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Unter der Bezeichnung Thüringische Eisenbahn arbeiteten in der Vergangenheit bereits zwei Verkehrsunternehmen jeweils für mehrere Jahrzehnte. Das war zunächst von 1844 bis 1886 die Thüringische Eisenbahn-Gesellschaft und dann von 1923 bis 1946 die Thüringische Eisenbahn-AG. Außerdem besteht seit 1999 die Thüringer Eisenbahn GmbH. Zwischen diesen drei Gesellschaften besteht keine sachliche oder finanzielle Beziehung.

Thüringische Eisenbahn-Gesellschaft


An der im Jahre 1844 in Erfurt gegründeten Thüringischen Eisenbahn-Gesellschaft waren von Anfang an zu einem Viertel des Aktienkapitals das Königreich Preußen, das Großherzogtum Sachsen-Weimar und das Herzogtum Sachsen-Gotha beteiligt. Später kamen noch Sachsen-Meiningen, Schwarzburg-Rudolstadt, Schwarzburg-Sondershausen, Reuß j.L., ferner die Stadt Mühlhausen sowie Stadt und Kreis Langensalza hinzu.

Als erstes Bauprojekt wurde die 189 Kilometer lange Thüringer Bahn, die noch heute sehr wichtige Ost-West-Verbindung HalleGerstungen gebaut und abschnittsweise in Betrieb genommen:

In den folgende Jahren dehnte sich das Netz mit folgenden Strecken weiter aus und erreichte eine Gesamtlänge von 505 Kilometern:

Die Thüringische Eisenbahn war von 1858 bis 1875 an der "Werra-Eisenbahn-Gesellschaft" beteiligt und führte ferner den Betrieb der "Gotha-Ohrdrufer Eisenbahn-Gesellschaft", die am 8. Mai 1876 eröffnet worden war.

Wegen der großen Bedeutung der Bahnstrecken der Thüringischen Eisenbahn-Gesellschaft bemühte sich der Staat Preußen um den vollständigen Erwerb, übernahm die Betriebsführung und Verwaltung zum 1. Januar 1882 und wurde am 1. Juli 1886 Eigentümer.

Siehe auch: Bahnstrecke Bebra–Erfurt

Thüringische Eisenbahn-AG (Theag)


Die Thüringische Eisenbahn-AG in Weimar war eine Tochter der Centralverwaltung für Secundairbahnen Herrmann Bachstein GmbH (CV). Diese besaß in den thüringischen Kleinstaaten eine Reihe von Nebenbahnen, die in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerieten. Die Leitung der CV sah in der Zusammenfassung der kleinen selbständigen Bahngesellschaften zu einem gemeinsamen Unternehmen den Weg zur Lösung dieser Probleme. Diese waren in der Öffentlichkeit immer wieder zur Begründung der Forderung nach einer Verstaatlichung herangezogen worden und hatten mehrfach zum Streik der Eisenbahnbediensteten geführt.

Die Centralverwaltung wandelte daher eine 1921 gegründete „AG für Eisenbahn- und Straßenbahnunternehmungen“ am 6. Oktober 1923 in die „Thüringische Eisenbahn-Aktiengesellschaft (Theag)“ um. In diese Holding-Gesellschaft wurden folgende – bisher rechtlich selbständige – Gesellschaften eingegliedert:

Die Betriebsführung übernahm die CV. Dieses Netz von insgesamt 120 Kilometern Länge – davon 34 km Schmalspur –verringerte sich 1933 um die Buttstädt-Rastenberger Eisenbahn, die damals ausschied und vom Eisenbahn-Zweckverband Rastenberg-Hardisleben übernommen wurde.

Ein dunkles Kapitel stellt die Geschichte der „Buchenwaldbahn“ dar, die von Weimar zum Konzentrationslager Buchenwald führte. Sie zweigte in Schöndorf von der Weimar – Großrudestedter Eisenbahn ab und wurde von der SS mit Hilfe von Häftlingen erbaut. Da sie normalspurig war, musste die CV den Abschnitt Weimar – Schöndorf dreischienig ausbauen. Der Betrieb wurde von der CV im Sommer 1944 aufgenommen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Strecken der Thüringischen Eisenbahn-AG 1946 in das Eigentum des Landes Thüringen übergeführt. Der Betrieb wurde zunächst als "Thüringer Eisenbahnen", ab 1. Juli 1948 als "Thüringer Landesbahnen" bezeichnet und ab 1. April 1949 der Deutschen Reichsbahn unterstellt.

Das weitere Schicksal und genauere Daten werden bei den einzelnen Bahnen beschrieben.

Siehe auch: Thüringer Eisenbahn GmbH

Ehemalige Bahngesellschaft

 

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