Unter Teufelspakt verstehen Teufelsgläubige ein Bündnis zwischen dem Teufel und einem Menschen (dem „Teufelsbündler”). Dabei verschreibt der Mensch dem Teufel seine Seele für die Zeit nach seinem Tod. Als Gegenleistung hilft der Teufel diesem Menschen bei verschiedenen Zaubereien oder Hexereien, die aufgrund des vorausgegangenen Teufelspaktes in den Bereich der so genannten schwarzen Magie einzuordnen sind.
Der Teufelspakt stellt eines der vier wichtigsten Elemente dar, die erfüllt sein mussten, um einen Menschen nach der frühneuzeitlichen Hexenlehre als Hexe oder Hexenmeister verurteilen zu können.
Im übertragenen Sinn wird von einem Teufelspakt gesprochen, wenn ein Mensch zur Erreichung eines Ziels Bündnisse mit Menschen oder Mächten eingeht, die seinem Ziel und seinen Idealen eigentlich entgegenstehen. Besonders in feuilletonistischen Kommentaren zu Politik und Zeitgeschehen ist das Bild beliebt.
Der Wunsch nach Vereinigung von Dämonen und Menschen zeigt die Sehnsucht nach Verbindung mit dem Übersinnlichen, Überwindung des irdischen Gefangenseins, und, was wohl für den Teufel und der Hexe beim Vollzug des Teufelpaktes der Fall war, die geheimen Kräfte zum eigenem Nutzen einzusetzen. Im 13. Jahrhundert gewann die Macht des Teufels immer mehr an Bedeutung und wurde zur gegenwärtigen Gefahr für wahre Christenmenschen. Thomas von Aquin (1226/7-1274) machte dem Glauben, dass Dämonen oder Engel dünne geistige oder gar keine Körper besäßen, ein Ende. Er erklärte, dass der Teufel durchaus imstande sei, eine menschliche Gestalt anzunehmen, und niemand daran zweifeln solle, dass das Dämonenreich existiere. Demnach, so der wohl bedeutendste Theologe des Mittelalters, sei der Teufel fähig, sich geschlechtlich mit den Menschen zu vereinigen und ihnen zu schaden. Thomas von Aquin hatte eine sehr große Bedeutung für das christliche Abendland und daher zweifelte die Kirche bald nicht mehr an seinen Worten. Im Angesicht der Schändlichkeit des Teufels und der Aufsehen erregenden Schnelligkeit, mit der sie sich über die gesamte Menschheit ausbreitete, zwang die Christen zum Handeln: Die völlige Ausrottung (Hexenverfolgung) derer, die sich dem Teufel mit dem Fleisch hergaben, mit ihm neue Teufel zeugten und gebaren, und auf diese Art und Weise das Reich der Antichristen auf Erden erichten würden. Wichtig ist hierbei, dass Thomas von Aquin auch erklärte, Dämonen könnten zwar mit den Menschen sexuell verkehren, doch keine Nachfahren zeugen, da sie keine Samen besäßen. Diese Theorie erweiterte er noch, indem er sagte, der Teufel hole sich, um Nachfahren zeugen zu können, die Samen eines menschlichen Mannes. Nachkommen sahen dann entweder aus wie normale Menschen - was sie allerdings besonders gefährlich machte - oder wie grauenvolle Ungeheuer, Würmer oder Missgestalten.
Diese Teufelsvorstellungen stammten nicht aus dem frühen Christentum, sondern waren die "Erfindung" des Mittelalters, die sich im 14. Jahrhunderts entwickelten. Die pessimistische Einstellung gegenüber immer größerer Probleme mit der Moral und der Verdorbenheit der Menschen nahm zu (man glaubte auch, dass die Erde wegen der vielen Sünden der Menschen, untergehen würde), was einen bestimmten Einfluss auf die Hexenverfolgung hatte, da man nun jegliche betriebene Magie (ob schwarze oder weiße) auf den Pakt mit dem Teufel beruhen ließ. Der Grund, warum der Teufel sich vor allem die Frauen als sein "Werkzeug" aussuchte, war, dass Frauen als das schwache und für die Verführung leicht zugängliche, und daher als das verdorbenere Geschlecht, galten. Das Böse wurde damals als identisch mit der Sexualität gesehen. Die Teufelspaktvorstellung bot die eigentliche Grundlage für die Massenvernichtung im 16. und 17. Jahrhundert. Demnach solle die Hexe den eingegangenen Bund, also einen Vertrag, mit ihrer Unterschrift besiegelt haben. Oft mit dem eigenem Blut ausgeführt, denn "Blut ist ein ganz besonderer Saft" (Goethes "Faust"). Zusätzlich wurde dies mit dem Geschlechtsakt bekräftigt und mit dem Stigma (Wundmal, Leberfleck etc. an einer verborgenen Stelle) endgültig beschlossen. Verpfändet wurde die Seele im Austausch gegen die Magie. Mit den heutigen Kenntnissen ist es erstaunlich, wie viel Misstrauen sich mit dieser Religion artikuliert hat: Immerhin kommen solche Teufelspakte zunächst nur über die Vermittlung einer Hexe bzw. eines Zauberers (Geisterbeschwörung) zustande, und mächtig war der Zauberer nur, weil er einen Pakt mit dem Teufel hatte.
Jacques Cazotte (1719-1792) veröffentlichte 1772 seine Novelle Le Diable amoureux (Deutsche Übersetzungen als Der verliebte Teufel auch Biondetta, der Teufel als Geliebte, Biondetta. Die schlimme Gefährtin, Der Liebesteufel). Eine moderne Adaptation ist der von Roman Polański als Die neun Pforten, mit Johnny Depp, verfilmte Roman Arturo Pérez-Revertes Der Club Dumas.
Auch dem Blues-Musiker Robert Johnson wird nachgesagt, für sein überragendes Talent einen Pakt mit dem Teufel geschlossen zu haben.
Ein weiteres schönes Quellenbeispiel für den Teufelspakt ist der Einblattdruck ALEX.VI.PONT.MAX; EGO SUM.PAPA, in dem Papst Alexander VI. unterstellt wird, er habe, um auf den Heiligen Stuhl Roms zu gelangen, einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Es handelt sich um eine sog. Spottschrift, denn der Teufel hat ihn übervorteilt. Zu finden ist das Blatt in der Sammlung der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel.
In Adelbert von Chamisso, Peter Schlemihls wundersame Geschichte geht es um den jungen P. S., der seinen Schatten an den Teufel verkauft. Dieser will ihn später gegen S's Seele eintauschen.
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