wenige Mineralien mit einem hohen Thalliumgehalt wie den Crookesit (Schweden und Russland), den Lorandit (USA) und den Hutchinsonit. Die überwiegende Menge ist als Begleitelement in kaliumhaltigen Tonen, Böden und Graniten enthalten. Zur Bedarfsdeckung ist die anfallende Menge aus der Verhüttung von Kupfer, Blei, Zink und anderen sulfidischen Erzen ausreichend. Tierische und pflanzliche Nahrungsmittel enthalten in der Regel nicht mehr als 0,1 mg Tl/kg; dennoch können zum Beispiel Pilze und einige Kohlsorten Thallium bis zu 1 mg/kg akkumulieren.

Gewinnung und Darstellung


Metallisches Thallium wird meist durch Ausfällen mit Zink gewonnen. Die Weltproduktion ist mit 5 t Thallium pro Jahr gering.

Eigenschaften


Frische Schnittflächen dieses weichen und hämmerbaren Metalls sind hochglänzend, nach kurzer Zeit überziehen sie sich mit einem blaugrauen Oxidfilm. In feuchter Luft und Wasser bildet sich Thallium(I)-hydroxid. In Alkalilaugen ist es unlöslich.

Mit Halogenen reagiert es schon bei Zimmertemperatur. Im Gegensatz zu den leichteren Gruppenmitgliedern kommt Thallium überwiegend in der Oxidationsstufe +1 vor, aber auch +2 und +3 sind möglich. Daher kann Thallium als Begleiter in vielen verschiedenen Mineralien vorkommen.

Thallium_1.jpg

Verwendung


  • Niedrigschmelzende Gläser (zwischen 125-150 °C)
  • Infrarotdurchlässige Gläser
  • Gläser mit hohem Brechungsindex für Optik von Fotokopierern und Faxgeräten
  • Thalliumsulfat als Rattengift (Rodentizid). Inzwischen wegen der Giftigkeit in vielen Ländern verboten
  • Blei-Thallium-Legierungen für Stromrollen zum kontinuierlichen elektrolytischen Verzinken von Stahlblech
  • Thalliumsulfid zur Herstellung von Fotozellen
  • Detektoren für Gamma-Strahlung
  • Thalliumnitrat als grüner Leuchtstoff in Seenotraketen
  • Als Quecksilberlegierung (Amalgam)inThermometern für niedrige Temperaturen (bis -58 °C)

Physiologie


Thallium wird gut vom Körper aufgenommen, vor allem über den Magen-Darmtrakt oder auch über die Lunge. Elementares oder dreiwertiges Thallium (Tl3+) wird im Körper rasch zu einwertigem Thallium (Tl+) reduziert, verteilt und über die Na+/K+-Pumpe aus dem Blutkreislauf ins Zellgewebe und Organe transportiert. Aufgrund des Ionen-Radius des Tl+, wird es vom Körper wie Kalium-Ion K+ angesehen und kann auf dessen Transportmechanismen zurückgreifen. Hohe Konzentrationen von Tl+ finden sich in Niere und Leber, sowie im Dickdarmgewebe und in bestimmten Knochen. Nach einer überstandenen Vergiftung ist Tl+ noch lange in Nägeln und Haaren zu finden. Weiterhin tückisch verhält sich Tl+ bei der Ausscheidung aus dem Körper. Ähnlich wie die Amatoxine bei einer Knollenblätterpilzvergiftung unterliegt auch Tl+ dem sogenannten enterohepatischen Kreislauf. Die versuchte Entgiftung über Leber und schließlich mit dem Gallensekret wird verhindert durch die Rückresorption der Tl+ im Darm. Zwar ist dieser Ausscheidungsweg mengenmäßig kleiner als der über die Niere, diese sind aber ganz besonders von der Schädigung durch Tl+ betroffen. Deswegen setzt bei der Ausscheidung über die Galle und den Darm (biliäres System) die medizinisch induzierte Entgiftung mit Eisenhexacyanoferrat(II) oder landläufig als Berliner Blau bekannt an. Die über die Gallensekrete ausgeschiedenen Tl+ werden von "Berliner Blau" chemisch gebunden und schließlich über den Kot ausgeschieden.

Sicherheitshinweise


Toxizität

Thallium und thalliumhaltige Verbindungen sind hochgiftig und müssen mit größter Vorsicht gehandhabt werden.
Thallium rod corroded.jpg

Die tödliche Dosis für Erwachsene beträgt ca. 1 g. Die akute Vergiftung verläuft in vier Phasen, wovon die erste relativ allgemeinsymptomatisch mit sich abwechselnden Durchfällen und Verstopfungen verläuft. In dieser Phase sind bereits Veränderungen der Haarwurzeln zu erkennen, die dann meist mit dem 13. Tag in den für eine Thalliumvergiftung typischen Haarausfall an bestimmten Körperstellen in unterschiedlicher Ausprägung übergeht. In der zweiten Phase stellen sich neurologische und psychische Veränderungen, die sich als übermäßige Schmerzwahrnehmung an peripheren Körperteilen bemerkbar machen. Die Vergiftung kulminiert dann in der dritten Phase nach dem 10. Tag der Inkorporation. Es stellen sich schwere Sehstörungen ein, die durch die Lähmung der entsprechenden Hirnnerven bewirkt wird. Die erhöhte Herzaktivität (Tachykardie) erklärt sich durch Einwirkung des Thalliums auf die Erregungsbildung des Sinusknotens und auf die Erregungsweiterleitung, die durch die daraus resultierenden Herzrhythmusstörungen in die letal verlaufende Tl-Vergiftung mündet. Mit der dritten Woche der Vergiftung sinkt die Wahrscheinlichkeit eines letalen Ausganges der Vergiftung und die Spätphase stellt sich ein. Hier zeigen sich meist irreversible Schäden an Nervenfortleitungen der unteren Körperteile, gestörte Reflexe und Muskelschwund. Es kann eine dauerhaft herabgesetzte geistige Leistungsfähigkeit zurückbleiben. Die Körperbehaarung entwickelt sich dann nach wenigen Monaten wieder neu. Geringere Mengen führen zu einer chronischen Vergiftung, die längere Zeit unerkannt bleiben kann, dies weist dann allerdings meist auf eine beabsichtigte Vergiftung hin, da eine natürliche Aufnahme toxischer Mengen kaum gegeben ist.

Weblinks


Chemisches Element | Erdmetall | Periode-6-Element | Gift

Tal·li | Thallium | Θάλλιο | Thallium | Talio | Talio | Tallium | Tallium | Thallium | תליום | Talij | Tallium | Talio | Þallín | Tallio | タリウム | 탈륨 | Talyûm | Talis | Tallijs | Thallium | Thallium | Thallium | Talli | Tal | Tálio | Таллий | Талијум | Tallium | แทลเลียม | Talyum | Талій | Tali |

 

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