Ein Texteditor (lat. editor: Herausgeber) ist ein Computerprogramm zum Bearbeiten von Texten. Der Editor lädt die zu bearbeitende Textdatei und zeigt ihren Inhalt auf dem Bildschirm an. Durch diverse Aktionen können die Daten dann bearbeitet werden. Zu diesen Aktionen kann das Einfügen, Löschen und Kopieren gehören.
Die von einem Texteditor erzeugten Dateien erhalten in DOS und Windows aufgrund einer Konvention die Namensendung ".txt", wobei auch jede andere Dateinamenserweiterung denkbar ist. Das Format ist heute meist 7- oder 8-Bit-ASCII oder UTF-8, selten EBCDIC (IBM Mainframe). Beim Austausch von Textdateien zwischen verschiedenen Systemen ist zu beachten, daß verschiedene Konventionen, wie das Zeilenende zu markieren ist, existieren. Dies ausgenommen ist eine in 7-Bit-ASCII kodierte Textdatei wohl das portabelste Informationsformat auf Rechnern und kann auf den allermeisten Systemplattformen gelesen und erzeugt werden, auch solchen, die schon mehrere Jahrzehnte alt sind.
Der standardisierte UNIX-Texteditor ed ist einer der ältesten Editoren, die noch Verwendung finden. Dieser arbeitet zeilenorientiert, und trotz seiner leistungsfähigen Editiersprache ist das interaktive Bearbeiten recht umständlich.
Später kam als Erweiterung von ed der Visual Editor ex bzw. vi auf, der die Bearbeitung von Texten komfortabler machte. Dieser ist, wie ed, standardisiert, und normalerweise auf allen UNIX/Linux-Systemen installiert und gehört damit zu den Basiswerkzeugen eines Systemadministrators. Wie auch ed hat vi keine Menüs, stattdessen wird mit diversen Tastenkombinationen und Editierbefehlen gearbeitet. Zu vi existieren verschiedene Nachprogrammierungen ("Clones"), z. B. Vi Improved (Vim), vile, nvi, elvis, und weitere. Vim wurde auf viele Systemplattformen portiert, unterstützt grafische Oberflächen und ist einer der leistungsfähigsten Editoren.
Ein weiterer, oft benutzter und sehr mächtiger Editor ist GNU Emacs, ein frei programmierbarer Texteditor mit einem kompletten (wenn auch simplen) Lisp-System im Inneren, auf dem viele Erweiterungen und ein guter Teil des Editors selbst aufbaut. Kleinere Emacs-ähnliche Editoren sind z.B. uemacs (MicroEmacs), jed, jove. XEmacs ist eine im wesentlichen vergleichbare Alternative zu Gnu Emacs, die sich von diesem vor Jahren abspaltete. Emacs, XEmacs und uemacs wurden auf viele Systemplattformen portiert und stehen heute außer auf Unix unter Windows, MacOS und einigen anderen Systemen (wie VMS) zur Verfügung.
Wer WordStar-kompatible Befehle bevorzugt, kann unter Unix einen Editor namens joe verwenden, der allerdings für gewöhnlich, wie auch Emacs, separat installiert werden muss.
Außer den hier vorgestellten gibt es noch viele weitere Texteditoren für Unix.
Jede Windowsversion enthält einen einfachen Texteditor, der Notepad heißt. Dieser Editor bietet allerdings nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten und ist daher für größere Einsätze nicht zu empfehlen. Die neueren Versionen können auch Unicode-Zeichen darstellen. Längere Texte werden aber nur sehr langsam bearbeitet.
Weitere, auch sehr leistungsfähige Texteditoren existieren zuhauf. Neben den von anderen Systemen portierten Programmen existiert eine Fülle meist kommerzieller Programme, bzw. Shareware. Unter Windows NT und Nachfolgern existiert wieder der alte DOS-Editor edlin, der ähnlich wie ed ein zeilenorientiertes Bearbeiten mittels einer Kommandosprache bereitstellt, jedoch nicht die Leistungsfähigkeit seines Unix-Cousins aufweist (z. B. bietet er keine regulären Ausdrücke zum Formulieren von Mustern).
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