Tettnang ist eine Stadt nördlich des
Bodensees, etwa 9 km nordöstlich von
Friedrichshafen im
Bodenseekreis,
Baden-Württemberg.
Geografie
Die Stadt liegt im Bodensee-Hinterland immerhin etwa 70 m über der Seehöhe und bietet daher örtlich einen weiten Blick auf das „Schwäbische Meer“, ebenso wie auf die
Alpenketten
Österreichs und der
Schweiz. Hinter Tettnang beginnen die ersten Ausläufer des
Allgäus.
Geschichte
Tettnang wurde unter dem Namen Tettinang im Jahre
882 in einem Testament zugunsten des Klosters
St. Gallen zum ersten mal urkundlich erwähnt. Anfang des
10. Jahrhunderts wurde nahe diesem Dorf die
Burg Montfort errichtet. Die
Grafen von Montfort bestimmten bis ins
18. Jahrhundert hinein die Geschichte Tettnangs. König
Adolf von Nassau verlieh im Jahr
1297 Tettnang das Lindauer
Stadtrecht.
1780 traten die verschuldeten Grafen ihre Besitztümer an Österreich ab. Österreich gliederte die Stadt Vorderösterreich an und begründete das Oberamt Tettnang (auch Reichsgrafschaft Tettnang), das ein geschlossenes Gebiet am mittleren Nordufer des Bodensees bis nach Wasserburg am Bodensee umfasste. 1805 fiel Tettnang dann mit dem Pressburger Frieden Bayern zu, das es fünf Jahre später an Württemberg weitergab. Bis zur Kreisreform zum 1. Januar 1973 war Tettnang Kreisstadt des damaligen Landkreises Tettnang, der dann im Bodenseekreis aufging.
Einwohnerentwicklung
Religionen
Neben der
evangelischen und der
römisch-katholischen Kirche gibt es in Tettnang auch die
neuapostolische Kirche, die
Zeugen Jehovas und eine
Freie Christengemeinde.
Politik
Tettnang-1917.jpg
Am
1. Januar 1975 vereinbarte die Stadt mit der Gemeinde
Neukirch eine
Verwaltungsgemeinschaft.
Bürgermeister seit 1946
Gemeinderat
Nach der
Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 ergab sich folgende Sitzverteilung:
| CDU | 42,3 % | -0,7 | 11 Sitze | ±0
|
| FW | 28,0 % | -6,1 | 7 Sitze | -1
|
| Die Grünen | 16,3 % | +3,9 | 4 Sitze | +1
|
| SPD | 8,6 % | -1,8 | 2 Sitze | ±0
|
| FDP/DVP | 4,8 % | +4,8 | 1 Sitz | +1
|
Städtepartnerschaften
Jugendgemeinderat
Der Tettnanger Jugendgemeinderat besteht seit dem Sommer 1996. Seit dem hat er vieles geleistet. Vor allem der Partybus und die Talentshow erfreuen sich großer Beliebtheit.
Wirtschaft und Infrastruktur
Vor dem
Zweiten Weltkrieg war die Gegend um Tettnang vorwiegend ländlich geprägt und ist bis heute ein bedeutendes
Obst- und
Hopfenanbaugebiet. Der Tettnanger Aromahopfen ist weltberühmt und macht das
Schussental neben der
Hallertau zum wichtigsten Hopfenanbaugebiet Deutschlands.
Auch das Handwerk blickt in Tettnang auf eine lange Tradition zurück und konnte in jüngerer Zeit an Bedeutung gewinnen. Zudem haben sich inzwischen einige Industriebetriebe aus verschiedenen Branchen angesiedelt.
Verkehr
Tettnang liegt an der
Bundesstraße B 467 zwischen
Ulm und
Lindau.
Die Stadt ist mit einigen Buslinien u.a. mit Friedrichshafen, Ravensburg und Wangen im Allgäu verbunden und gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) an.
Die hierher führende Bahnstrecke Meckenbeuren-Tettnang wurde 1995 geschlossen, sie war seit 1895 die erste elektrisch betriebene normalspurige Nebenbahn in Deutschland. Bahn- und Fluganbindung stehen im nahegelegenen Friedrichshafen zur Verfügung.
Bedeutende ansässige Unternehmen (alphabetisch)
- eso (Elektronik - Service - Organisation) GmbH: Hersteller von Verkehrsüberwachungsgeräten
- Franz Gaissmaier GmbH & Co KG: Baustoffe und Fliesen
- AVIRA GmbH (früher H+BEDV Datentechnik GmbH): entwickeln die Antivirensoftware AntiVir
- ifm electronic GmbH
- Kronen-Brauerei
- schulz engineering GmbH: Konstruktion und Simulation von Anlagen hauptsächlich für die Automobilindustrie
- VauDe Sport GmbH & Co. KG: Hersteller von Outdoor-Bedarf
- wenglor sensoric GmbH
- Layer-Grosshandel GmbH & Co.KG: Eisenwarengrosshandel
Gerichte und Behörden
Tettnang verfügt über ein eigenes
Amtsgericht, das zum
Landgerichtsbezirk
Ravensburg und zum
OLG-Bezirk
Stuttgart gehört. In Tettnang befindet sich auch eine Außenstelle der Kraftfahrzeug-Zulassungsbehörde des
Bodenseekreises.
Bildungseinrichtungen
Mit der
Elektronikschule Tettnang hat sich hier ein Ausbildungszentrum für technische Berufe, bestehend aus
Berufsfachschule,
Berufsschule,
Berufskolleg und
Fachschule etabliert. Schwerpunkte sind elektrotechnische und informationstechnische Ausbildungen.
Ebenso vorhanden ist eine Hauptschule, eine Realschule, das Montfort-Gymnasium (MGTT) sowie die Uhlandschule und zwei Grundschulen.
Von 1988 bis 2002 befand sich im Schäferhof die Außenstelle für technische Studiengänge der Berufsakademie Ravensburg.
Stadtgliederung
Neben dem Stadtbezirk, dem auch der Vorort Bürgermoos zugerechnet wird, gibt es drei Ortschaften:
Kau,
Langnau und
Tannau
Entwicklung des Stadtgebiets
Eingemeindungen
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Tettnang liegt an der Hauptroute der
Oberschwäbischen Barockstraße.
Museen
Im Umfeld der Elektronikschule gründete sich
2002 ein
Förderverein, der ein Elektronikmuseum Tettnang
* aufbaut. Mittlerweile kann man bereits einmal in der Woche eine Ausstellung „47 Jahre Elektronik in Tettnang“ besichtigen.
Das Tettnanger Hopfenmuseum zeigt die über 150-jährige Geschichte des Tettnanger Hopfenanbaus: Alte Geräte und Maschinen, lebensecht dargestellte Szenen vom Arbeiten und Leben im Hopfengarten.
Sport
Mit derzeit 2746 Mitgliedern ist der TSV 1848 Tettnang e.V. der größte Sportverein in Tettnang.
Bauwerke
Bild:Tettnang1.jpg|Straße in Tettnang
Bild:Tettnang5.jpg|Torschloss
Bild:Tettnang2.jpg|Wappen am Torschloss
Bild:Tettnang3.jpg|Altes Schloss in Tettnang
Bild:Tettnang4.jpg|Neues Schloss in Tettnang
- Torschloss: Die Grafen von Montfort residierten in dem 1464 erbauten Schloss
- Altes Schloss: Michael Kuen erbaute das frühbarocke Alte Schloss 1667, welches heute als Rathaus dient
- Neues Schloss: Das prachtvolle barocke Bauwerk wurde 1712 von den Grafen von Montfort erbaut und Mitte des 18. Jahrhunderts in deren Auftrag von Jakob Emele umgebaut. Die Glasfenster der Schlosskapelle wurden von Käte Schaller-Härlin bemalt
- Pfarrkirche St. Martin im Ortsteil Tannau
- Loretokapelle - älteste Loretokapelle in Baden-Württemberg
- St. Anna-Kapelle - auffällig, da ohne Turm
Narrenzunft Tettnang Hopfennarr Narrentreffen Meßkirch 2006.jpg |
Narrenzunft Tettnang Gätterlet Narrentreffen Meßkirch 2006 2.jpg
Regelmäßige Veranstaltungen
- Städtlesmarkt: jeden Samstag Vormittag
- Großer Fasnetsumzug: jährlich am Fasnetsdienstag
- Montfortfest: jährlich am ersten Wochenende im Juli, mit Umzug
- Bähnlesfest: jährlich am zweiten Sonntag im September, mit Flohmarkt
- Kleiderbasar rund um Baby und Kind: zweimal jährlich im Frühjahr und Herbst
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
- 1869: Israel Friedrich Wirth, Hopfenpionier
- 1887: Dr. Albert Moll, Arzt und Historiker
- 1887: Josef Lorinser, Seelsorger und Lehrer
- 1956: Gustav Rosenhauer, Kaufmann
- 1974: Dr. Alex Frick, Zahnarzt und Historiker
- 1982: Rudolf Gnädinger, Bürgermeister
- 2004: Franz Huchler, Vorstand des Kreisbauernverband Tettnang
Söhne und Töchter der Stadt
Andere Persönlichkeiten
Literatur
- Karl Heinz Burmeister: Geschichte der Stadt Tettnang. Universitätsverlag Konstanz, Konstanz 1997, ISBN 3-87940-595-6
- Karl Heinz Burmeister, Alois Niederstätter (Hrsg.): Die Grafen von Montfort. Geschichte, Recht, Kultur. Universitätsverlag Konstanz, Konstanz 1996, ISBN 3-87940-560-3
Weblinks
Bodenseekreis | Ort in Baden-Württemberg
Tettnang | Tettnang | Tettnang | Теттнанг (княжество)